Heer
Interoperabilität

Gebirgsjäger erhalten Luftunterstützung

Gebirgsjäger erhalten Luftunterstützung

Datum:
Ort:
Rovaniemi
Lesedauer:
2 MIN

Das Thermometer zeigt 17 Grad unter null. Dank zwei Paar Handschuhen und etlichen Bekleidungsschichten unter dem Schneetarnanzug ist es den Deutschen nicht kalt.

Patch am Arm eines Soldaten in hellem Schneetarnanzug

Drei Fliegerleitoffiziere, zwei des Verbindungskommandos der Luftwaffe zur Gebirgsjägerbrigade 23 sowie einer des Gebirgsjägerbataillons 231, üben am Polarkreis mit ihren finnischen Kameraden bei der Arctic Challenge Exercise in Finnland

Bundeswehr/Nils Armbrüster

Die drei Soldaten sind sogenannte Fliegerleitoffiziere (JTACJoint Terminal Attack Controller) aus dem Bereich der Gebirgsjägerbrigade 23. Zwei von ihnen sind Luftwaffenangehörige. Am Polarkreis, nördlich der finnischen Stadt Rovaniemi warten sie auf die Funkverbindung zu einem finnischen Kampfjet des Typs F/A-18 Hornet. Die Aufgabe der JTACs, kurz für Joint Terminal Attack Controller, besteht darin, die Kampftruppe vom Boden aus bei ihren unterschiedlichen Einsätzen mit luftgestützten Wirkmitteln präzise zu unterstützen und die Feuerkraft aus der Luft vom Boden aus abzurufen. Die Gebirgsjäger, mit denen sie in der Gebirgsjägerbrigade zusammenwirken, sind Infanteristen. Sie durchlaufen eine besondere Ausbildung und sind in der Lage, in jedem erdenklichen Gelände, selbst unter härtesten Wetterbedingungen zu kämpfen. Das müssen auch die JTACs leisten. Wie läuft der Einsatz der JTACs im Gefecht ab? Dies zeigt die Truppe bei der Arctic Challenge Exercise in Finnland.

Waffen aus der Luft für den Kampf am Boden

Ein Kampfflugzeug ist kurz vor dem Abheben bei einem Manöver in Finnland.

Bei der Arctic Challenge Exercise (ACE), einer Übung in Finnland, werden diese Kampfjets der finnischen Streitkräfte vom Typ F/A-18 Hornet eingesetzt. Im Zusammenwirken mit den JTACs gelingt es ihnen, Bodenziele präzise zu bekämpfen.

Bundeswehr/Jane Schmidt
Zwei Soldaten im Schneetarnanzug knien mit Waffen hinter einem Baum im Schnee.

Das Fliegerleitpersonal der Gebirgsjägerbrigade 23 nimmt regelmäßig an Übungen teil, um seine wertvolle und komplexe Fähigkeit im Zusammenwirken mit der Kampftruppe und der Luftwaffe zu trainieren

Bundeswehr/Sebastian Wilke

Zurück im verschneiten Finnland. Plötzlich bewegt sich etwas im Funkkreis. Durch das Funkgerät dringt leises Knacken. Ein finnischer Kampfjet kommt immer näher. Dann taucht aus der Ferne ein immer lauter werdendes Fauchen auf. Die JTACS haben nun direkte Funkverbindung zu dem Piloten in der Maschine. Nur wenig Zeit bleibt, um die Ziele und die jeweils dazugehörigen Angriffsverfahren zu besprechen. Gleichzeitig zieht der Pilot seinen Jet in einer engen Linkskurve in den richtigen Angriffswinkel und meldet sich für die Freigabe der Waffen und Wirkmittel über Funk beim Fliegerleitoffizier. Freigabe erteilt!

Wenige Sekunden später schlägt eine Bombe auf dem Turm eines feindlichen T-72 Kampfpanzermodells ein. Diesmal wird der Einschlag jedoch nur simuliert. Fakt: Ein solches Wirkmittel ist ohne Probleme in der Lage, Ziele wie Kampfpanzer innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde zu vernichten. Es geht vielmehr darum, die komplexen Abläufe unter Zeitdruck realistisch mit echten Kampfjets zu üben.
Daneben hat sich zwischen deutschen und finnischen Fliegerleitoffizieren ein reger Erfahrungsaustausch auf diesem Gebiet etabliert. In diesem Umfeld können die JTACs die Interoperabilität mit Partnernationen und das Zusammenwirken mit der Gebirgsjägerbrigade 23 weiter ausbauen.

von Gebirgsjägerbrigade 23 

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