Steadfast Dart 2026
Die Allied Reaction Force der NATO übt die strategische Verlegung durch Europa nach Deutschland. Die Bundeswehr unterstützt sie dabei.
Die Allied Reaction Force der NATO übt die strategische Verlegung durch Europa nach Deutschland. Die Bundeswehr unterstützt sie dabei.
Steadfast Dart ist eine jährlich stattfindende Übung der NATO, in der die schnelle Verlegung und Versorgung der Allied Reaction Force (ARFAllied Reaction Force) durch Europa geübt wird. Die ARFAllied Reaction Force ist ein schnell verlegbarer Einsatzverband der NATO, der sich aus den Streitkräften mehrerer Mitgliedstaaten anlassbezogen zusammensetzt. Mit Aufstellung des NATO Force Models hatte die ARFAllied Reaction Force 2024 die bisherige schnelle Eingreiftruppe NATO Response Force (NRFNATO Response Force) abgelöst. Die im neuen Streitkräftemodell vorgesehenen bis zu 800.000 Soldatinnen und Soldaten können innerhalb von sechs Monaten im gesamten Operationsraum des NATO Supreme Headquarters Allied Powers Europe (SHAPESupreme Headquarters Allied Powers Europe) zum Einsatz kommen. 40.000 von ihnen gehören der ARFAllied Reaction Force an und sind bereits nach zehn Tagen einsatzbereit.
Bei Steadfast Dart 2026 werden im Übungszeitraum von Januar bis März die ARFAllied Reaction Force-Kräfte in ihren Heimatländern aktiviert und verlegen auf dem Seeweg, dem Landweg und dem Luftweg aus der Türkei, Italien und Spanien quer durch Europa und über seine Randmeere nach Deutschland. Das NATO Rapid Deployable Corps Italy stellt das Hauptquartier und übernimmt die operative Führung der ARFAllied Reaction Force in allen Dimensionen – nicht nur bei der aktuellen Übung, sondern in allen Einsatzszenarien.
Europaweit wird die Übung rund 10.000 Soldatinnen und Soldaten aus elf Nationen zusammenbringen, darunter aus Italien, Griechenland, Deutschland, Tschechien, Spanien, Litauen, Bulgarien und der Türkei, zusätzlich unterstützt von Frankreich, Belgien und Großbritannien.
An Steadfast Dart sind europaweit rund 10.000 Soldatinnen und Soldaten der NATO-Partner beteiligt. Rund 7.300 Soldatinnen und Soldaten verlegen nach Deutschland, das als Gastnation die ARFAllied Reaction Force unterstützt.
Bundeswehr/Astrid Höffling | Kartenbasis: © MapCreator/OpenStreetMapIn Deutschland sind rund 7.300 Soldatinnen und Soldaten der Land-, Luft und Seestreitkräfte sowie Spezialkräfte der NATO-Nationen Italien, Spanien, Türkei, Tschechien und Griechenland an der Übung beteiligt. Unter anderem wird die TCG „Anadolu“, das erste Schiff der türkischen Marine, das zu amphibischen Landungsoperationen befähigt ist, während der Übung in die Ostsee verlegen.
Aus deutscher Sicht ist Steadfast Dart 2026 ein wesentlicher Bestandteil des diesjährigen Übungsclusters Quadriga 2026, in dem Deutschland als Gastnation die ARFAllied Reaction Force-Kräfte umfassend unterstützt. Zudem üben mehr als 2.000 Soldatinnen und Soldaten des Deutschen Heeres und der Deutschen Marine bei Grand Quadriga und Northern Quadriga gemeinsam mit ARFAllied Reaction Force-Kräften sowohl an Land als auch auf See.
Die Besonderheit: Steadfast Dart liegt kein fiktives Übungsszenario zugrunde. Die Übung ist als Operation geplant und geführt – zur Erhöhung der eigenen Einsatzbereitschaft, als Fähigkeitsdemonstration zur Abschreckung potenzieller Aggressoren und zur Rückversicherung der NATO-Bündnispartner, dass Deutschland verlässlich und durchhaltefähig als Drehscheibe der NATO fungiert.
Steadfast Dart 2026 ist die zweite große Verlegeübung der ARFAllied Reaction Force. 2025 übten rund 10.000 Soldatinnen und Soldaten aus neun Nationen bereits eine Verlegung an die NATO-Südostflanke in die Staaten Rumänien, Bulgarien und Griechenland.
Bei Steadfast Dart 2025 übten die ARFAllied Reaction Force-Kräfte Landungsoperationen in Griechenland. Auch 2026 sind amphibische Landungen Übungsbestandteil.
Nato
Als Gastnation stellt Deutschland unter anderem Unterkünfte und Verpflegung für die Soldatinnen und Soldaten der Allied Reaction Force
Bundeswehr/Katharina WaierWegen seiner geografischen Lage dient Deutschland der NATO als zentrale Drehscheibe für Truppenverlegungen. Eine wesentliche Bündnisverpflichtung ist dabei der Host Nation Support. Nach NATO-Vorgaben müssen im Bündnisfall bis zu 800.000 Soldatinnen und Soldaten mit bis zu 200.000 Fahrzeugen innerhalb von sechs Monaten bei ihrem Aufenthalt in und Transit durch Deutschland versorgt werden.
