Was hat sie im Einsatz besonders geprägt?
Dies ist zum einen die Dualität zwischen multinationalen Aufgaben und nationalen Aufgaben. Es gibt auch noch einen zweiten Aspekt und das sind die Veränderungen hier im Kosovo, die ich gegenüber meinem letzten Einsatz feststelle aber auch eine Reihe von Kontinuitäten
Welche Kontinuitäten haben sie festgestellt?
Leider muss ich feststellen, dass sich einige Serben und Kosovaren in vielen Bereichen noch immer unversöhnlich gegenüberstehen. Dies und die nach meiner Auffassung auch weiterhin hohe Dichte an organisierter Kriminalität, haben einen maßgeblichen Einfluss auf das Zusammenleben im Kosovo. Andererseits stelle ich aber auch eine zunehmende Bereitschaft zur Veränderung fest und da sehe ich tatsächlich auch positive Entwicklungen. So ist zum Beispiel festzustellen, dass die kosovarische Polizei zunehmend professioneller und sicherer agiert. An alldem arbeitet KFOR mit großem Engagement, aber um Fortschritte zu erzielen bedarf dies einer gewissen Geduld und eines langen Atems.
Was waren so die typischen Dinge die sie in ihrem Kontingent verrichtet haben?
Das ist vor allem die Arbeit im Hauptquartier (HQ). Denn ich bin nicht nur als Kontingentführer hier im Einsatz gewesen, sondern bin im multinationalen Hauptquartier von KFOR als Abteilungsleiter für die Langfristplanung und Weiterentwicklung von KFOR zuständig. Zudem sind noch rund 20 weitere deutsche Kameradinnen und Kameraden in anderen Bereichen im HQ eingesetzt. Das ist multinationale Zusammenarbeit par excellence. Gemeinsam mit den anderen Nationen generieren wir mit dem Beitrag unser Feldnachrichtenkräfte ein Bild zur Lagefeststellung im Kosovo. Darüber hinaus war unsere kleine deutsche Unterstützungseinheit eingesetzt, das sogenannte National Support Element (NSE). Dieses kleine Team leistet einen erstaunlich großen Umfang von Unterstützungsdienstleistungen für alle deutschen Soldaten und Soldatinnen.
Unsere Kameraden aus dem Bereich des NATO Advisor and Liasion Team (NALT), die sich um die Ertüchtigung der kosovarischen Sicherheitskräfte und des Kosovarischen Verteidigungsministeriums kümmern, runden den deutschen Beitrag hier im Kosovo ab. Eine meiner wesentlichen Erkenntnisse aus dem Einsatz ist, dass Veränderungen in diesem Land viel Zeit und Geduld bedürfen. Nach meiner Einschätzung sind wir auf einem guten Weg, aber unverändert ist die Unterstützung durch KFOR notwendig.
Was wird das Erste sein, was sie nach ihrer Rückkehr Deutschland machen werden?
Ich werde meine Frau ganz fest in meine Arme schließen.