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Truppenübungsplatz Pabrade

„Kein Angriff ohne Schwung“

Anerkannte Missionen
Datum:
Ort:
Pabrade
Lesedauer:
3 MIN

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Die Schwarzenborner Jäger des Sicherungszuges der Versorgungskompanie bei eFPenhanced Forward Presence in Litauen befinden sich seit Tagen auf dem Truppenübungsplatz Pabrade, um den Kampf im urbanen Umfeld zu üben. Denn im infanteristischen Kampf gibt es immer mindestens drei Lösungsansätze: Funktioniert, kann funktionieren oder – funktioniert nicht.

Fünf Soldaten des Spengtrupps hocken in Deckung

Vor dem Sturm auf die Ortschaft geht der Sprengtrupp in Stellung

Bundeswehr/Patrick Klepping

Zerstörte Fahrzeuge, verlassene Gebäude und Reste verschossener Munition erinnern an vergangene Gefechte. So stellt sich das Übungsdorf den Soldatinnen und Soldaten des Sicherungszuges dar, das ihnen hier in Pabrade als realitätsnahe urbane Umgebung dient. Die Stimmung ist angespannt. Die Befehlsausgabe an die Gruppenführer ist erfolgt und jeder prüft noch einmal seine Ausrüstung. Die Gruppen beziehen ihre Ausgangsstellung und beobachten das Vorfeld. Da kommt der Befehl des Zugführers: “Angriff!“

Erste Station: Zugang schaffen

Das Feuer des Deckungstrupps setzt ein. Gleichzeitig bewegt sich der so gesicherte Sturmtrupp schnell der Gebäudelinie entlang. Jetzt kommt es auf den Soldaten mit dem Sprengrohr an. Er muss es unter die Stacheldrahtrolle schieben und diese damit sprengen, sodass der Zug ohne Verzögerung und Umwege die geöffnete Sperre durchstoßen kann. Nachdem er das Sprengrohr richtig unter die Drahtrolle geschoben hat, begibt er sich sofort in Deckung. Sekunden später – eine laute Detonation. Der Sprengtrupp meldet laut und deutlich „Sperre gangbar!“ Nun gibt es keine Zeit zu verlieren.

Raum für Raum und Ebene für Ebene

Der Sturmtrupp des Sicherungszugs verlässt seine Deckung und nähert sich rasch dem Gebäude. Die Einbruchstelle ist ein Fenster im Erdgeschoss. Zügig wird der erste Raum genommen. Feindfrei – keine Sprengfallen: „Raum gesichert!“, meldet der Soldat. Jetzt gilt äußerste Vorsicht und Teamarbeit, denn nun beginnt der Kampf von Raum zu Raum. Dies muss zügig, zielgerichtet und konzentriert geschehen. Beim Vorgehen im Gebäude können hinter jeder Ecke und in jedem Raum Gefahren lauern.

Sicherung unter erschwerten Bedingungen

Ein Soldat bricht mit einem Werkzeug eine Zugangstür auf

Ein Soldat bricht eine Zugangstür auf

Bundeswehr/Patrick Klepping

Ein weiterer Umstand erschwert das Vorgehen: Ein Großteil der Fenster wurde absichtlich mit alten Tüchern und Stoffresten verhangen. Dunkelheit und schwaches Licht erschweren nun das Einnehmen der Räume und Geschosse. Hinzu kommen provisorische Sperren: Zerstörte Möbel und Geröll versperren die Wege. Beim Kampf von Raum zu Raum sind besonders die Gruppenführer gefordert. Es kommt jetzt auf klare Befehle, Lagemeldungen, aber auch die Tätigkeiten der Einzelschützen an.

Gefahren lauern hinter jeder Ecke

In diesem Moment vernehmen die Soldaten laute Bewegungen im Keller. Schnell informiert der Gruppenführer seine Gruppe: „Achtung! Feind im Kellerabgang! Freikämpfen!“ Unverzüglich bewegen sich die Trupps zum Keller. Was die Jäger noch nicht wissen: Ein Gegner will sie in eine Sprengfalle locken. Aufgrund ihrer Nachtsichtgeräte sind die Jäger hier im Vorteil. Gerade rechtzeitig können sie die versteckte Ladung aufklären, die sonst Verluste verursacht hätte. Vorsichtig umgehen die Trupps den Sprengsatz. Die Jäger kämpfen sich nun weiter durch die Kellerräume, bis der Gegner besiegt ist. Da schallt es laut aus dem Funkgerät “Übungsende – Übungsende!“ 

Nach der Übung ist vor der Übung

Die Jäger sind sichtlich erschöpft. Sie haben alles gegeben und ernten das Lob ihres Kompaniechefs, Major Alexander P.: „Die eingespielten Lagen wurden sehr gut gemeistert. Besonders gefallen haben mir die Absprachen zwischen den Soldaten in den Trupps und in den Gruppen – so konnten sie die Räume zügig freikämpfen! Jeder konnte sich auf seinen Kameraden verlassen. Auf das, was sie heute geleistet haben, können alle stolz sein. Jeder war engagiert und ist bis zum Äußersten gegangen. Toll! Weiter so!“

von Patrick Klepping

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