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REPMUS und Dynamic Messenger

Eine Unterwasserdrohne die an zwei Seilen hängt

Bundeswehr/Sandro Haase

Übung

REPMUS und Dynamic Messenger: NATO erprobt unbemannte maritime Systeme

Bei den jährlich stattfindenden Übungen REPMUS und Dynamic Messenger vor Portugals Küste testet das Bündnis neue Technologien und Taktiken.

Die beiden Großübungen REPMUS und Dynamic Messenger sind nur wenigen bekannt, aber wichtiger denn je. Denn sie bilden das weltweit größte maritime Test- und Experimentierfeld für unbemannte Systeme, vereinfacht als Drohnen bezeichnet. Auch die Deutsche Marine nimmt an REPMUS und Dynamic Messenger teil. Was geschieht bei diesen Übungen?

Hintergrund

Neue Bedrohungen wie die Sabotage kritischer Unterwasserinfrastruktur, asymmetrische Angriffe auf Häfen oder der zunehmende Einsatz unbemannter Systeme stellen die NATO und ihre Mitglieder vor komplexe Herausforderungen. Für diese wappnen sich die NATO-Nationen unter anderem mit zwei etablierten Großübungen, die sich gegenseitig ergänzen: REPMUS (Robotic Experimentation and Prototyping using Maritime Uncrewed Systems) und Dynamic Messenger (DYMS).

Beide Übungen finden jährlich vor der portugiesischen Küste bei Tróia und Sesimbra statt und bilden inzwischen das größte maritime Test- und Experimentierfeld für unbemannte Systeme weltweit. Während REPMUS vor allem auf technologische Erprobung und Prototyping setzt, wird bei Dynamic Messenger der konkrete militärische Einsatz solcher Systeme geprobt. Zusammen bilden sie einen einzigartigen Experimentierzyklus, der Innovation mit realer Operationsführung verbindet.

Was passiert bei REPMUS und Dynamic Messenger?

REPMUS zeichnet vor allem technologische Vielfalt aus: Hier testen Streitkräfte, Industrie und akademische Partner neue Prototypen unbemannter Systeme zu Land, zu Wasser und in der Luft. Seestreitkräfte der Partnerstaaten, von NATO-Einrichtungen und zahlreichen Forschungsinstitute mit verschiedenen Systemen beteiligen sich regelmäßig. Dabei wird nicht nur die Leistungsfähigkeit einzelner Systeme untersucht, sondern auch deren Interoperabilität in komplexen Szenarien – von der Minenabwehr über Anti-U-Boot-Einsätze bis hin zum Schutz maritimer Infrastruktur. Die Übung ist quasi ein „Labor“ im Maßstab eins zu eins, in dem innovative Technologien erprobt und neue Grenzen ausgelotet werden.

Dynamic Messenger knüpft an REPMUS an und geht noch einen Schritt weiter: Hier wird erprobt, wie unbemannte Systeme tatsächlich in maritime Operationen integriert werden können. Die Übung schafft einen flexiblen Rahmen, in dem neue Konzepte dynamisch getestet, angepasst und sofort bewertet werden. Dieses Operational Experimentation genannte Verfahren hat viele Vorteile.

Was bedeutet REPMUS für die internationale maritime Zusammenarbeit?

REPMUS trägt zum Aufbau einer hybriden Flotte bei, in der bemannte und unbemannte Systeme ihre jeweiligen Stärken miteinander verbinden. Ein Kriegsschiff kann nur an einem Ort sein, vernetzte Sensoren und unbemannte Plattformen den Aufklärungs- und Wirkungsraum des Schiffs aber erheblich erweitern – indem sie als zusätzliche Augen und Ohren vorausfahren, unter Wasser suchen, aus der Luft beobachten oder dauerhaft Seegebiete überwachen.

Schiffe, Flugzeuge, Sensoren und unbemannte Systeme verschiedener NATO-Nationen müssen zudem Informationen austauschen und gemeinsam eingesetzt werden können. Dazu muss ein deutsches System die Daten eines Partners verstehen, der Sensor einer anderen Nation seine Informationen in ein gemeinsames Lagebild einspeisen können. Entscheidend ist, dass die Einheiten in der Lage sind, miteinander zu kommunizieren – trotz unterschiedlicher Hersteller und technischer Lösungen. Vor der portugiesischen Küste wird daran intensiv gearbeitet.

Konkret beantwortet REPMUS folgende Fragen: Welche Daten braucht ein neues System? Können Plattformen verschiedener Nationen miteinander kommunizieren? Wie lässt sich ein unbemanntes Fahrzeug in einen bestehenden Verband integrieren? Welchen tatsächlichen militärischen Mehrwert bringt eine Technologie? 

Welchen Beitrag leistet REPMUS zum Aufbau einer hybriden Flotte?

REPMUS zeigt, welche Technik morgen möglich sein und wie schnell aus Innovation tatsächlich Kampfkraft wird. Letztlich ist die Übung ein Test dafür, ob aus vielen nationalen Fähigkeiten am Ende ein gemeinsamer militärischer Fähigkeitsverbund entstehen kann.

Die NATO arbeitet seit Jahren daran, maritime unbemannte Systeme schneller in ihre Fähigkeiten zu integrieren. Deutschland gehört zu den Nationen, die sich an dieser langjährigen multinationalen Zusammenarbeit beteiligen. REPMUS bietet das praktische Experimentierfeld für diese gemeinsame Anstrengung der Partnermarinen der Allianz, auf einer größeren militärischen Bühne.

REPMUS im Jahr 2026

Zum zweiten Mal haben die NATO-Staaten bei REPMUS 2026 das Zusammenwirken neuer Drohnenprototypen über auf und unter Wasser erprobt. An der Übung waren auch wieder Wissenschaft und Unternehmen beteiligt. Ziel war es, aus Ideen möglichst schnell militärisch nutzbare unbemannte Systeme zu entwickeln – ein wesentlicher Schritt hin zum Aufbau einer hybriden Flotte, in der bisherige und neue Technologien miteinander kombiniert so eingesetzt werden, dass sich ihre Stärken verbinden.

Soldat der über einen Controller die Drohnen steuert
Übung

REPMUS 2026

Die NATO testete im September 2026 vor der Küste Portugals neue Drohnensysteme – und ihr Zusammenwirken im Verbund.

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Rückblick

Im September 2025 fanden die Übungen REPMUS und Dynamic Messenger zur Erprobung unbemannter Systeme zum ersten Mal statt. Seestreitkräfte aus mehr als 25 Staaten, NATO-Einrichtungen, zahlreiche Forschungsinstitute und Unternehmen mit insgesamt 2.500 Teilnehmenden waren beteiligt. Vor der Küste Portugals wurden rund 250 neuartige Drohnen-Prototypen getestet, die in der Luft, über der Wasseroberfläche und unter Wasser agieren. Dabei stand im Vordergrund, was sie leisten können und wie sie miteinander funktionieren. Das Ergebnis waren erste aufschlussreiche Erkenntnisse, wie sich maritime Operationen künftig gestalten und verbessern lassen.

 

Eine graue Drohne am Boden vor einem grauen Schiff
Innovation trifft Praxis

REPMUS und Dynamic Messenger 2025

Vor Portugals Küste testet die NATO neue Drohnen-Technologien.

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