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Gedenken

Karfreitagsgefecht: Ein Tag, der vieles änderte

Afghanistan

Afghanistan, Karfreitag 2010: Drei deutsche Soldaten fallen bei der Ortschaft Isa Khel im Kampf gegen Aufständische, acht weitere Soldaten werden verwundet. Als „Karfreitagsgefecht“ gingen die Ereignisse in die Bundeswehrgeschichte ein – und veränderten nicht nur die Truppe.

Eine aus Stein errichtete Gedenkstätte, umgeben von hohen Bäumen.

Ihren im Afghanistaneinsatz gefallenen Kameraden gedenken die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr im Wald der Erinnerung in Potsdam. Der Ehrenhain aus dem Feldlager Kundus wurde im Oktober 2013 nach Deutschland überführt.

Bundeswehr/Jane Hannemann

Hauptgefreiter Martin Augustyniak, Stabsgefreiter Robert Hartert und Hauptfeldwebel Nils Bruns: Viele Bundeswehrangehörigen kennen die Namen der drei Fallschirmjäger aus Seedorf, die im Karfreitagsgefecht 2010 gefallen sind. Mehr als 1.000 Menschen nahmen vor zwölf Jahren an den Trauerfeierlichkeiten für die Gefallenen teil. Auch die damalige Kanzlerin Angela Merkel war gekommen, um den Toten die letzte Ehre zu erweisen.

Freiheit und Demokratie haben einen Preis

Der Tod der Fallschirmjäger war ein Schock. Für ihre Familien und Freunde, für ihre Kameraden und Vorgesetzten, vor allem aber für die deutsche Zivilgesellschaft. Den Bürgerinnen und Bürgern wurde klar vor Augen geführt, dass Freiheit und Demokratie einen Preis haben – und nur deshalb genossen werden können, weil mutige Männer und Frauen bereit sind, ihn zu zahlen.

Die Bundeswehr führte 2010 rund 120 Gefechte in Afghanistan. Was 2001 als Stabilisierungseinsatz begonnen hatte, geriet für die deutschen Soldatinnen und Soldaten immer mehr zum Kampfeinsatz. Zwei Wochen nach dem Karfreitagsgefecht starben weitere vier Soldaten der Bundeswehr: Hauptfeldwebel Marius Dubnicki, Stabsunteroffizier Josef Kronawitter und Major Jörn Radloff wurden von einer Sprengfalle getötet. Oberstabsarzt Thomas Broer fiel am gleichen Tag nur wenige Kilometer entfernt. Der Afghanistaneinsatz kostete insgesamt das Leben von 59 Bundeswehrsoldaten. 35 davon starben in Gefechten und Anschlägen.

Ereignisse prägen Bundeswehr und Gesellschaft

Das Andenken an das Gefecht von Isa Khel und seine Opfer ist heute ein fester Teil der Bundeswehridentität. Im Ehrenmal der Bundeswehr in Berlin und im Wald der Erinnerung in Potsdam sind auch ihre Namen verewigt. In Martin Augustyniaks Heimatstadt Bielefeld wurde ein Platz nach dem Hauptgefreiten benannt. Ihr Opfer ist eine Mahnung für die Lebenden: Die Bereitschaft, Demokratie und Rechtsstaat mit dem Leben zu verteidigen, gehört zum Selbstverständnis aller Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr.

Die Gefechte des Jahres 2010 veränderten auch die Bundeswehr. Einsatzveteranen kehrten verwundet an Körper und Seele aus Afghanistan zurück, verzweifelte Hinterbliebene wollten wissen, wie der Mann oder Partner gestorben war. Im Verteidigungsministerium wurde eine Anlaufstelle für Hinterbliebene eingerichtet, für Einsatzgeschädigte und ihre Angehörigen wurde der soziale Schutz verbessert. Eine weitere Folge des Gefechtsjahres 2010 war der Aufbau eines Psychotraumazentrums, um die gehäuft auftretenden posttraumatischen Belastungsstörungen von Einsatzveteranen zu behandeln.

Die Redaktion der Bundeswehr hat die erschütternden Ereignisse im April 2010 vor zwei Jahren anlässlich des zehnten Jahrestages des Gefechts von Isa Khel aufgearbeitet. Die Ergebnisse werden nun aus aktuellem Anlass erneut präsentiert.

von Timo Kather

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