Der Einsatz läuft jetzt seit 20 Jahren, die Stärke des deutschen Einsatzkontingents wird immer geringer. Ist der Einsatz hier auserzählt?
Das glaube ich keineswegs. Denn überall da, wo deutsche Soldaten noch im Einsatz sind, gibt es noch Geschichten, die es zu erzählen gilt. Allerdings sind die Geschichten, die es nun zu erzählen gibt, nicht mehr dieselben wie früher. Standen wir früher auf dem Mount Cviljen oder sicherten Klöster, so sind wir heute eher die, die im Hauptquartier KFORKosovo Force Schlüsseldienstposten besetzen und aktiv an der Weiterentwicklung von KFORKosovo Force mitarbeiten. Das ist vielleicht von der Menge her kein großer, von der Bedeutung her aber ein außerordentlich tiefer Footprint.
Sie beschreiben hier die Bedeutung Deutschlands innerhalb von KFORKosovo Force. Wie beurteilen Sie diese für das Land insgesamt?
Wir haben hier seit über 19 Jahren Spuren hinterlassen. Spuren, die alles andere als im Sande verschwunden sind. Im Gegenteil: Ich glaube, wir haben hier viel für die Menschen getan. Ich mache das daran fest, was ich erlebe, wenn ich hier im Kosovo unterwegs bin. Als Deutscher ist man aufgrund unserer Art, wie wir hier unseren Auftrag ausführen und mit der Bevölkerung umgehen, hoch angesehen. Auch daraus entstehen immer wieder neue Geschichten.