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Ein Krankenhaus auf See - Vertragsschluss zum i-MERZMarine Einsatzrettungszentrum

Ein Krankenhaus auf See - Vertragsschluss zum i-MERZMarine Einsatzrettungszentrum

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Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr) rüstet die deutsche Marine mit einem neuen, integrierten Marine Einsatz­rettungs­zentrum (i-MERZMarine Einsatzrettungszentrum) auf dem Einsatzgruppenversorger (EGVEinsatzgruppenversorger) „Berlin“ aus. Mit der Vertragsunterzeichnung am 30. März 2023 durch die Vizepräsidentin des BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr Annette Lehnigk-Emden und den Geschäfts­führer der German Naval Yard Kiel GmbHGesellschaft mit beschränkter Haftung, Rino Brugge, ist der „Startschuss“ gefallen.

Luftaufnahme vom Einsatzgruppenversorger Berlin

EGVEinsatzgruppenversorger "Berlin" auf See noch mit dem "alten" Marine Einsatzrettungszentrum (MERZMarine Einsatzrettungszentrum) in Containerbauweise

Bundeswehr/Julia Kelm

Der Bau des Rettungszentrums

Bisher erfolgte die medizinische Versorgung in einem MERZMarine Einsatzrettungszentrum in reiner Containerbauweise. Doch das neue, integrierte Marine Einsatzrettungszentrum gewährleistet eine wesentlich bessere medizinische Versorgung und löst so das bisherige System ab.

Mit Vertragsschluss werden die Arbeiten am Bau des i-MERZMarine Einsatzrettungszentrum unmittelbar beginnen. Nach etwa einem Jahr Bauzeit an Land ist ab April 2024 der Aufbau des i-MERZMarine Einsatzrettungszentrum an Bord des EGVEinsatzgruppenversorger „Berlin“ geplant. Der EGVEinsatzgruppenversorger „Berlin“ befindet sich ohnehin in der planmäßigen Instandsetzung, sodass die Integration des Einsatzrettungszentrum zu keiner Verlängerung der Werftliegezeit führen wird.

Dieser zweite Teil des Projekts wird etwa zwei bis drei Monate dauern. Die Integration endet mit dem Anschluss an das Bordversorgungsnetz, bei der das i-MERZMarine Einsatzrettungszentrum fester Bestandteil des Schiffes wird. Danach kann der EGVEinsatzgruppenversorger „Berlin“ inklusive i-MERZMarine Einsatzrettungszentrum und nach Abschluss der Instandsetzung wieder in See stechen.

Ein Krankenhaus auf hoher See

Für unsere Soldatinnen und Soldaten auf See sichert das i-MERZMarine Einsatzrettungszentrum die umfassende unfallchirurgische und intensivmedizinische Erstversorgung.

Um diese Versorgung gewährleiten zu können, werden unter anderem zwei Operationsräume, ein Röntgenraum, eine Zahnmedizinische Abteilung, verschiedene Labore und Medizintechnik auf neuestem Stand verbaut.

Wie in einer medizinischen Institution an Land gehen von einem Flur die einzelnen Bereiche ab. In der Etage darunter befinden sich die Patientenbetten.

Neben den Räumlichkeiten selbst sind auch die Einrichtung der einzelnen Räume und die dazugehörigen Geräte entscheidend. Auf einem Schiff ist der Faktor Platz von großer Bedeutung. So gehören zum Beispiel Anästhesiegeräte in einer raumsparenden Ausführung zum Inventar der Operationsräume. 

Ein Operationsraum des EGV „Frankfurt am Main“ von innen

Ein Operationsraum des EGVEinsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“ von innen: Medizinische Eingriffe auf hoher See sind so möglich

Bundeswehr/Leon Rodewald

Fachgerecht können mit dieser Ausstattung an Bord bereits die Schwere der Verletzung oder Erkrankungen beurteilt und die Behandlung eingeleitet werden. Das i-MERZMarine Einsatzrettungszentrum ist damit voll funktionsfähig. Eben fast wie ein richtiges Krankenhaus auf hoher See.

Die EGVEinsatzgruppenversorger-Flotte sichert die Versorgung im Einsatz ab

Nach der erfolgreichen Ausstattung des EGVEinsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“ mit einem i-MERZMarine Einsatzrettungszentrum ist der EGVEinsatzgruppenversorger „Berlin“ jetzt das zweite Schiff der Flotte, das mit dem integrierten Marine Einsatzrettungszentrum modernste Medizintechnik für die Truppe vor Ort erhält.

Die EGVEinsatzgruppenversorger sind mit über 20.000 Tonnen Verdrängung je Schiff die größten Einheiten der Deutschen Marine. Sie stellen nicht nur die medizinische Versorgung der Einsatzverbände auf See sicher, sondern versorgen diese auch mit Kraftstoff, Verpflegung, Material und Munition.

von Gunther Brückner