Heer
Besuch der Ministerin

„Panzergrenadiere stehen mit Marder für NATO bereit“

„Panzergrenadiere stehen mit Marder für NATO bereit“

Datum:
Ort:
Marienberg
Lesedauer:
4 MIN

Bundesministerin der Verteidigung Christine Lambrecht hat am 12. Januar Soldatinnen und Soldaten der Very High Readiness Joint Task Force (VJTFVery High Readiness Joint Task Force ) besucht. Im sächsischen Marienberg spricht sie mit den Panzergrenadieren, die im Ernstfall als Teil der Speerspitze der NATO ganz vorn eingesetzt werden. 

Neben einem mit zweigen bedeckten Schützenpanzer hocken zwei Soldaten mit der Waffe in der Hand.

Der Schützenpanzer Marder: Durchschlagskräftig und eingespielt, dank MELLSMehrrollenfähiges Leichtes Lenkflugkörper-System und seiner Grenadiere

Bundeswehr/Mario Bähr

Die kampfstarken Soldatinnen und Soldaten des Panzergrenadierbataillons 371 aus dem Erzgebirge gehören zur NATO-Eingreiftruppe. Seit Anfang 2022 ist die übergeordnete Panzergrenadierbrigade 37 „Freistaat Sachsen“ Leitverband für die Landstreitkräfte der NATO Response Force (NRFNATO Response Force). Diese Verpflichtung besteht für die Jahre 2022 bis 2024. In diesem Jahr haben sie einen besonders verantwortungsvollen Auftrag. Im sogenannten VJTFVery High Readiness Joint Task Force -Jahr gilt für die Truppe eine besonders kurze Reaktionszeit, um im Fall einer Alarmierung als erste Kräfte schnell und schlagkräftig einschreiten zu können. Der VJTFVery High Readiness Joint Task Force -Kampfverband, der auch als Speerspitze bekannt ist, umfasst bis zu 11.500 Soldatinnen und Soldaten aus neun NATO-Staaten. Sie alle sind in der Lage, innerhalb weniger Tage an jedem Einsatzort der Welt zu agieren. Mit rund 8.000 deutschen Kameradinnen und Kameraden leistet die Bundeswehr einen essenziellen Beitrag für den Schutz des Bündnisses.

Durchschlagskräftig und eingespielt

Die Ministerin will einen authentischen Eindruck von der Einsatzbereitschaft des Verbandes für die VJTFVery High Readiness Joint Task Force -Land 2023 erhalten. Bei ihrem Truppenbesuch in Marienberg ist ihr daher vor allem das persönliche Gespräch mit den Soldatinnen und Soldaten wichtig. Aufgrund des temporären Ausfalls mehrerer Schützenpanzer Puma während eines Aufenthalts von Teilen der VJTFVery High Readiness Joint Task Force im Schießübungszentrum haben die Marienberger deren Aufgaben kurzfristig übernommen. Daher hat sich die Verteidigungsministerin ganz bewusst für einen Besuch im Erzgebirge entschlossen. Dabei wird deutlich: Die vielen Soldatinnen und Soldaten nutzen die Chance, sich mit Lambrecht intensiv auszutauschen. Die Panzergrenadiere des Panzergrenadierbataillons 371 aus Marienberg sind mit dem bewährten und verbesserten Schützenpanzer Marder ausgestattet, haben kürzlich neue Kampfbekleidung und -ausrüstung erhalten und unterstützen temporär innerhalb des Gefechtsverbandes. „Es war mir heute eine große Freude, mit den Soldatinnen und Soldaten sprechen zu können, die genau diese Aufgabe erfüllen“, bedankt sich die Ministerin bei der Truppe. Oberstleutnant Thomas Spranger ist der Kommandeur des Bataillons. Er stellt ihr die aktuelle Lage im Verband vor: „Die Marienberger Jäger sind für den Auftrag gut ausgestattet und vorbereitet.“ 

Die Liste der Einsatzorte der Kampftruppe aus dem Erzgebirge ist lang: Kosovo, Bosnien-Herzegowina Anfang 2000, dann 2002 und 2013 erneut Katastrophenhilfe in Deutschland bei der Flut. Es folgen Kundus, Kabul und Faisabad – Orte, an denen sich die Marienberger im Rahmen des Afghanistaneinsatzes bewährt haben. Zuletzt waren sie in 2020 Teil der NATO-Mission enhanced Forward Presence in Litauen. Mit NRFNATO Response Force geht das NATO-Engagement weiter. Interessant ist, dass die sächsischen Grenadiere bereits VJTFVery High Readiness Joint Task Force -Erfahrung vorweisen. Sie gehörten 2015 zur ersten Rotation, die diesen verantwortungsvollen Auftrag gemeistert haben. 

