Digitalfunk und Co.: Digitalisierung Landbasierte Operationen
Das Megaprojekt Digitalisierung Landbasierte Operationen ist eines der großen Zukunftsvorhaben der Bundeswehr.
Das Megaprojekt Digitalisierung Landbasierte Operationen ist eines der großen Zukunftsvorhaben der Bundeswehr.
Die Sicherheit Deutschlands und seiner Bündnispartner hängt heute nicht mehr nur von modernem Gerät und gut ausgebildeten Soldatinnen und Soldaten ab, sondern zunehmend auch von der Fähigkeit, Informationen schnell, sicher und verlässlich auszutauschen. Eine der Antworten auf diese Herausforderungen heißt Digitalisierung Landbasierte Operationen, kurz D-LBODigitalisierung landbasierter Operationen. Das Gefechtsfeld des 21. Jahrhunderts erfordert vernetzte Kommunikation, präzise Daten und schnelle Entscheidungen. Genau hier setzt das Rüstungsprogramm D-LBODigitalisierung landbasierter Operationen an.
Die Bundeswehr steht vor der Aufgabe, ihre Landstreitkräfte für ein Einsatzumfeld zu rüsten, das immer stärker von Digitalisierung, Datenvernetzung und Informationsgeschwindigkeit geprägt ist. Spätestens seit Beginn der russischen Vollinvasion in der Ukraine 2022 ist klar: Entscheidungen im Gefecht oder in der Kooperation mit NATONorth Atlantic Treaty Organization-Partnern müssen möglichst auf Echtzeitdaten beruhen. Nur wer die Lage schnell und umfassend erfasst, kann angemessen reagieren.
D-LBODigitalisierung landbasierter Operationen ist eine wesentliche Voraussetzung für die Landstreitkräfte der Bundeswehr, sich an Multi-Domain Operations beteiligen zu können. Über das Programm werden Soldatinnen und Soldaten, Fahrzeuge und Führungsebenen zu einem gemeinsamen digitalen System vernetzt. So können Informationen rasch geteilt, Entscheidungen datengestützt getroffen und letztlich Einsätze effizienter und effektiver geführt werden.
Bei Multi-Domain Operations (MDOMulti-Domain Operations (PDF, 3,7 MB)) werden Truppenteile über alle Teilstreitkräfte hinweg koordiniert und eingesetzt. Die Fähigkeiten, über Dimensionsgrenzen hinweg führen zu können und am besten in Echtzeit Entscheidungen treffen zu können, sind für die Bundeswehr essentiell. Künstliche Intelligenz (KIkünstliche Intelligenz künstliche Intelligenz) unterstützt hier nicht nur durch die Aufbereitung von Daten und Lagebildern, sondern wird zunehmend Grundlage in den Planungs- und Führungsprozessen.
Außerdem werden Potentiale von Software und ihrer Entwicklung durch die Anwendung des Prinzips Software Defined Defence (SDDSoftware Defined Defence) auch für D-LBODigitalisierung landbasierter Operationen nutzbar gemacht. SDDSoftware Defined Defence beschreibt als Leitprinzip die softwarefokussierte Entwicklung, Bereitstellung, Anpassung und Weiterentwicklung militärischer Fähigkeiten - weg von der reinen Fokussierung auf „starre“ Plattformen und Systeme hin zu einer softwarefokussierten Fähigkeitsentwicklung auf Basis offener, modularer Systemarchitekturen. D-LBODigitalisierung landbasierter Operationen fügt sich in diese Überlegungen und Arbeiten ein.
Die Hardware des Digitalisierungsprogramms ist ein skalierbares System, das auf den ersten Blick wie ein robustes Funkgerät mit zusätzlichen Anschlüssen für Monitore oder Tablets wirkt. Doch es bringt weitreichende Auswirkungen mit sich:
Das System muss in fast alle Waffensysteme, Unterstützungsfahrzeuge und Gefechtsstände integriert werden. Dabei darf die Funktionsfähigkeit anderer Komponenten nicht beeinträchtigt werden. Für die verschiedenen Fahrzeugtypen wird dies in einer sogenannten Musterintegration geprüft und ein Einbauplan für jeden einzelnen Fahrzeugtyp erarbeitet. Wie bei technischen Änderungen an einem Privatfahrzeug muss auch für diesen Schritt eine sogenannte „Genehmigung zur Nutzung“ durch das Beschaffungsamt der Bundeswehr (BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr) ausgestellt werden. Damit können dann alle Plattformen dieses Typs mit der D-LBODigitalisierung landbasierter Operationen-Ausstattung ausgerüstet werden. Diesen Schritt bezeichnet man als Serienintegration.
