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Auftrag Spitzensport: Der Sportförderer Bundeswehr

Berlin, 21.02.2019.

Die Bundeswehr ist einer der größten Förderer des Hochleistungssports in Deutschland. Mit einem Personalansatz von 827 Dienstposten fördert sie den deutschen Spitzensport und unterstützt damit eine gesamtstaatliche Aufgabe. Der Auftrag zur Aufstellung der aktuell 15 Sportfördergruppen basiert auf einem Beschluss des Deutschen Bundestages aus dem Jahr 1968.

Sportsoldat beim Kanu-Slalom
Besonders erfolgreich mit der Sportförderung der Bundeswehr: die deutschen Wassersportler (Quelle: Bundeswehr/Weber)

Die Bundeswehr leistet einen großen Beitrag zur Sportförderung in Deutschland. Diese ist von öffentlichem Interesse, denn Sport hat einen hohen gesellschaftspolitischen Wert – vor allem in gesundheitlicher und sozialer Hinsicht. Spitzensportler werden hier als Vorbilder und Botschafter ihrer Sportart wahrgenommen. Nach außen repräsentieren sie die Bundesrepublik Deutschland. Schließlich wird das Bild Deutschlands in der Welt auch durch das Auftreten seiner Athleten bei internationalen Wettkämpfen geprägt.

Die Spitzensportförderung ist zwar kein Kernauftrag der Bundeswehr, sie zählt jedoch zu den gesamtstaatlichen Aufgaben, an denen sich die Streitkräfte zu beteiligen haben. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bezeichnet die Spitzensportförderung der Bundeswehr in seinem Nationalen Spitzensportkonzept als unverzichtbar. Ähnliche Fördereinrichtungen auf Bundesebene existieren in geringerem Umfang noch bei Zoll und Bundespolizei.

Struktur: 744 Förderstellen und 15 Sportfördergruppen

Die 15 Sportfördergruppen der Bundeswehr sind zuständig für die Führung der ihnen anvertrauten Sportsoldaten. Diese kleinen Dienststellen befinden sich regelmäßig in der Nähe von Olympiastützpunkten und Leistungszentren. Die zentrale fachliche Zuständigkeit obliegt dem Referat „Sport/KLF/CISM/Spitzensport“ im Kommando Streitkräftebasis.

Für die Unterstützung des Sports verfügt die Bundeswehr über 744 Förderstellen, welche regelmäßig zu 100 Prozent ausgeplant sind. (Stand  20. Februar 2019: 692 Spitzensportler in olympischen Disziplinen und drei paralympische Sportler – zusätzlich rund 50 Trainer).

Darüber hinaus fördert die Bundeswehr bis zu 40 Soldatinnen und Soldaten in den Militärsportarten Militärischer und Maritimer Fünfkampf sowie Fallschirmsportspringen und – im Rahmen von Individualvereinbarungen – 14 zivile paralympische Spitzensportlerinnen und -sportler, die keine Bundeswehrangehörigen sind.

Die Kosten für die Spitzensportförderung der Bundeswehr liegen bei 35 Millionen Euro im Jahr (Stand 2019). In erster Linie handelt es sich dabei um Personalkosten, aber auch um Beschaffungskosten, etwa für Bundeswehrsportanzüge.

Die Spitzensportlerinnen und Spitzensportler werden grundsätzlich als Freiwillig Wehrdienstleistende für elf Monate eingestellt. Im Anschluss können die Spitzensportlerinnen und Spitzensportler, abhängig von der soldatischen Eignung sowie sportfachlichen Befürwortung des DOSB und Spitzenverbandes, in das Dienstverhältnis eines Soldaten auf Zeit berufen werden und die Laufbahn der Mannschaften oder Unteroffiziere einschlagen. Zukünftig ist darüber hinaus auch die Öffnung der Offizierslaufbahn geplant.

Weiterentwicklung der Spitzensportförderung

Seit 2017 entwickelt die Bundeswehr die Spitzensportförderung mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket weiter. Um besser auf Interessen und Bedürfnisse der Spitzensportlerinnen und Spitzensportler eingehen zu können, sind vernetzte Betreuungs- und Trainingsmöglichkeiten, duale Weiterbildungsmöglichkeiten und berufliche Perspektiven für die Zeit nach der aktiven Karriere Teil des Pakets.

Mit einer flexibleren und angepassten Laufbahnausbildung und einer verkürzten Ausbildung zum Unteroffizier trägt die Bundeswehr den zeitlichen Bedürfnissen der Spitzensportler Rechnung. Eine Neuerung ist auch Übernahme von ehemaligen Angehörigen der Sportfördergruppen als hauptamtliche militärische Sportausbilder. Die ersten 15 neuen Sportausbilder tragen mit ihrer Erfahrung und ihrem Fachwissen bereits zur Professionalisierung der Sportausbildung der Bundeswehr bei.

