Heer

Deutsches Heer ehrt auf Ehrenbreitstein Gefallene

Deutsches Heer ehrt auf Ehrenbreitstein Gefallene

  • Gedenken
  • Heer
Datum:
Ort:
Koblenz
Lesedauer:
3 MIN

Es ist die zentrale Gedenkfeier aller Heeressoldaten der Bundeswehr. Am Ehrenmal des Deutschen Heeres auf der Festung Ehrenbreitstein, hoch über der Stadt Koblenz, gedenkt das Heer am 21. November 2019 der Opfer von Krieg, Verfolgung und Gewaltherrschaft, der Toten beider Weltkriege sowie ihrer im Einsatz und in der Ausübung ihres Dienstes gefallenen und ums Leben gekommenen Soldatinnen und Soldaten.

Ein General steht vor dem weißen Ehrenmal, zwei Soldaten legen einen großen Blumenkranz nieder.

Generalleutnant Jörg Vollmer, Inspekteur des Heeres, legt einen Kranz am Ehrenmal des Heeres in Gedenken an gefallene Soldaten nieder.

Bundeswehr/Wolf Wüllner

Die Feierstunde findet traditionell nach dem Volkstrauertag statt. Es ist ein würdiges Gedenken, mit dem das Heer traditionell seine Gefallenen ehrt. Die Veranstaltung wird regelmäßig durch die eigene Truppe geplant und umgesetzt. So tragen die Soldaten der Division Schnelle Kräfte auch dieses Jahr die Verantwortung, den Gästen eine würdevolle Veranstaltung und die Möglichkeit zu bieten, gemeinsam zu trauern, sich zu informieren und auszutauschen. Neben den militärischen Gästen aus allen Bereichen der Bundeswehr besuchen jedes Jahr auch ehemalige Soldatinnen und Soldaten aber auch Angehörige befreundeter Armeen die Veranstaltung, darunter ehemalige Generale und Heereschefs sowie hochrangige Vertreter alliierter Streitkräfte. So wurde in diesem Jahr zum ersten Mal ein Ehrenkranz durch die ungarische Delegation gestiftet.

Arbeit am Frieden

: Eine Frau in einem schwarzen Mantel spricht an einem Rednerpult. Hinter ihr stehen Soldaten mit roten Baretten.

Barbara Stamm, die ehemalige Präsidentin des Bayerischen Landtages, erinnert in ihrer Rede an die traumatisierten und verletzten Menschen, die Kriege immer hinterlassen.

Bundeswehr/Wolf Wüllner

Auch Gäste aus Politik und Gesellschaft besuchen die Veranstaltung. Die Gedenkansprache hält die ehemalige Präsidentin des Bayerischen Landtages, Barbara Stamm: „Wir machen bei Gedenkfeiern stets aufs Neue deutlich, dass Krieg immer Opfer hervorbringt - traumatisierte, verletzte Menschen an deren Seelen die Ereignisse des Krieges tiefe Spuren hinterlassen. Dies war damals so und dies ist auch heute so, bei jedem Krieg. Deswegen ist für uns eine Gedenkfeier wie die heutige, immer auch Mahnung und Verpflichtung. Und sie ist immer Arbeit am Frieden.“

Die Gedenkfeier ist eine gemeinsame Veranstaltung des Inspekteurs des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, und des Präsidenten des Kuratoriums Ehrenmal des Deutschen Heeres e. V.eingetragener Verein, Generalleutnant außer Dienst Reinhard Kammerer. Die Ehrenformation setzt sich aus Abordnungen der Verbände und Dienststellen des Heeres zusammen.

Rede des Inspekteurs

Ein General spricht am Rednerpult, neben ihm Aufsteller mit Blumenkränzen. Hinter ihm stehen Soldaten mit roten Baretten.

Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, würdigt die Selbstlosigkeit gefallener Soldaten in Einsätzen.

