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Cyber- und Informationsraum
Aufklärungssatelliten

SARah – ein enormer Gewinn für die Aufklärung

SARah – ein enormer Gewinn für die Aufklärung

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Satelliten spielen eine große Rolle für Deutschlands Sicherheit. Die Aufklärungssatelliten der Bundeswehr liefern als „Augen im Weltraum“ Bilder von der Erde – auch dann, wenn es draußen dunkel ist oder dichte Wolken den Himmel bedecken. Genau hier setzt das Aufklärungssystem SARah an, das nach und nach das ältere System SAR-Lupe ablöst.

Grafik eines Satellitensystems im Weltraum.

SARah: Die Radartechnologie zur abbildenden Aufklärung hat gegenüber optischen Satelliten den Vorteil, dass sie tageszeit- und wetterunabhängig aufklären kann

OHB System AG

Was bedeutet „SAR“?

SARah ist ein bildgebendes Radarsatellitensystem, das weltweit hochaufgelöste Bilddaten gewinnt. „SAR“ steht für Synthetic Aperture Radar (Radar mit synthetischer Apertur oder Öffnungsweite). Anders als bei einem optischen System benötigt diese Aufnahmetechnologie keine Lichtquelle wie die Sonne. Es sendet Radioimpulse aus, empfängt die Echos von der Erdoberfläche und berechnet daraus ein sogenanntes SAR-Bild. Der große Vorteil: Wolken, Rauch oder Dunkelheit über dem Zielgebiet spielen keine Rolle. Wo optische Satelliten nur bei wolkenfreiem Himmel und Tageslicht zuverlässige Bilder liefern, kann ein SAR-Satellit unabhängig von der Tageszeit und bei nahezu jeder Wetterlage über einem Interessensgebiet Bildinformationen gewinnen.

Die neue Generation: Was SARah besonders macht

Das System SARah besteht aus insgesamt drei Satelliten. Einer davon nutzt ein modernes Phased-Array-RadarEin Phased-Array-Radar ist ein modernes Radarsystem, das mehrere Elemente einer speziellen Antenne nutzt, um den Radarstrahl elektronisch zu schwenken, ohne die Antenne selbst mechanisch bewegen zu müssen. Durch Phasenverschiebungen in den einzelnen Elementen wird der Strahl extrem schnell und präzise gesteuert, was zu hoher Flexibilität, schneller Zielverfolgung und hoher Zuverlässigkeit führt.. Vereinfacht gesagt handelt es sich um eine große, elektronische Antenne, deren Strahl sich in unterschiedliche Richtungen „ausrichten“ lässt, ganz ohne mechanische Drehbewegung. Dadurch kann der Satellit schnell von einem Zielgebiet zum nächsten wechseln. Die beiden anderen Satelliten verwenden eine Reflektortechnik, die auf den Erfahrungen mit dem bislang durch die Bundeswehr genutzten Satellitensystem SAR-Lupe aufbaut, aber leistungsfähiger geworden ist. Ergänzt werden die Satelliten durch weltweit verteilte Bodenstationen, die die Datenanbindung zu den Satelliten sicherstellen, sowie durch Rechenzentrenkapazitäten in Deutschland, in denen die Daten zu Bildern prozessiert, gespeichert und für die Auswertung aufbereitet werden.

„Objekte am Boden können durch die Ablösung von SAR-Lupe durch SARah noch besser verifiziert und identifiziert werden. Darüber hinaus sind Bildinformationen deutlich schneller verfügbar. Damit besitzen wir ein hochmodernes System, das die Fähigkeit der ‚Weltweiten Abbildenden Aufklärung‘ in der SAR-Line weiter sicherstellt. Gleichzeitig wird die Führungsrolle Deutschlands in der SAR-Technologie im internationalen Vergleich weiter ausgebaut“, erklärt Oberstleutnant F., der für das Projekt „Radarsatellitensystem zur Weltweiten Abbildenden Aufklärung SARah“ verantwortlich ist.

Wofür nutzt die Bundeswehr SARah?

