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Steadfast Dart 2026

Feldjäger bringen Marschkolonnen ans Ziel

Steadfast Dart ist eine jährlich stattfindende Verlegeübung der NATONorth Atlantic Treaty Organization. Von Januar bis März 2026 werden Kräfte der Allied Reaction Force (ARFAllied Reaction Force) in ihren Heimatländern aktiviert und auf dem See-, Land- und Luftweg quer durch Europa nach Deutschland verlegt. Die Feldjäger der Bundeswehr sorgen mit dafür, dass das koordiniert wird und planmäßig verläuft.

Eine Soldatin mit gelber Warnweste steht vor einem Fahrzeug und hält ein Klemmbrett in der Hand.

Bundeswehr/Kai Axel Döpke

Die Feldjäger, also Militärpolizisten und -polizistinnen, gewährleisten, dass während der Übung die täglich rund 30 Kolonnen und Schwerlasttransporte sicher und schnell ans Ziel kommen. Dieses liegt in diesem Fall auf dem Truppenübungsplatz im niedersächsischen Bergen. Dort macht sich die Schnelle Eingreiftruppe der NATONorth Atlantic Treaty Organization bei Steadfast Dart für weitere Aufträge bereit.

„Wir bewegen uns in einem typischen Szenario der „Drehscheibe Deutschland“, erklärt Oberstleutnant Martin J., stellvertretender Kommandeur des Feldjägerregiments 2 aus Hilden. „Das bedeutet, Deutschland beziehungsweise die Bundeswehr ist für die durchfahrenden Truppenteile verantwortlich, solange sie sich auf deutschem Boden befinden.“ Bei der Übung Steadfast Dart 2026 reicht das Spektrum der Unterstützung vom Lotsen aus dem Hafen in Emden über die Begleitung der ARFAllied Reaction Force-Fahrzeuge durch den Verkehr bis hin zu deren Unterbringung und Versorgung auf dem Truppenübungsplatz Bergen.

Verkehrsleitnetz – die Spinne im Netz

Die Feldjäger betreiben bei Steadfast Dart ein Verkehrsleitnetz und sorgen mit ihm dafür, dass der Durchmarsch der alliierten Kräfte reibungslos vonstattengeht. Die Fäden dieses Netzwerks laufen im Gefechtsstand der Military Police Task Force, der sich in der Nähe von Bremen befindet, zusammen. Der Gefechtsstand ist eine Art Verkehrsleitzentrale. Oberleutnant Konstantin B. behält hier die Übersicht über die Truppenbewegungen, die rund um die Uhr stattfinden. „Die Schwerlasttransporte für die großen Gefechtsfahrzeuge, wie etwa Kampfpanzer, lassen wir nachts fahren. So schreibt es die Straßenverkehrsordnung vor. Die Konvois – jeweils etwa zehn bis 25 Fahrzeuge – starten im Abstand von jeweils einer Viertelstunde am Hafen in Emden“, erläutert B.

Die Herausforderung besteht im Wesentlichen darin, im Laufe einer Woche hunderte Militärfahrzeuge in den zivilen Verkehr zu integrieren und die ausländischen Soldaten und Soldatinnen durch den Verkehr zu leiten. Daher der Name „Verkehrsleitnetz“. Es dient unter anderem auch dazu, bei Bedarf auf den Marschverlauf einwirken und Kolonnen beispielsweise umleiten zu können. Befehle und Meldungen werden rasch an die marschierende Truppe weitergeleitet. Die Militärpolizistinnen und -polizisten kommunizieren dabei schnell und effizient untereinander, wodurch aktuelle Verkehrslagen schnell weitergemeldet und berücksichtigt werden können.

Eng vernetzt mit örtlichen Behörden

So einfach, wie das klingt, ist es jedoch nicht immer. Das schlechte Wetter Anfang Februar verhinderte die pünktliche Einfahrt der Fähren in den Emdener Hafen. „Der Zeitplan ist etwas durcheinandergeraten“, sagt Oberleutnant Konstantin B. im morgendlichen Briefing. Sein Team passt die Abfahrts- und Ankunftszeiten an, in Abstimmung mit dem Logistikzentrum der Bundeswehr und dem Operativen Führungskommando der Bundeswehr, welches für NATONorth Atlantic Treaty Organization-Übungen und Operationen zuständig ist. Auch die zivile Polizei und die Behörden werden informiert. „Gut möglich, dass man uns im Radio in den Verkehrsmeldungen erwähnt“, sagt der Offizier. Oberleutnant Steven W. meldet den nächsten Konvoi abmarschbereit. Er steht am Kai und koordiniert die Ausfahrt aus dem Hafengelände sowie die Begleitung der Fahrzeuge bis zur Autobahnauffahrt.

