enhanced Air Policing South
Zur Sicherung des südöstlichen Luftraums des NATO-Bündnisgebiets zeigt die Bundeswehr an der rumänischen Schwarzmeerküste Präsenz.
Beim enhanced Air Policing South (eAPSenhanced Air Policing South) in Rumänien sind Kräfte der Feldjäger nicht nur Teil des deutschen Einsatzkontingents, sondern arbeiten Hand in Hand mit ihren multinationalen Partnern zusammen. Regelmäßig trainieren die vier auf der Mihail Kogălniceanu Air Base eingesetzten Militärpolizeien verschiedene Einsatzszenarien.
Die deutschen Feldjäger bei eAPSenhanced Air Policing South in Rumänien arbeiten eng mit ihren Partnern der USUnited States-amerikanischen, rumänischen und französischen Militärpolizei zusammen. Gemeinsame Übungen sind hierfür besonders wichtig.
Bundeswehr/Maurice HeckIm Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen. Es darf keine Information verloren gehen, Abstimmungen müssen reibungslos laufen. Wenn die Feldjäger bei eAPSenhanced Air Policing South zu einem Einsatz ausrücken, sind sie auf der Mihail Kogălniceanu Air Base nicht alleine, sondern arbeiten mit Militärpolizisten der rumänischen, französischen und USUnited States-amerikanischen Streitkräfte zusammen.
„Wir haben innerhalb der NATO zwar alle einen ähnlich hohen Ausbildungsstand, allerdings ist ein intensiver Austausch enorm wichtig, um eine gemeinsame Arbeitsgrundlage zu schaffen“, erklärt Hauptmann Daniel, Führer des Feldjägerdienstkommandos vor Ort. „Jede Nation hat mitunter eigene Vorgehensweisen und Abläufe. Diese Unterschiede versuchen wir durch die gemeinsamen Trainings kennenzulernen, um voneinander zu lernen und einen gemeinsamen Weg zu finden.“
Mögliche Szenarien, in denen genau diese multinationale Kooperation wichtig ist, gibt es auf einem Militärstützpunkt viele: Verkehrsunfälle, Eindringversuche, Sabotageakte oder gar Großschadenslagen. Auf dem Trainingsplan stand unter anderem der gemeinsame Angriff nach einer Meldung über einen aktiven Schützen auf dem Militärgelände: „Eine solche Lage verlangt uns allen höchste Konzentration ab. Es war sehr wichtig zu sehen, welche Taktiken die verschiedenen Verbündeten zum Beispiel beim Betreten eines Gebäudes haben.“
Hauptmann Daniel demonstrierte mit seinem Feldjäger-Trupp zunächst die deutsche Vorgehensweise und analysierte im Anschluss das Vorgehen der NATO-Partner. „Nachdem wir diese Grundlagen gelegt hatten, war es umso wichtiger, anschließend in gemischten Teams vorzugehen. Gute Kommunikation ist hierbei entscheidend“.
Ein USUnited States-amerikanischer, rumänischer, deutscher und französischer Militärpolizist üben das gemeinsame Vorgehen bei einem Active Shooter-Alarm auf dem rumänischen Stützpunkt
Bundeswehr/Maurice Heck
Nach jedem Übungsanteil nehmen sich die Teilnehmenden Zeit, das Vorgehen auszuwerten und positive wie auch verbesserungswürdige Aspekte anzusprechen. Mit jedem Durchgang wird die Zusammenarbeit gestärkt.
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Unterschiedliche Ausrüstung, verschiedene Lehrgänge und Sprachbarrieren dürfen bei gemeinsamen Einsätzen den Erfolg nicht behindern. Durch intensives Training und standardisierte Verfahren gelingt diese Herausforderung.
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Hauptmann Daniel (Mitte) stellt bei den Übungsauswertungen die deutschen Taktiken vor und nimmt gleichzeitig die Erfahrungen der anderen drei Nationen auf
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Auch die medizinische Erstversorgung wurde geübt. Verletzte Soldaten, verunfallte Zivilisten oder beim Zugriff zu Schaden gekommene Täter stellen die Militärpolizisten vor medizinische Herausforderungen.
Bundeswehr/Maurice HeckNeben der intensiven Zusammenarbeit wird auch die Kameradschaft über vier Nationen hinweg gestärkt. „Als Feldjäger bei eAPSenhanced Air Policing South sind wir natürlich zentral in das deutsche Einsatzkontingent eingebunden. Durch unsere multinationalen Aufgaben haben wir jedoch die einzigartige Gelegenheit, mit unseren Verbündeten zusammenzuarbeiten und in den Austausch zu kommen – das schweißt zusammen.“
Diese gute internationale Kooperation wurde auch bei einer gemeinsamen Schießausbildung unter Beweis gestellt. Militärpolizisten der USUnited States-Streitkräfte wurden an den deutschen Handfeuerwaffen Gewehr G36 und Pistole P8 ausgebildet. Feldjäger der Bundeswehr wiederum konnten sich mit der USUnited States-amerikanischen Dienstpistole vertraut machen. „Zu wissen, welche Waffen unsere Verbündeten nutzen, wenn sie im Ernstfall links und rechts neben uns stehen, ist nicht nur interessant, sondern auch sehr lehrreich.“
Die USUnited States Militärpolizisten nahmen das Angebot zum Schießen des G36 gerne an. Unterstützt wurde das Training durch Schießausbilder der Luftwaffe.
Bundeswehr/Maurice Heck
Die Dienstwaffe der USUnited States Military Police unterscheidet sich in einigen Aspekten von der deutsche Pistole und ist beispielsweise leichter als die P8
Bundeswehr/Maurice HeckAuch der USUnited States-amerikanische Übungsleiter ist von den gemeinsamen Trainings überzeugt: „Für uns ist es sehr wichtig, mit unseren Verbündeten zusammenzuarbeiten. Die Gelegenheit, innerhalb unseres NATO-Bündnisses voneinander zu lernen und über den Tellerrand hinaus zu schauen, ist auch für uns sehr wertvoll“, resümiert der erfahrene Master Sergeant der U.S. Military Police. Nach Abschluss der Übung betont Feldjägerführer Hauptmann Daniel: „Jede Nation bringt ihre eigenen Erfahrungen und inhaltlichen Ansätze mit. Wenn wir diese kombinieren, werden wir gemeinsam besser“
Für die Sicherheit auf dem rumänischen Stützpunkt Mihail Kogălniceanu und des deutschen Einsatzkontingentes bei enhanced Air Policing South ist also auch dank der Unterstützung der Feldjägertruppe bestens gesorgt.
von Maurice Heck E-Mail schreiben