Ein Beispiel sind Krisenregionen, in denen sich die Lage schnell ändern kann. Satellitenaufnahmen helfen, Truppenbewegungen, neue Stellungen, Flugplätze oder Hafenanlagen im Blick zu behalten. Auch für eigene Einsätze im Ausland sind solche Informationen wichtig: Sie unterstützen die Planung von Marschrouten, die Beurteilung von Gefahren und die Absicherung von Standorten. Darüber hinaus können die Daten in bestimmten Situationen auch zivilen Zwecken dienen, etwa beim Überblick über Überschwemmungsgebiete oder großflächige Schäden nach Naturkatastrophen.

Aus Zahlen werden Bilder

Außenansicht einer Satellitenantenne.

Am Boden werden die Daten verarbeitet und ausgewertet

Bundeswehr/Kevin Schrief

Die Satelliten senden ihre Aufklärungsergebnisse über Bodenstationen an die in Deutschland verorteten Rechenzentren. Diese Rohdaten werden anschließend vor Ort aufbereitet. Aus reinen Zahlenkolonnen entstehen mittels systemeigener SAR-Prozessoren Rohbilder. Diese können durch Bundeswehrpersonal ausgewertet werden. Die Erkenntnisse fließen beispielsweise in das Lagebild „Militärisches Nachrichtenwesen“ ein und werden durch weitere Aufklärungsergebnisse ergänzt. Das ist wichtig, denn das militärische Ziel, Wirkung zu entfalten und Informationsüberlegenheit zu gewinnen, ist nur mit Hilfe eines vollständigen und ständig aktuellen Lagebildes möglich. Die Nutzung des Weltraums für die Domänen Aufklärung und Führung ist somit eine wesentliche Voraussetzung für den gezielten Einsatz moderner Streitkräfte.

Portraitfoto eines Soldaten. Generalmajor Armin Fleischmann, Beauftragter für den Weltraum der Teilstreitkraft CIR Bundeswehr/Stefan Uj
„Nachdem bereits seit Ende 2023 der erste von insgesamt drei SARah-Satelliten höchst zuverlässig seinen Dienst versieht und hervorragende Ergebnisse liefert, wird das System SARah Ende 2026 durch die beiden weiteren SARah-Satelliten seine volle Leistungsfähigkeit entfalten.“

Mehr Unabhängigkeit – und große Verantwortung

Mit SARah steigt die Unabhängigkeit Deutschlands in der strategischen Aufklärung. Zwar bleibt die Bundeswehr in der Praxis eng mit Partnern vernetzt, etwa in der NATO. Eigene, verlässliche Informationsquellen sind aber gerade in einer unberechenbaren Sicherheitslage umso wichtiger. Sie ermöglichen es der Bundesregierung, sich ein Bild von militärischen Entwicklungen in der Welt zu machen – im wahrsten Sinne des Wortes. Das Projekt SARah zeigt, wie sehr sich Weltraum und Sicherheitspolitik inzwischen durchdringen. Informationen, Geschwindigkeit und Verlässlichkeit sind heute mindestens so wichtig wie Panzer und Flugzeuge. Zum Alltag gehört heute, dass deutsche Soldatinnen und Soldaten sowie politische Entscheidungsträger sich auf Daten aus dem All verlassen können. Die „Augen im All“ werden Deutschland dabei helfen, in dieser Welt den Überblick zu behalten.

Die Bundeswehr im Weltraum: Status quo und Ausblick

Die drei SARah-Satelliten ergänzen beziehungsweise ersetzen perspektivisch das Aufklärungssystem SAR-Lupe, das seit 2007 seinen Dienst im Weltall verrichtet. Genau wie bei SAR-Lupe sollen auch die drei SARah-Satelliten für mindestens zehn Jahre den operativen Betrieb sicherstellen.

02.08.2012Startpunkt für die Beschaffung des Systems SARah war die Zeichnung der „Abschließenden funktionalen Forderung/Realisierungsgenehmigung“ durch den damaligen Generalinspekteur der Bundeswehr.
18.06.2022Der erste von insgesamt drei Satelliten aus dem SARah-Satelliten-Programm wurde von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien/USA ins Weltall befördert.
24.12.2023Die letzten beiden von insgesamt drei SARah-Satelliten sind von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien/USA ins All gestartet. Diese beiden Reflektor-Satelliten vervollständigen das Aufklärungssystem SARah.
4. Quartal 2026Volle Einsatzfähigkeit der SARah-Satelliten
von Martina Pump  E-Mail schreiben

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