Stärkung der Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit der NATO an ihrer Ostflanke
Landes- und Bündnisverteidigung- Datum:
- Ort:
- Sliac
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Die Verbesserung der Wachsamkeit und Reaktionsfähigkeit stand für die NATO im Vordergrund, als sie die Stationierung eines multinationalen Air and Missile Defense Modules in der Slowakei beschlossen hat.
Das Radargerät des Waffensystems überwacht den NATO Luftraum
Bundeswehr/Dominik FischerDurch die zusätzlich in die NATO-Kommandostruktur integrierten Patriot-Sensoren ist die nahezu lückenlose Überwachung des Luftraumes und damit die frühzeitige Erkennung und Verfolgung von Bedrohungen aus der Luft an der Ostflanke erst möglich. Geführt durch einen slowakischen NATO-Gefechtstand, dem Control and Reporting Centre (CRC) in Zvolen, agiert der Luftverteidigungsverband im Zuständigkeitsbereich der integrierten NATO-Luftverteidigung. Für diese ist das Hauptquartier HQ AIRCOM in Ramstein verantwortlich. Über standardisierte taktische Datenlinks empfängt der Einsatzverband sämtliche relevante Informationen sowie die Luftlage des gesamten Bündnisgebietes.
Insgesamt drei Kampfstaffeln Patriot, ein Gruppengefechtstand mit Versorgungseinheit sowie externe Unterstützungskomponenten bilden das überaus robuste Einsatzmodul der Multinational Air and Missile Defence Task Force (MN AMD TF). Darüber hinaus gibt es zusätzliche Elemente wie Sanitätsversorgung und satellitengestützte Kommunikationsmittel. Die Kombination von luftwaffeninternen und extern bereitgestellten Fähigkeiten ermöglicht schon zu Beginn der Mission eine durchhaltefähige Einsatzbereitschaft und hohe operative Flexibilität.
Der niederländische Kommandeur und stellv. Task Force Commander unterstellt seine Einsatzstaffel Oberst Jörg Sievers
Bundeswehr/Thomas FinkeldeyEine der drei Kampfstaffeln Patriot ist dabei aus den Niederlanden. Die Luftwaffe und die Königlich Niederländische Armee verbindet eine lange und zuverlässige Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Luftverteidigung. Zu diesem Zweck haben beide Staaten das Projekt Apollo entwickelt, das verschiedene Bereiche der internationalen Kooperation zusammenführt. Das Projekt wurde schon im Januar 2016 gestartet und wird noch heute als „Leuchtturmprojekt“ der deutsch-niederländischen Partnerschaft bezeichnet. Ein Teilprojekt von Apollo ist die Ausgestaltung einer bi-nationalen Air and Missile Defence Task Force. Genau diese Task Force befindet sich nun in der Slowakei im NATO-Einsatz.
Der Staffelchef der zweiten deutschen Einsatzstaffel überwacht den Aufbau der Waffensystemkomponenten
Bundeswehr/Thomas FinkeldeyDie eigentlichen Patriot-spezifischen Tätigkeiten werden in der Einsatzstaffel erledigt. Hier überwachen die Soldatinnen und Soldaten in der Slowakei den Luftraum, bewerten ständig die Luftlage und geben die Parameter für das Radargerät und die angeschlossenen Startgeräte vor. Im Falle einer anfliegenden Bedrohung würden hier auch die am besten geeigneten Flugkörper ausgewählt werden, die dann zur Verteidigung eingesetzt werden. „Für mich ist es etwas ganz Besonderes, zusammen mit meiner Staffel aus Husum hier im Einsatz zu sein. Die intensive Ausbildung zahlt sich besonders zu Beginn einer Mission aus“, so Hauptmann Stefan W., Staffelchef einer der beiden deutschen Staffeln.
Mit nur einer Kampfstaffel Patriot kann der umfassende Schutz des slowakischen Luftraumes aber nicht sichergestellt werden. Im April verlegte daher sowohl die bereits erwähnte niederländische als auch eine zweite deutsche Patriot-Staffel in die Slowakei. Die Multinational Air Missile Defense Task Force Slovakia verfügt damit nun über drei einsatzbereiten Staffeln und eine Struktur, die sie zu einem schlagkräftigen Element zur Sicherung und nötigenfalls Verteidigung des slowakischen Luftraumes macht.
von Thomas Finkeldey