Gut geleitet durch Deutschlands Straßen

Mobile Feldjägerstreifen regeln auf dem Weg nach Bergen an Kreuzungen und Einmündungen den Verkehr, fahren vor und hinter der Kolonne mit Blaulicht, um andere Verkehrsteilnehmende zu warnen. Sie melden ihren Kameradinnen und Kameraden an vorher festgelegten Verkehrsleitpunkten und dem Gefechtsstand, dass der Marsch unterwegs ist. Erkennbar sind die Kolonnen durch Flaggen und können durch die Nummern der Marschkredite unterschieden werden, welche sichtbar an den Fahrzeugen angebracht sind. Die Militärpolizeikräfte an den Verkehrsleitpunkten stellen sicher, dass die Truppe die befohlenen Routen erkennt und einhält. In der Regel stehen die Feldjäger an wichtigen Knotenpunkten oder beispielsweise Gabelungen entlang der Autobahnen und Landstraßen. 

Pannenhilfe für Bündnispartner

Feldwebel Sophie E. und Obergefreiter Darlin D. besetzen einen dieser Verkehrsleitpunkte. Und zwar den letzten, den sogenannten Ablaufpunkt, bevor die Kolonnen den Sammelraum auf dem Übungsplatz erreichen. Auf der Frequenz der Feldjäger herrscht reger Funkverkehr. Eine Meldung: Ein türkischer Militär-Lkw mit Anhänger hat eine Panne. Die beiden Militärpolizistinnen schwingen sich in ihr Auto und fahren dem Liegengebliebenen entgegen. „Lage feststellen und die alliierten Kameraden möglichst über eine Ausweichroute zum Ablaufpunkt leiten“, erklärt Sophie E. ihren neuen Auftrag.

Die Havarie der Türken stellt sich als leichter Motorschaden heraus. Mit nur 30 Kilometern pro Stunde führen die beiden Soldatinnen sie über Nebenstraßen nach Bergen. Dort angekommen, integrieren sie das türkische Gespann wieder in den Einfahrtsprozess zum Truppenübungsplatz. Schon kommen weitere Kolonnen aus Emden an: Spanier, Italiener, Türken und Tschechen. Ein sichtbares Zeichen der engen multinationalen Zusammenarbeit.

Die Feldjäger der Bundeswehr leisten einen entscheidenden Beitrag zum reibungslosen Ablauf von Steadfast Dart und zur sicheren Truppenbewegung durch Deutschland. Und damit einen unverzichtbaren Anteil zum Host Nation Support, der Drehscheibe Deutschland und der Zusammenarbeit in einem möglichen Verteidigungsfall.

Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Übung

Was ist Host Nation Support?

Host Nation Support ist die Unterstützung ausländischer Streitkräfte in Deutschland. Wenn militärische Kräfte verbündeter Nationen Deutschland durchqueren, stellt die Bundesrepublik Deutschland als Gastgeberland (Host Nation) in Absprache mit den alliierten Truppen ein breites Spektrum an Leistungen bereit. Dazu zählen Verpflegung, Unterkünfte, Treibstoff, medizinische Versorgung und technische Unterstützung, aber auch Rechtsberatung und Bewachung. Diese Unterstützung der Truppen alliierter Nationen bei ihrem Aufenthalt und Transit durch die Bundesrepublik zählt zu den wesentlichen Bündnisverpflichtungen Deutschlands in der NATONorth Atlantic Treaty Organization. Sie ist der deutsche Beitrag zum Reinforcement und Sustainment Network des Nordatlantikpakts.

Host Nation Support

Was sind Feldjäger?

Als Feldjäger bezeichnet man die Militärpolizei der Bundeswehr.

Was ist ein Verkehrsleitnetz?

Es dient dazu, als „Spinne im Netz“ Märsche priorisiert an ihr Ziel zu bringen, Befehle und Meldungen der Truppe weiterzuleiten, sowie die Kolonnen durch Verkehrsregelung und Warnen des Zivilverkehrs zu unterstützen. Außerdem wird durch die Feldjägerstreifen ein aktuelles Verkehrslagebild gewonnen, wodurch schnell auf unerwartete Situationen im Straßenverkehr reagiert werden kann und Märsche umgeleitet werden können.

Was ist ein Marschkredit?
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