Der Marder kann beißen

Ein mit grünen Ästen getarnter Panzer fährt auf einer Straße zwischen Hallen.

Der Schützenpanzer Marder ist das bewährte Hauptwaffensystem der Soldatinnen und Soldaten vom Panzergrenadierbataillon 371

Bundeswehr/Mario Bähr

Das Panzergrenadierbataillon 371 stellt über 400 Soldatinnen und Soldaten für den NRFNATO Response Force-Auftrag. Zum Einsatz kommen dabei hauptsächlich zwei Panzergrenadierkompanien, genauer Kampfkompanien, und weitere Unterstützungskräfte. In einer Präsentation will die Truppe der Verteidigungsministerin vermitteln, wie Panzergrenadiere auf dem Gefechtsfeld kämpfen und wie leistungsfähig dabei ihre Ausstattung, vom Schützenpanzer bis hin zur Handfeuerwaffe, ist. 

Der wendige Schützenpanzer Marder ist das bewährte Hauptwaffensystem der Marienberger Grenadiere. Er wurde immer wieder modernisiert. So wurde die Kampftauglichkeit bei Tag und Nacht durch ein modernes Wärmebild-Ziel- und Beobachtungsgerät verbessert. Zudem wurde die Panzerabwehrfähigkeit der Grenadiere durch das Lenkflugkörpersystem MELLSMehrrollenfähiges Leichtes Lenkflugkörper-System erhöht. Damit ausgestattet, sind die Soldaten in der Lage, feindliche Kampfpanzer und andere gepanzerte Ziele auf eine Entfernung von bis zu 4.000 Metern zu bekämpfen. Die Tandemhohlladung des glasfasergelenkten Lenkflugkörpers kann alle bekannten Panzerungen durchschlagen. Auch das System MELLSMehrrollenfähiges Leichtes Lenkflugkörper-System ist sowohl am Tag als auch in der Nacht einsetzbar. Es kann durch die Besatzung flexibel vom Fahrzeug aus sowie im abgesessenen Kampf eingesetzt werden. 
Oberstabsgefreiter R. ist Richtschütze auf dem Marder. Seit 2017 gehört er zur Besatzung und nimmt durch die Zieloptik den Feind ins Visier. Bei der Arbeit im tonnenschweren Fahrzeug ist für ihn vor allem eines wichtig: „Wir sind ein gut eingespieltes Team. Auf die vielen Übungen gehen wir immer mit der gleichen Besatzung. Wir brauchen teilweise nicht mehr viel sprechen und kennen die Abläufe sehr gut.“ 

Aufgaben der Marienberger Grenadiere

Auch im aktuellen VJTFVery High Readiness Joint Task Force -Jahr müssen die Panzergrenadiere in verschiedenen Übungen ihre ständige Einsatzbereitschaft beweisen. Dazu zählen realistische Alarmierungsübungen, um die Reaktionsfähigkeit zu testen. Darüber hinaus ist das Bataillon als fester Bestandteil der NRFNATO Response Force-Truppe bis 2024 verpflichtend gebunden, zuletzt in der sogenannten Stand-down-Phase, einer Art Übergangszeit, gemeinsam mit der folgenden Rotation, die den fordernden Auftrag künftig übernimmt. Mit dem Rotationsprinzip auf Grundlage eines Rotationsplans wird innerhalb der NATO erreicht, dass jedes Jahr eine neue Brigade ertüchtigt wird, um als Leitverband die Landanteile der VJTFVery High Readiness Joint Task Force zu führen.

von Peter Müller

Das Panzergrenadierbataillon 371 stellt sich vor

Die Verteidigungsministerin auf Truppenbesuch

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Die Panzergrenadiere aus Marienberg zeigen ihr Können
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