Ebenfalls auf die Zeit nach dem Karriereende zielt der in diesem Jahr erstmals angebotene Bachelorstudiengang „Sportwissenschaft – Gesundheit, Prävention, Rehabilitation“. Das Studium bietet aber auch die Chance auf eine duale Karriere in der Bundeswehr.

Mann mit Beinprothese beim Weitsprung
„Ich lass mich nicht behindern!“ - Mit diesem Lebensmotto möchte Markus Rehm auch ein Vorbild für andere Menschen mit ähnlichem Schicksal sein. (Quelle: Bundeswehr/Pfeil)Größere Abbildung anzeigen

Inklusiv: Förderung des paralympischen Spitzensports

Seit November 2013 gibt es eine Rahmenvereinbarung mit dem Deutschen Behinderten Sportverband. Auf dieser Grundlage fördert die Bundeswehr zurzeit zwei aussichtsreiche zivile Sportler mit Handicap: Markus Rehm wurde 2012 in London Paralympicssieger im Weitspringen, und der Schwimmer Sebastian Iwanov hat ebenfalls schon mehrere paralympische Medaillen errungen. Zudem existiert ein Stellenpool mehrerer Ministerien, in welchem die Bundeswehr sechs Dienstposten für paralympische Sportler finanziert.

Innerhalb der schon genannten 744 Förderplätze gibt es des Weiteren zwei Guides, die zum Beispiel für blinde Athleten zur Verfügung stehen. Außerdem werden in den Sportfördergruppen zwei einsatzgeschädigte Soldaten zu Sportschützen aufgebaut. Ihre Perspektive für Tokio 2020 gilt als aussichtsreich.

Olympisches Edelmetall: Gradmesser des Erfolges

Um den Erfolg der Sportförderung zu verdeutlichen, wird hauptsächlich auf die Olympischen Spiele verwiesen. Seit 1964 wurden hier 304 olympische Medaillen unter Beteiligung von Sportsoldaten errungen. Bei den Sommerspielen seit 1964 waren das im Einzelnen 54 Gold-, 50 Silber- und 76 Bronzemedaillen. Die Bilanz bei den Winterspielen ab 1968 lautet: 47 Gold-, 48 Silber- und 29 Bronzemedaillen. Bei den letzten 14 Olympischen Winter- und Sommerspielen seit 1992 waren Spitzensportler der Bundeswehr an rund 44 Prozent der errungenen Medaillen beteiligt.

Den sonstigen Wettkämpfen wird jedoch weniger Aussagekraft beigemessen. Diplomsportlehrer Andreas Hahn, Referent für den Spitzensport im Kommando Streitkräftebasis, erklärt diesen zunächst erstaunlichen Umstand: „Welt- und Europameisterschaftstitel liefern über die einzelne Sportart hinaus keine belastbaren Daten für die Effektivität der Sportförderung insgesamt. Die Wettkampfzyklen, aber auch die Regularien sind je nach Sportart viel zu unterschiedlich. Die jeweiligen Titel werden zwar erfasst, doch Vergleiche über eine bestimmte Disziplin hinaus sind damit nicht möglich. Bei Olympischen Spielen ist diese Vergleichbarkeit jedoch gegeben.“

Zwei Männer im Ringkampf
Handfeste Völkerverständigung: Bei den CISM 2015 Military World Games in Südkorea ringt Obergefreiter Denis Kudla (li.) mit dem Russen Aleksei Mishin. (Quelle: Bundeswehr/Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Hintergrund: Militär, Spitzensport und Völkerverständigung

Viele Sportarten haben einen militärischen Hintergrund. Das gilt insbesondere für die klassischen Disziplinen wie den Box- und Ringkampf, das Speerwerfen oder den Marathonlauf. In der Antike waren es zunächst die Krieger der oft verfeindeten griechischen Staaten, die bei Olympischen Spielen gegeneinander antraten. Der Olympische Friede ermöglichte sicheres Geleit für die Athleten.

Die heutige Austragung der Olympischen Spiele und die Organisation des Spitzensports haben nur noch wenig mit den antiken Wurzeln gemeinsam. Doch in vielen Ländern leistet das Militär auch heutzutage einen großen Beitrag zur Spitzensportförderung. Vor diesem Hintergrund sind die Sportfördergruppen der Bundeswehr ein wichtiger Beitrag zur Chancengleichheit der deutschen Athleten. Denn diese hätten sonst – in Ermangelung anderer Fördermöglichkeiten – einen Wettbewerbsnachteil.

Der antike Gedanke des Olympischen Friedens lebt allerdings heute weiter in der Völkerverständigung, die der Spitzensport ermöglicht. Dies gilt nicht nur für die Olympischen Spiele, sondern ebenso für die Militärsportvereinigung CISM (Conseil International du Sport Militaire). Sie gehört zu den größten Sportvereinigungen der Welt: Über 130 Nationen sind mittlerweile vertreten. Völkerverständigung und multinationale Kameradschaft werden hier ausschließlich von Soldaten gepflegt.
 

Stand: Februar 2019


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Stand vom: 21.02.2019 | Autor: Redaktion der Bundeswehr


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