D-LBO: Bestandsaufnahme im Verteidigungsministerium
Verteidigungsminister Boris Pistorius bat zur Bestandsaufnahme beim Rüstungsprojekt zur Digitalisierung der Landstreitkräfte.
Abhörsicherer Funk, vernetzte Kommunikation mit NATO-Partnern, Echtzeit-Lagebilder für den Gefechtsstand: Mit der Digitalisierung Landbasierter Operationen (D-LBO) rüstet die Bundeswehr für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Die Einsatzprüfung des D-LBO-Systems läuft erfolgreich – auch wenn noch einige Herausforderungen zu bewältigen sind.
Klartext im Bendlerblock: Verteidigungsminister Boris Pistorius informierte über die aktuelle Lage bei der Digitalisierung Landbasierter Operationen (D-LBO). Zuvor hatte er sich mit Vertretern der beteiligten Unternehmen getroffen.
Christoph KassetteVerteidigungsminister Boris Pistorius hatte ins Verteidigungsministerium nach Berlin geladen, um über den Stand der Dinge bei D-LBO und über die bisherigen Ergebnisse der laufenden Einsatzprüfung auf dem Truppenübungsplatz Munster zu informieren. Dort wird das D-LBO-System seit rund fünf Wochen einer umfassenden Einsatzprüfung unterzogen. Geklärt werden soll die Frage, ob die digitale Technik unter realen taktischen Einsatzbedingungen mit einer Vielzahl vernetzter Systeme verlässlich ihre Arbeit macht – und ob das System so stabil läuft, dass es in wenigen Monaten von den ersten Heeresverbänden genutzt werden kann.
„Das D-LBO-System funktioniert.“
Pistorius hatte sich zuvor mit Vertretern der an D-LBO beteiligten Rüstungsunternehmen getroffen, um über den Verlauf der Einsatzprüfung und die nächsten Schritte des Rüstungsprojekts zu sprechen. Neben Pistorius nahmen auch Staatssekretär Jens Plötner, Generalinspekteur Carsten Breuer und Heeresinspekteur Christian Freuding an dem Treffen teil. Plötner und Breuer begleiten das Rüstungsprojekt persönlich, um es so schnell wie möglich zum Erfolg zu führen.
„Die Digitalisierung des Heeres kommt deutlich voran“, stellte der Verteidigungsminister im Anschluss an das Treffen im Bendlerblock fest. So sei die Musterintegration der verschiedenen Fahrzeugtypen weitgehend abgeschlossen, und auch bei der Serienintegration gehe es voran, so Pistorius. „Allerdings wurden noch nicht so viele Fahrzeuge von der Industrie umgerüstet, wie wir verabredet hatten.“ Es habe sich ausgezahlt, das Controlling im Beschaffungsamt nachzuschärfen und im Verteidigungsministerium ein Stabselement zur Koordinierung der Zusammenarbeit zwischen Truppe, Beschaffungsamt und Industrie einzurichten. „Die Maßnahmen haben ihre Wirkung erzielt“, sagte der Minister. Er wolle die verbliebenen Herausforderungen bei der Einführung von D-LBO zwar nicht kleinreden, schloss Pistorius: „Aber alle Verantwortlichen sagen: Wir sind auf dem besten Weg.“
Für das Mammutprojekt müssen mehr als zehntausend Militärfahrzeuge modernisiert werden. Mit der Umrüstung durch die Industrie wurde 2025 begonnen, aufgrund der Komplexität des Vorhabens traten jedoch bald technische Herausforderungen auf. Unter anderem wurde deswegen die Reihenfolge bei der Umrüstung von Gefechts- und Unterstützungsfahrzeugen angepasst. Zudem wird vorübergehend auf einen „Mischbetrieb“ aus bereits umgerüsteten Fahrzeugen und älteren Fahrzeugen gesetzt, die mittels spezieller Funkgeräte D-LBO-kompatibel gemacht werden. Diese Übergangszeit des „Mischbetriebs“ ist notwendig, bis die Verbände mit tausenden Fahrzeugen auf D-LBO umgerüstet sind.
Die Digitalisierung der Landstreitkräfte bedeutet für die Bundeswehr einen Technologiesprung von rund 40 Jahren. Sie ist eine absolute Notwendigkeit, um den Verpflichtungen Deutschlands gegenüber der NATO zu entsprechen. Ab dem 1. Januar 2027 soll die Panzergrenadierbrigade 37 als erster Großverband der Bundeswehr die digitale Technik nutzen. Ab dem 1. Juli 2027 soll die Panzerbrigade 45 Litauen folgen. Bis Ende 2027 soll schließlich die gesamte 10. Panzerdivision der Bundeswehr auf Digitalbetrieb umgestellt sein.
An diesem Zeitplan werde festgehalten, bekräftigte Pistorius im Bendlerblock. Die Industrie habe ihm heute erneut zugesichert, dass die bei der NATO als „Division 25“ geführte 10. Panzerdivision der Bundeswehr bis Ende 2027 mit der D-LBO-Technik ausgestattet werden kann, sagte der Verteidigungsminister.
von Redaktion der Bundeswehr