Wo feste Querungen fehlen, ermöglicht die Faltfestbrücke die Beweglichkeit militärischer Kräfte und insbesondere die Nachschubversorgung im rückwärtigen Raum einer Division. Wie ein Falter, der seinen Kokon verlässt, wächst sie aus kompakten Transportmaßen zu voller Spannweite. Aus modularen Elementen entsteht in kurzer Zeit ein tragfähiger Übergang über Flüsse, Geländeeinschnitte oder zerstörte Infrastruktur. Je nach Konfiguration lassen sich Hindernisse von bis zu 40 Metern Länge überwinden. Die Kombination einzelner Segmente erlaubt abgestufte Spannweiten, beginnend ab 14 Metern.
Die Faltfestbrücke trägt Lasten bis zu 120 Tonnen. Das entspricht dem Gewicht von zwei Kampfpanzern Leopard 2. Zuerst überquert aber das Verlegefahrzeug eine neu errichtete Faltfestbrücke – als Belastungstest.
Bundeswehr/Jana NeumannDie Pioniere der Bundeswehr bringen die Brückenelemente auf geländegängigen LKW zur Einsatzstelle und bauen sie vor Ort zusammen. Ein Brückensatz umfasst drei Verlege- und sechs Transportfahrzeuge, auf denen die Arbeitsgeräte und die Brückenmodule transportiert werden. So können zeitgleich bis zu zwei Brückenbaustellen durch einen Brückensatz bedient werden.
Die etwa 4,40 Meter breite Fahrbahn ist so ausgelegt, dass sie auch schweren Gefechtsfahrzeugen standhält. Je nach Ausführung erreicht das System eine Tragfähigkeit bis zur militärischen Lastenklasse MLCMilitary Load Classification 70 (in Ausnahmefällen höher) und ermöglicht damit auch die Überfahrt des schwersten Gefechtsfahrzeugs der Bundeswehr: dem Leopard 2 Kampfpanzer. Im Ausnahmefall sind 140 Tonnen Last erlaubt: etwa, wenn ein Leopard 2 einen weiteren Leopard 2 zieht oder ein Kampfpanzer auf einem Schwerlasttransporter die Brücke überquert.
Der Aufbau der Faltfestbrücke erfolgt unter feldmäßigen Bedingungen nach eingespielten Abläufen. Die Segmente werden nacheinander angesetzt, ausgerichtet und zu einer durchgehenden Fahrbahn verbunden. Eine eingespielte Mannschaft benötigt zur Überbrückung von 40 Metern rund 90 Minuten. Als Unterstützungsbrückensystem ergänzt die Faltfestbrücke die weiteren Brückenmittel der Bundeswehr, beispielsweise die Gefechtsfeldbrücke Leguan.
Die Faltfestbrücke eignet sich zudem für den Einsatz in der Not- und Katastrophenhilfe, wie zum Beispiel 2021 nach Flutkatastrophe im Ahrtal. Dort hat sie sowohl Einwohnern als auch Rettungskräften wertvolle Dienste bei der Wiederherstellung der zerstörten Infrastruktur geleistet.
| Konfigurierbare Spannweiten | 14 m bis 40 m (modular kombinierbar) |
|---|---|
| Fahrbahnbreite | ca. 4,40 m |
| Tragfähigkeit (Kettenfahrzeuge) | 70 MLCMilitary Load Classification (in Ausnahmefällen höher) |
| Tragfähigkeit (Radfahrzeuge) | 35 MLCMilitary Load Classification (in Ausnahmefällen höher) |
| Aufbauzeit (40-m-Konfiguration) | ca. 90 Minuten (abhängig von Lage und Gelände) |
| Verlegeart | horizontal, segmentweise |
Zum Aufbau der Faltfestbrücke hebt der Kran die Brückensegmente von den bereitstehenden Transportfahrzeugen
Bundeswehr/Jana Neumann
Der Uferbalken ist das erste Element, das montiert wird. Auf ihm baut die gesamte Konstruktion auf.
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Bei einem Aufbau-Training der Faltfestbrücke hängt ein Brückenelement am Kran des Verlegefahrzeugs
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Die Fahrbahn wird auf den bereits montierten Brückensegmenten befestigt
Bundeswehr/Jana Neumann
Das Verlegefahrzeug passiert die komplett montierte, überprüfte und einsatzbereite Faltfestbrücke
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