Die Bundeswehr wird für die Soldatinnen und Soldaten der Allied Reaction Force Unterkünfte und Verpflegung bereitstellen. Weitere logistische Unterstützung, wie die Betankung von Fahr- und Flugzeugen und der Transport von Fahrzeugen und Containern, gehört ebenfalls zum Leistungsumfang. Insgesamt werden rund 1.500 Fahrzeuge – vom Lkw bis zur Panzerhaubitze – erwartet, Luftfahrzeuge und Schiffe nicht eingerechnet. Zudem stellt die Bundeswehr der übenden Truppe Lager- und Abstellflächen unter anderem für Waffensysteme und Munition sowie Instandhaltungskapazitäten zur Verfügung. Dazu gehört auch die Bewachung und Absicherung inklusive Drohnenabwehr.
Die Unterstützungsleistungen werden von der gesamten Bundeswehr – zivil und militärisch – erbracht. Operatives Führungskommando der Bundeswehr, die vier Teilstreitkräfte, Unterstützungsbereich und der Bereich IUDInfrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen mit den Bundeswehrdienstleistungszentren arbeiten hierbei eng zusammen. Auch zivile Unternehmen sind in die Unterstützung eingebunden.
Was wird bei Steadfast Dart 2026 geübt, wie ist die Bundeswehr beteiligt und was bedeutet die Übung für die Bürgerinnen und Bürger? Antworten auf diese und andere Fragen finden Sie hier:
Steadfast Dart ist eine NATO-Übung, bei der die Verlegung des schnellen Eingreifverbands Allied Reaction Force geübt wird. Im Fokus steht der schnelle Transport von Truppen, Waffensystemen und Versorgungsgütern durch ganz Europa.
Italien, Griechenland, Deutschland, Tschechien, Spanien, Litauen, Bulgarien und die Türkei sind an Steadfast Dart 2026 beteiligt, zusätzlich unterstützt von Frankreich, Belgien und Großbritannien. In Deutschland üben Soldatinnen und Soldaten aus Italien, Spanien, Tschechien, der Türkei und Griechenland. Deutschland unterstützt die Allied Reaction Force als Gastnation.
Die Verlegung findet durch ganz Europa statt. In Deutschland liegt der Schwerpunkt im Norden des Landes, mit den Häfen in Emden und Kiel als Hauptankunftspunkte. In Ostholstein findet eine amphibische Landungsübung statt, im Raum Munster eine Gefechtsübung. Truppenverlegungen und militärische Transporte betreffen im Schwerpunkt die Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.
Deutschland ist als NATO-Partner fest in die Übungsplanung der Allianz eingebunden. Die Bundeswehr beteiligt sich regelmäßig an multinationalen Übungen im gesamten NATO-Bündnisgebiet. Die Allied Reaction Force übt jedoch erstmals in Deutschland. Die Bundeswehr stellt für die übenden Kräfte Unterstützungsleistungen im Host Nation Support bereit.
Deutschlands Kernauftrag bei Steadfast Dart 2026 ist, den reibungslosen Betrieb der Drehscheibe Deutschland sicherzustellen. Aufgrund seiner zentralen geografischen Lage in Europa ist eine der wesentlichen Bündnisverpflichtungen Deutschlands in der NATO, im Bündnisfall bis zu 800.000 Soldatinnen und Soldaten mit bis zu 200.000 Fahrzeugen innerhalb von sechs Monaten bei ihrem Aufenthalt in und Transit durch Deutschland im Host Nation Support zu versorgen. Die Unterstützungsleistungen reichen von Unterkunft, Verpflegung und medizinischer Versorgung über Betankung, Instandhaltung und Bereitstellung sicherer Abstellflächen bis hin zur Konvoibegleitung, Bewachung und Absicherung.
Bei Steadfast Dart 2026 wird genau dieser Host Nation Support für die Allied Reaction Force abgerufen und von der Bundeswehr bereitgestellt. Zivile Bundeswehrangehörige sind daran ebenso beteiligt wie Soldatinnen und Soldaten aller Teilstreitkräfte. Das Operative Führungskommando der Bundeswehr koordiniert die Unterstützungsleistungen.
Die Übung ist defensiv ausgerichtet und dient ausschließlich der Abschreckung möglicher Aggressoren und dem Schutz des NATO-Bündnisgebiets.
Die Übung ist langfristig geplant und Bestandteil einer Übungsserie beziehungsweise regelmäßiger NATO-Ausbildungszyklen. Ihr liegt jedoch kein fiktives Szenario zugrunde, sondern die schnelle Verlegung der Allied Reaction Force wird so geübt, wie es bei einer unmittelbaren Bedrohung der NATO-Außengrenzen der Fall wäre.
Durch Truppenbewegungen kann es im Übungszeitraum in Norddeutschland zu Verkehrsbeeinträchtigungen kommen. Die Bevölkerung wird nach Möglichkeit rechtzeitig über den Verlauf von Militärkonvois informiert, sofern Gründe der militärischen Sicherheit nicht entgegenstehen.
Informationen zur Übung erhalten Sie auf bundeswehr.de, auf den Social-Media-Kanälen der Bundeswehr und beim Bürgertelefon der Bundeswehr.
Aus Gründen der militärischen Sicherheit können Besucherinnen und Besucher nicht zu den Übungsanteilen zugelassen werden.