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Gebirgssoldaten übergeben den Rundwanderweg Kirchholz

Gebirgssoldaten übergeben den Rundwanderweg Kirchholz

  • Infrastruktur
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Datum:
Ort:
Bad Reichenhall
Lesedauer:
3 MIN

1.800 Meter Weg inklusive zwei Brücken und ein Steig vollenden den Rundwanderweg um das Kirchholz. Etwa 30 Gebirgspioniere haben seit September unermüdlich an dem Umgehungsweg gearbeitet. Nun ist er offiziell an die Stadt Bad Reichenhall und Gemeinde Bayerisch Gmain übergeben worden und für die Bevölkerung nutzbar.

Ein Soldat durchschneidet auf einem Weg ein rotes Band, hinter ihm stehen ein Soldat und drei Zivilisten.

Hauptfeldwebel Marcel Timmel durchschneidet ein rotes Band. Damit wird der Rundwanderweg Kirchholz an die Bevölkerung übergeben.

Bundeswehr/Achim Keßler

Punktlandung: Die Gebirgspioniere der Gebirgsjägerbrigade 23 haben die Wegebauarbeiten an der nordöstlichen sowie südwestlichen Grenze des Standortübungsplatzes Kirchholz wie geplant noch im Herbst beendet und damit die Lücke zum bereits bestehenden Wanderweg geschlossen. Das Kirchholz bleibt so durch eine komplette Umgehung – ohne Gefährdung der Wanderer und Störung des militärischen Übungsbetriebes – für die Bevölkerung zugänglich.

Zur offiziellen Übergabe des Weges an die Stadt Bad Reichenhall und die Gemeinde Bayerisch Gmain hatte der Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Oberst Maik Keller, kürzlich eingeladen. Neben dem Oberbürgermeister der Stadt Bad Reichenhall, Christoph Lung, sowie dem Bürgermeister der Gemeinde Bayerisch Gmain, Armin Wierer, überzeugte sich auch der Leiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrum (BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum) Bad Reichenhall, Regierungsoberamtsrat Udo Brickl, vom fertiggestellten Umgehungsweg.

 „Well done“

Soldaten mit Mundschutz stehen auf und vor einer neu gebauten Holzbrücke.

Die Lückenschließer: Gebirgspioniere aus Ingolstadt vor einer der zwei gebauten Brücken.

Bundeswehr/Achim Keßler

Zunächst richtete Keller seinen Dank an die Wegebauer – die Gebirgspioniere aus Ingolstadt: „Das, was ich gesehen habe, war eine enorme Leistung. Die Arbeit, die hier durch das Gebirgspionierbataillon 8, mit Unterstützung des Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen 230, der Stabs- und Fernmeldekompanie sowie den Mitarbeitern der Verwaltung des Übungsplatzes verrichtet wurde, gilt es nun in diesem Rahmen zu würdigen“. Anschließend überreichte der Kommandeur den beteiligten Soldaten ein kleines Präsent – als Erinnerung an diesen „nicht alltäglichen“ Auftrag. Lung sagte: „Ich will mich im Namen der Stadt Bad Reichenhall für Ihre Arbeit bedanken. Der Weg, den Sie gebaut haben, wird unserer Bevölkerung viel Freude bereiten“.

Hauptfeldwebel Marcel Timmel, einer der Hauptverantwortlichen für den Umgehungswegebau, schnitt ein rotes Band zur symbolischen Eröffnung des Weges durch. Anschließend klopfte ihm Keller kräftig auf die Schulter: „Well done“. Die Übergabe des neuen Weges an die Stadt Bad Reichenhall und die Gemeinde Bayerisch Gmain war damit besiegelt.

Wegebau als Aus- und Weiterbildung

Eine Landkarte mit farblich markierten Wegen

Karte des Standortübungsplatzes Kirchholz. Schwarze Linie: fertiggestelltes Wegebauprojekt, rote Linie: bestehender Weg

Bundeswehr/Achim Keßler

Vor allem durch die schnelle und unbürokratische Unterstützung des BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum Bad Reichenhall, das mit der Vertragsabwicklung und Finanzierung des Projekts beschäftigt war, sowie der Verwaltung des Übungsplatzes, die den Bau organisierte, konnte der Wegebau innerhalb von nur dreieinhalb Monaten abgeschlossen werden. „Die vorläufigen Kosten für den Wegebau belaufen sich auf circa 80.000 Euro für Material, Maschinen sowie Versorgungsgüter“, erklärte Udo Brickl.

Das Projekt fand während einer praktischen und pioniertechnischen Aus- und Weiterbildung zur Ertüchtigung von Gebirgswegen statt. „Wir sind mit unseren Aufgaben gewachsen. So etwas – in dieser Art – mal selbst zu erleben, war auch das erste Mal für mich“, erklärte Timmel von der 4. Kompanie des Gebirgspionierbataillons 8.

100 Kubikmeter Holz verbaut

Anfang einer Fußgängerbrücke aus Holz

Eine der zwei Brücken auf dem Umgehungsweg

Bundeswehr/Achim Keßler

Insgesamt wurden etwa 2.500 Tonnen Kies – das entspricht circa 200 LkwLastkraftwagen-Ladungen – 1.200 Pflöcke zur Befestigung der Wege sowie 100 Raummeter Holz für Brücken und Wege verbaut. Bis Ende November werden die Gebirgspioniere noch mit der Nachbereitung der Baustelle beschäftigt sein. Dazu zählt unter anderem die Baustellenzufahrten zu schließen und die temporäre Infrastruktur abzubauen. „Und dann sind wir weg“, schließt Oberleutnant Michael Noichel vom Gebirgspionierbataillon 8 und der Umgehungsweg gehört dann allein der Bevölkerung. Allerdings gilt für die Benutzung des gesamten Rundweges „Auf eigene Gefahr“. Denn im Winter erfolgt keine Räumung des Weges.

Hintergrund dieses Wegebaus ist, dass der Standortübungsplatz Kirchholz am 1. Juli 2020 offiziell zum Militärischen Sicherheitsbereich umgewandelt werden musste. Eine Überprüfung im Juli 2019 durch das Landeskommando Bayern – als Behörde für die innere und äußere Sicherheit auf Übungsplätzen – ergab, dass der Schutz und die Sicherheit von unbeteiligten Dritten in der Form eines Militärischen Bereiches aufgrund der aktuell gültigen Sicherheitsbestimmungen und Nutzungsforderungen sowie der damit einhergehenden Haftungsfragen nicht mehr gewährleistet werden konnte. Daraus folgt ein Betretungsverbot für die Bevölkerung, auf das die Gebirgsjägerbrigade 23 keinen Einfluss nehmen kann. Mit dem Umgehungsweg wird nun aber den Interessen der Bevölkerung und gleichzeitig den Besonderheiten der Kur- und Tourismusregion Rechnung getragen. 

von Sarah Hofmann

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