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Ausbildung in Kosovo

Mit Schild und Stock gegen gewalttätige Demonstranten und Menschenmengen

Einsatz
Datum:
Ort:
Ferizaj
Lesedauer:
3 MIN

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Das Eindämmen, Lenken und Auflösen von gewalttätigen Demonstrationen und Menschenmengen gehört zu den Aufgaben der deutschen Einsatzkompanie in Kosovo. Dieses „Crowd and Riot Control“, kurz CRCCrowd and Riot Control, muss regelmäßig trainiert werden.

Deutsche Soldatinnen und Soldaten nähern sich im Schutzanzug einer Barrikade

Das Eindämmen, Lenken und Auflösen von gewalttätigen Demonstrationen und Menschenmengen wird regelmäßig im Einsatz trainiert

Bundeswehr/PAO KFOR

Was im Kosovo-Einsatz der Bundeswehr CRCCrowd and Riot Control heißt, leisten in Deutschland am ehesten die Bereitschaftspolizeien der Länder. Die eingesetzten Soldatinnen und Soldaten haben sich mit einem speziellen Ausbildungsverfahren am Heimatstandort sowie im Joint Multinational Readiness Center in Hohenfels auf diesen Auftrag vorbereitet und sind für den CRCCrowd and Riot Control-Einsatz NATONorth Atlantic Treaty Organization-zertifiziert. Doch auch im Einsatzland trainieren die deutschen Soldatinnen und Soldaten regelmäßig ihre Fertigkeiten – national und international. Denn nur, wer immer wieder übt, handelt in jeder Situation sicher. Das gilt insbesondere, wenn Angehörige unterschiedlicher Streitkräfte und Personen unterschiedlicher Sprachen gemeinsam im Einsatz sind.

Gemeinsam trainieren, gemeinsam handeln

Trainieren die verschiedenen Nationen miteinander, geht es auch darum, sich kennenzulernen: Trotz NATONorth Atlantic Treaty Organization-Standards gibt es Unterschiede in der Vorgehensweise und natürlich vor allem in der Kommunikation. In Kosovo ist die deutsche Einsatzkompanie Teil des Regional Command East. Hier agiert sie unter anderem Seite an Seite mit ungarischen und amerikanischen Einheiten. Darüber hinaus gibt es andere multinationale Verbände wie die Multinational Specialized Unit, auf Deutsch: Multinationale Spezialisierte Einheit, in der italienische Carabinieri und Militärpolizisten der Tschechischen Republik beim Auftrag CRCCrowd and Riot Control zusammenarbeiten.

Geübt wird mit verteilten Rollen, damit die gestellte Situation so realistisch wie möglich ist. Das bedeutet, einige Soldatinnen und Soldaten, unter ihnen Militärpolizistinnen und Militärpolizisten, handeln als Demonstranten oder Aufständische. Sie nutzen jede Schwäche aus, sorgen für Zuspitzung und erhöhen den Druck auf die CRCCrowd and Riot Control-Einheit.

Infanterie in ungewohntem Einsatz

Ob in der Übung oder im Einsatz – die Infanteriezüge der Einsatzkompanie bilden mit ihrer Masse die Postenketten. Sie stehen in den vorderen Linien und steuern mit ihrer Präsenz Menschengruppen, die sich anders nicht mehr leiten lassen und vielleicht sogar gewalttätig sind. Dafür sind sie speziell ausgerüstet: mit Protektoren, Schilden und Wirkmitteln wie zum Beispiel Schlagstöcken. 

Sie müssen den Überblick behalten, die Abstände zueinander auch im größten Durcheinander einhalten und auf Unvorhergesehenes reagieren: Reißt die Kette ein oder werden einzelne Posten isoliert, sind diese der gewaltbereiten Menge ausgesetzt. Das gilt es, unbedingt zu verhindern. Wenn eine Barrikade die Bewegungsfreiheit einschränkt, muss diese geräumt werden – auch falls Störerinnen und Störer genau das mit Gewalt verhindern wollen. Gleichzeitig sind Feuer zu löschen und Wurfgeschosse abzuwehren – vom Stein bis zum Molotow-Cocktail.

Feldjäger der Bundeswehr, die deutsche Militärpolizei, bilden die Frauen und Männer aus und unterstützen sie im Einsatz. Sie stellen das Ausbildungspersonal und weisen die Soldatinnen und Soldaten schon in der Einsatzvorbereitung in die spezielle Ausrüstung und die Einsatzgrundsätze ein.

Unterstützung durch die Feldjäger in Ausbildung und Einsatz

Ein deutscher Feldjäger redet mit italienischen Militärpolizisten

Deutsche Militärpolizisten in einer internationalen Einsatzbesprechung

Bundeswehr/PAO KFOR

Die Feldjäger sind Expertinnen und Experten: Sie achten darauf, dass zu jedem Zeitpunkt höchste Standards eingehalten werden. Als Spezialistinnen und Spezialisten verstärken sie die Postenkette an ausgesuchten Stellen, um zum Beispiel besonders gefährliche Einzelpersonen, Straftäter oder Rädelsführer blitzschnell zu greifen, hinter die Kette zu bringen und dort in Gewahrsam zu nehmen. Darüber hinaus stellen die Feldjäger speziell ausgebildete Scharfschützen: Sie beobachten und identifizieren Gefahren und können – als letztes Mittel – Bedrohungen wie zum Beispiel Heckenschützen neutralisieren.

Ein Dokumentationstrupp begleitet den kompletten Einsatz und zeichnet ihn in Bild und Ton auf. Auf diese Weise lässt sich im Fall der Fälle eine Gewaltspirale nachvollziehen. Außerdem kann die Rechtmäßigkeit und Angemessenheit der Handlungen der Einsatzkräfte durch die Aufzeichnung bewiesen werden. Die Aufnahmen dienen später auch der Strafverfolgung und helfen bei der Erhebung von entstandenen Schäden. 

Etwas Besonderes im Kosovo-Einsatz ist der Wasserwerfer: Deutschland ist die einzige Nation, die dieses Fahrzeug in einer militärischen Version mitbringt.

Hintergründe zum CRCCrowd and Riot Control-Einsatz von KFORKosovo Force-Truppen

Die deutsche Einsatzkompanie ist seit Frühjahr 2024 in Kosovo. Ihr Einsatz ist eine Antwort auf gewalttätige Unruhen, bei denen 2023 Dutzende KFORKosovo Force-Soldatinnen und Soldaten der NATONorth Atlantic Treaty Organization teilweise schwer verletzt wurden, sowie auf die insgesamt instabile Lage im Norden des Landes. 

Die NATONorth Atlantic Treaty Organization – und damit die Einsatzkompanie der Bundeswehr – agiert gemeinsam mit EULEXEuropean Union Rule of Law Mission in Kosovo, der europäischen Mission zur Rechtstaatlichkeit, die hauptsächlich aus multinationalen Polizeikräften besteht, und den kosovarischen Sicherheitskräften. Die deutsche Einsatzkompanie steht damit nie alleine, sondern erst an dritter Stelle, wenn EULEXEuropean Union Rule of Law Mission in Kosovo und kosovarische Sicherheitskräfte an ihre Belastungsgrenze gelangen.

von PAO KFOR

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