Schwerpunkt taktischer Datenaustausch: Digitale Lagebilder auf mobilen Endgeräten sind Bestandteil der vernetzten Kommunikation, die mit D-LBODigitalisierung landbasierter Operationen in allen landbasierten Systemen eingeführt wird (Symbolbild)
Bundeswehr/Falk BärwaldUm die Digitalisierung in der Truppe rasch voranzubringen, wird D-LBODigitalisierung landbasierter Operationen in zwei Ausstattungsstufen eingeführt:
Bei der Umsetzung von D-LBODigitalisierung landbasierter Operationen arbeitet die Bundeswehr eng mit der Rüstungsindustrie zusammen. Eine präzise Planung und die enge Abstimmung zwischen den Partnern sind für ein ambitioniertes Projekt dieses Umfangs enorm wichtig. Als erster Großverband der Landstreitkräfte soll bis Ende 2027 die 10. Panzerdivision der Bundeswehr digitalisiert werden. Sie ist als „Division 2025“ fest in die NATONorth Atlantic Treaty Organization -Verteidigungspläne eingebunden.
D-LBODigitalisierung landbasierter Operationen ist ein hochkomplexes Rüstungsprogramm, das nicht auf ein und dieselbe Art und Weise in alle Fahrzeuge eingebaut werden kann. Der Einbau zieht oftmals weitere technische Maßnahmen nach sich, zum Beispiel den Austausch von Kabeln, Steckern oder Antennen. Das braucht Zeit und die Fahrzeuge und Plattformen stehen während der Umrüstung vorübergehend nicht zur Verfügung.
Um die Einsatzbereitschaft während dieser Übergangsphase zu garantieren, setzt die Bundeswehr in dieser Zeit auf einen Mischbetrieb mit analogen und digitalisierten Fahrzeugen. Letztlich ist D-LBODigitalisierung landbasierter Operationen aber ein Schlüsselvorhaben, das die Kampfkraft der Landstreitkräfte signifikant steigert und einen essentiellen Beitrag zur Verteidigungs- und Zukunftsfähigkeit der Bundeswehr im NATONorth Atlantic Treaty Organization-Bündnis leistet.
Durch das Rüstungsprogramm D-LBODigitalisierung landbasierter Operationen werden die mobile Kommunikation und die Informationsverarbeitung der Landstreitkräfte der Bundeswehr modernisiert. Es geht nicht nur um den Austausch veralteter Funkgeräte durch neue digitale Funkgeräte, sondern um ein durchgängiges digitales Führungs- und Informationssystem für Landstreitkräfte. D-LBODigitalisierung landbasierter Operationen ist eine wesentliche Voraussetzung zur Teilhabe der Landstreitkräfte an sogenannten Multi-Domain Operations und somit Teil der Zukunftsfähigkeit der deutschen Landstreitkräfte. Vereinfacht erklärt, verbindet D-LBODigitalisierung landbasierter Operationen die einzelnen Soldatinnen und Soldaten, Fahrzeuge und Gefechtsstände digital miteinander. Das Ziel ist eine sichere, interoperable und robuste ITInformationstechnik-Infrastruktur, die die Landstreitkräfte in die Lage versetzt, auch in der Auseinandersetzung mit einem Gegner auf hohem technologischem Niveau erfolgreich bestehen zu können.