Bundeswehr/Wolf Wüllner

Im Beisein der internationalen Gäste betonte der Inspekteur den Wert des gemeinsamen Gedenkens mit anderen Nationen: „Wir trauern um die Soldatinnen und Soldaten, der Bundeswehr, die in den Einsätzen oder beim Dienst in der Einheit ihr Leben verloren haben, auch um die befreundeter Nationen. Ihr Opfer für eine friedliche und gerechte Welt ist uns Mahnung und Auftrag zugleich, denn ihr selbstloser Einsatz darf nicht umsonst gewesen sein. Gedenkstätten, wie das Ehrenmal des Heeres, sie sind nicht nur Orte der Trauer und der Erinnerung. Sie mahnen uns auch an unsere Verantwortung für Frieden, Recht und Freiheit. Diese Verantwortung tragen wir alle gemeinsam.“

Militärdekane halten Andacht

Der Katholische Militärdekan, Michael Kühn und der Evangelische Militärdekan Roger Mielke blicken mit ihrer Andacht gemeinsam besonders auf das fast vergangene Jahr zurück und erinnern mit ihren Worten vor erhobenem Publikum: „Wir trauern um die Bundeswehrsoldaten und andere Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren. Wir trauern um alle Kameradinnen und Kameraden, die dieses Jahr verstorben sind. Wir trauern mit den Familien und mit all jenen, die Leid tragen und tragen ihren Schmerz.“

Ehrenmal in der Festungsmauer

Zwei Soldaten stehen links und rechts des weißen Ehrenmals. Innen stehen sechs große Blumenkränze auf Metallgestellen.

Das Ehrenmal des Deutschen Heeres wurde in die Festungsmauer von Ehrenbreitstein eingelassen.

Bundeswehr/Wolf Wüllner

Das Ehrenmal des Deutschen Heeres wurde von Hans Wimmer zur Erinnerung an die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs in die verwitterten Festungsmauern von Ehrenbreitstein eingebaut und am 29. Oktober 1972 eingeweiht. Seither ist das Ehrenmal in der Obhut des Heeres, das jährlich anlässlich des Volkstrauertags an diesem zentralen Ort nach festem Zeremoniell seiner Toten gedenkt. Das Mal befindet sich im Hauptgraben der Festung Ehrenbreitstein. Zur Errichtung wurde die Festungsmauer, auch Ravelin genannt, aufgebrochen und Sandstein in vier Meter Breite und zwei Meter Höhe entnommen. Hierin befindet sich eine in Weiß gehaltene Gedenkstätte, im Inneren eine dunkle, liegende Steinfigur – ein junger Soldat mit einem Stahlhelm.

Widmung erweitert

Soldaten sind an einer Festungsmauer angetreten und präsentieren ihre Gewehre. Zwei Soldaten tragen einen Trauerkranz.

Soldaten verschiedener Verbände gestalten die Gedenkfeier am Ehrenmal.

Bundeswehr/Wolf Wüllner

Das Ehrenmal wurde immer wieder umgestaltet und seine Widmung erweitert. So wurde später das Eiserne Kreuz neu eingearbeitet und die Inschrift neu gefasst: „Den Toten des Deutschen Heeres“. Mit den Einsätzen der Bundeswehr wurde 2005 eine zusätzliche Widmung hinzugefügt: „Den Heeressoldaten der Bundeswehr, die für Frieden, Recht und Freiheit ihr Leben ließen.“

Die Festung selbst ist ein Ort mit langer Militärgeschichte. Zwischen 1817 und 1828 wurde Ehrenbreitstein in seiner heutigen Gestalt von den Preußen als wichtiges Festungsbauwerk auf der Festungslinie zwischen Wesel und Rastatt errichtet.

von Peter Müller

Mehr zum Thema

  • Ein Soldat berührt eine Namensstele im „Wald der Erinnerung“.
    • Gedenken
    • Bundeswehr

    Gedenken

    Sie ließen ihr Leben und gaben ihr höchstes Gut für die Gesellschaft: Ein Überblick über die Kultur des Gedenkens der Toten der Bundeswehr.

    • Berlin