MINURSO: Sicherheit und Stabilität in der Westsahara
Die UN-Mission überwacht den Waffenstillstand zwischen Marokko und der Frente Polisario in der Westsahara.
Die UN-Mission überwacht den Waffenstillstand zwischen Marokko und der Frente Polisario in der Westsahara.
Die Bundeswehr beteiligt sich an dieser Mission, indem sie wichtige Beobachtungs- und Kontrollaufgaben übernimmt und damit zur Stabilität und Sicherheit der Region beiträgt.
Der Ursprung des Westsahara-Konflikts geht bis ins Jahr 1975 zurück, als sich Spanien als Kolonialmacht zurückzog. Marokko beanspruchte und besetzte große Teile des Territoriums, doch die militärische und politische Organisation Frente Polisario leistete Widerstand und proklamierte die Demokratische Arabische Republik Sahara (DARS).
Nach Jahrzehnten der militärischen Konfrontation zwischen Marokko und der Polisario schlug der UN-Generalsekretär 1991 einen Settlement Plan vor, der zu einem Waffenstillstand und zur Vorbereitung eines Selbstbestimmungsreferendums führte. Die UN-Mission MINURSO (Mission des Nations Unies pour l’organisation d’un referendum au sahara occidental) wurde am 29. April 1991 durch die Sicherheitsresolution 690 ins Leben gerufen.
MINNURSO ist somit eine der ältesten UN-Friedensmissionen. Derzeit sind in dieser Mission 153 UN-Soldatinnen und Soldaten im Einsatz, darunter 123 als Militärbeobachterinnen und Militärbeobachter. Insgesamt beteiligen sich 38 Nationen an der Mission.
Das Einsatzgebiet der Bundeswehr bei MINURSO (Infografik)
Bundeswehr | Stand: Mai 2026 | Kartenbasis: © Mapcreator/OpenStreetMapZiel der UN-Mission ist eine friedliche, tragfähige und einvernehmlich vereinbarte politische Lösung des Westsahara-Konflikts. Da das angestrebte Referendum bislang nicht zustande gekommen ist, liegt der Schwerpunkt der Mission seit dem erneuten Ausbruch des Konflikts 2020 in der Wiederherstellung des Friedens. Hauptauftrag von MINURSO ist daher die Mediation zwischen Marokko und der Frente Polisario. Hinzu kommen die Unterstützung vertrauensbildender Maßnahmen sowie die Minen- und Munitionsräumung.
Das Mandat wurde seit 1991 jährlich verlängert. Neuere Resolutionsregelungen wie die Resolution 2703 von Oktober 2023 stützen weiterhin die Mission und betonen die Notwendigkeit eines politischen Dialogs.
Deutschland verfolgt bei MINURSO eine neutrale, diplomatische Rolle: Es erkennt weder die DARS als Staat an, noch spricht es den marokkanischen Annexionen seine Gültigkeit ab. Stattdessen unterstützt es die von der UN angeregte Lösung über ein Referendum.
Das Bundeskabinett beschloss am 16. Oktober 2013 den Einsatz der Bundeswehr in der Westsahara. Die Bundeswehr beteiligt sich an der Mission seither mit bis zu vier Militärbeobachterinnen und Militärbeobachtern.
Das Abkommen gilt als unbefristet, vorausgesetzt das UN-Mandat wird verlängert. Der Deutsche Bundestag muss nicht zustimmen, da die Militärbeobachterinnen und Militärbeobachtern unbewaffnet im Einsatz sind.
Archivbild 2022: Stadtansicht von Laayoune in der Westsahara
Bundeswehr/Hannes Lembke
Archivbild 2023: Militärbeobachter patrouillieren mit UN-Fahrzeugen während der UN-Mission MINURSO in der Westsahara
Bundeswehr/Hannes Lembke
Archivbild 2023: Militärbeobachter patrouillieren mit UN-Fahrzeugen während der UN-Mission MINURSO in der Westsahara
Bundeswehr/Hannes Lembke
Militärbeobachter patrouillieren mit UN-Fahrzeugen während der UN-Mission MINURSO in der Westsahara
Bundeswehr/Hannes LembkeWas macht die Bundeswehr bei MINURSO? Wie viele Soldatinnen und Soldaten sind dort stationiert und welche Nationen unterstützen die Mission? Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie hier:
Die Bundeswehr entsendet seit 2013 unbewaffnete Militärbeobachterinnen und Militärbeobachter in die Westsahara. Ihre Hauptaufgabe ist die Vermittlung zwischen Marokko und der Frente Polisario sowie die Unterstützung kontrollierter Minenräumung und vertrauensbildender Maßnahmen.
Die Bundeswehr beteiligt sich an der Mission mit bis zu drei Militärbeobachterinnen und Militärbeobachtern. Während der Wechselphase kann die Personalobergrenze temporär sechs betragen.
Insgesamt nehmen 38 Staaten an MINURSO teil. Von den rund 153 UN-Kräften sind 123 Militärbeobachterinnern und -beobachter. Am stärksten vertreten sind Soldatinnen und Soldaten aus Bangladesch, Ägypten und Pakistan (Stand: 05.2025).
MINURSO ist im gesamten Gebiet der Westsahara aktiv. Die Hauptzentrale befindet sich in El Aaiún. Ergänzt wird sie durch ein Liaison-Office in Tindouf (Algerien). Zusätzlich sind UN-Beobachtungskräfte in neun sogenannten Team Sites stationiert. Diese verteilen sich auf das gesamte Einsatzgebiet und können als Forward Operation Base (FOB) verstanden werden.
Ein MINURSO-Kontingent dauert in der Regel sechs Monate bis ein Jahr.
Deutsche Militärbeobachterinnen und -beobachter arbeiten von einer Team Site aus, zum Beispiel in Awsard oder im Hauptquartier in Laayoune. Dort leisten sie Patrouillen, logistische Organisation und Berichtstätigkeiten. Die genauen Standorte rotieren je nach Einsatzabschnitt.
Bislang haben keine deutschen Soldatinnen oder Soldaten während eines Einsatzes in der Westsahara ihr Leben verloren.
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