D-LBODigitalisierung landbasierter Operationen ist ein technisch, vertraglich, planerisch und logistisch äußerst komplexes Rüstungsprogramm. Darüber hinaus spielt der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle. In seiner Ausprägung ist es nur mit wenigen Projekten der Bundeswehr vergleichbar. Die Zusammenführung von Komponenten verschiedener Hersteller zu einem Gesamtsystem muss für eine fünfstellige Anzahl Fahrzeuge unterschiedlicher Typenkoordiniert werden. Die Einrüstung soll zudem parallel an verschiedenen Standorten bundesweit erfolgen, um Aufwand und Wegezeiten für die Truppe zu reduzieren – auch dies erfordert hohen Koordinierungsaufwand.
D-LBODigitalisierung landbasierter Operationen stellt einen Paradigmenwechsel für die Führungsfähigkeit auf dem Gefechtsfeld dar. Durch einen bruchfreien Kommunikationsverbund durch alle Hierarchieebenen bis zur höchsten taktischen Führungseinrichtung stehen relevante Informationen zum richtigen Zeitpunkt an der entscheidenden Position zur Verfügung. Gleichzeitig erhält die Bundeswehr das notwendige Schutzniveau für diese Informationen durch eine sichere Verschlüsselung des Funk- und Datenverkehrs. Der digitale Systemverbund kann zudem über Softwareanpassungen auch langfristig modern gehalten werden.
Durch die Datenkommunikation wird es zum Beispiel möglich, automatisiert die aktuelle Lage auf einer digitalen Karte zu sehen, Feuerkommandos digital zu übertragen oder auch per Chat und nicht nur per Sprachübertragung zu kommunizieren. Dadurch werden Entscheidungszyklen verkürzt und eine möglichst schnelle und effiziente Gefechtsführung ermöglicht.
D-LBODigitalisierung landbasierter Operationen wird in einer reduzierten Form in so gut wie alle Bestandsfahrzeuge des Heeres sowie in den Landsystemen der anderen Teilstreitkräfte (Marine, Luftwaffe, Cyber- und Informationsraum) und des Unterstützungsbereichs (Logistik, ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr, Feldjäger, Sanitätsdienst) eingerüstet. Alle neu zulaufenden Systeme werden die D-LBODigitalisierung landbasierter Operationen Vollausstattung erhalten. Ziel ist, dass bis Ende der 2030er-Jahre alle Fahrzeuge voll digitalisiert sind. Als erster Großverband wird die 10. Panzerdivision der Bundeswehr bis Ende 2027 digitalisiert.
Damit das Heer weiterhin einsatzbereit bleibt, werden die unterschiedlichen Systeme Schritt für Schritt umgerüstet. Das liegt auch am unterschiedlichen Zeitaufwand für die jeweilige Musterintegration. Nicht jeder Fahrzeugtyp kann gleich schnell mit dem neuen System ausgestattet werden. Da im Laufe des Projekts sowohl Alt-Fahrzeuge als auch umgerüstete D-LBODigitalisierung landbasierter Operationen-Fahrzeuge in den Verbänden parallel eingesetzt werden, wird es vorübergehend einen sogenannten Mischbetrieb geben.
Da nicht alle Fahrzeuge gleichzeitig umgerüstet werden können, wird auf einen vorübergehenden Mischbetrieb mit analogen und digitalisierten Fahrzeugen gesetzt. So wird die Einsatzbereitschaft der Landstreitkräfte auch während der Umrüstung sichergestellt. Dafür muss die Abwärtskompatibilität – also die Kommunikation der modernen mit den älteren Funkgeräten – sichergestellt werden. So sollen auch ältere Fahrzeuge nutzbar bleiben, bei denen beispielsweise aufgrund von physischen Begrenzungen eine Umrüstung nur bedingt umsetzbar ist.
D-LBODigitalisierung landbasierter Operationen bietet sichere Kommunikation: Landstreitkräfte sollen störungsfrei und abhörsicher kommunizieren und Daten austauschen können, auch unter schwierigen Einsatzbedingungen. Tests zeigen, dass die Funk-Emissionen des neuen Systems kaum aufklärbar sind. Auch sind D-LBODigitalisierung landbasierter Operationen-Systemkomponenten mit denen der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Verbündeten kompatibel. Das Ziel ist eine reibungslose und verzugsfreie Zusammenarbeit zwischen den Streitkräften aller NATONorth Atlantic Treaty Organization-Mitgliedstaaten.
Stand: 15. Dezember 2025