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NATO-zertifiziert

Einsatzbereit für den Ernstfall

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Das Hauptquartier des Allied Rapid Reaction Corps (HQ ARRC) im englischen Innsworth ist seit dem 1. Januar 2021 in der Standby-Phase als Warfighting Corps HQ und damit voll einsatzbereit und NATO-zertifiziert. Auch die 15 deutschen Soldaten, die im HQ ARRC ihren Dienst verrichten, sind an Weiterbildungen und Vorbereitungen von Übungen beteiligt.

Straßengabelung mit einer geöffneten Zufahrt zu einem Militärstützpunkt.

Das Hauptquartier des Allied Rapid Reaction Corps (ARRC) ist seit dem 1. Januar 2021 in der Stand-by-Phase als Warfighting Corps HQ voll einsatzbereit und NATO-zertifiziert. Auf dieser Führungsebene ist es ein wichtiges NATO-Hauptquartier.

US-Army/Elvis Umanzor

Am Schwarzen Meer laufen derzeit die Vorbereitungen für verschiedene NATO-Aktivitäten. In Rumänien beim Multinationalen Corps#de Südost (MNC-SE) unterstützt das HQ ARRC die rumänischen NATO-Partner dabei, ihre volle Einsatzbereitschaft herzustellen. Schließlich sollen auch noch dieses Jahr Teile der großen NATO-Übung Steadfast Defender 21 dort stattfinden. Bei dieser Übung werden NATO-Kommando- und Streitkräftestrukturen sowie nationale Streitkräfteelemente als transatlantische Verstärkung von Abschreckungsoperationen der Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) in Südeuropa zusammengeführt. Die Soldaten des HQ ARRC arbeiten mit dem jüngsten Korps der NATO, dem MNC-SE, zusammen. Das Ziel ist der Ausbau der Verteidigungs- und Abschreckungsfähigkeit in der Schwarzmeerregion.

Über alle Dienstgrade hinweg

Bei der Zusammenarbeit der beiden Korps wird in einem einwöchigen Programm demonstriert, wie sich mehrere Nationen des Bündnisses gegenseitig unterstützen und untereinander austauschen können, wie sie gemeinsam operieren und kämpfen wollen. Die multinationale Zusammenarbeit ist für das HQ ARRC von zentraler Bedeutung und immensem Nutzen. So entsteht zwischen den beiden Hauptquartieren dank dieser Multinationalität ein ständiger Wissensaustausch. „Während sich unsere Organisation entwickelt, muss sie als regionales Korps-Hauptquartier nicht nur auf den Landbereich schauen, sondern auch auf alle anderen operativen Bereiche“, sagt ein rumänischer Offizier. „Ich schätze das Niveau des Ideenaustauschs sehr. Wir sind eine lernende Organisation. Das fördert die eigene Entwicklung und unser Ziel, eine anpassungsfähige Organisation zu werden“, sagt er weiter. Ein Abteilungsleiter des HQ ARRC lobt die Initiative mit deutlichen Worten: „Der wirklich große Erfolg ist die gemeinschaftliche Arbeit im multinationalen Umfeld, die über alle Dienstgradebenen hinweg stattfindet.“ Das HQ ARRC wird das MNC-SE im Laufe des Jahres 2021 weiter unterstützen, damit es in Kürze die volle Einsatzfähigkeit erreicht. Die Teilnahme an einer Reihe weiterer Übungen wird vorbereitet, denn das MNC-SE soll ein Drehkreuz der NATO-Aktivitäten in der Schwarzmeerregion werden.

Szenario nach Artikel 5 durchgespielt

Ein britischer und ein rumänischer Offizier beugen sich in einem Büro über einen Tisch mit Aufzeichnungen und diskutieren.

Das HQ ARRC veranstaltet regelmäßig sogenannte Wargames. In der NATO dienen sie häufig der internen Weiterbildung, in der taktische und operative Lagen mit verhältnismäßig geringen Aufwand durchspielt werden.

US-Army/Elvis Umanzor

Schon Platon wusste: „Sich selbst zu kennen, ist die erste aller Wissenschaften.“ Demzufolge führt das HQ ARRC regelmäßig sogenannte Wargames durch. In der NATO dienen sie der internen Weiterbildung. Taktische und operative Lagen werden mit verhältnismäßig geringem Aufwand durchspielt. Der Fokus, die Intensität und die Komplexität werden auf die Zielvorgaben abgestimmt. Bei der ARRC-Übung Road To War am grünen Tisch spielt das HQ ARRC in dieser Woche ein Artikel 5 Szenario durch. In dieser Simulation wird das Bündnisgebiet angegriffen und die NATO ruft den kollektiven Verteidigungsfall gemäß Artikel 5 des NATO-Vertrages aus. In dieser Übung sind die teilnehmenden Soldaten jederzeit gefordert, denn das Ziel ist die Verlegung des ARRC in einen vorgegebenen Einsatzraum Schritt für Schritt durchzuspielen. Dazu werden die für eine solche Verlegung wichtigen britischen Kommandos sowie die Spezialisten verschiedener NATO-Bereiche per Videokonferenz zusammengeschaltet. „Bei dieser Übung wird in vielen Bereichen Klarheit und Verständnis für die jeweiligen Zuständigkeiten und Verantwortungsbereiche geschaffen“, sagt Oberst Jörn Jakschik, der dienstälteste deutsche Vertreter beim HQ ARRC. Darüber hinaus wurde aber auch offen und schonungslos weiterer Handlungsbedarf deutlich. Die eigenen Kernfähigkeiten gilt es weiterzuentwickeln, um für zukünftige Herausforderungen gewappnet zu sein.

Logistische Operationen

Während die eine Übung noch nicht beendet ist, ist die nächste Wargame-Übung schon geplant. Die wird sich dann auf logistische Operationen im rückwärtigen Raum des Korps konzentrieren. Hauptverantwortlich für die Planung ist der deutsche Oberstleutnant Stephan Ostendorf. Er hat logistische Erfahrungen aus mehreren Einsätzen in Afghanistan und als Generalstabsoffizier für logistische Operationen im Eurocorps in der European Battlegroup gesammelt. Mit diesem Erfahrungsschatz ist er für die Logistikabteilung des HQ ARRC von besonderem Wert und wird mit der Durchführung der Wargames betraut. „Aus meiner Sicht bieten die Wargames eine einzigartige Möglichkeit, den Fokus auf Operationen im rückwärtigen Raum des Korps in einem Artikel-5-Szenario zu legen. Wir werden im Speziellen den Nachschub von Versorgungsgütern unter Berücksichtigung der Lage (Security und Battle Space Management) sowie die Auslastung der Sanitätskapazitäten im Detail untersuchen“, so Ostendorf. Eine genaue Analyse wird Rückschlüsse für die gesamte logistische Ausrichtung des Korps geben. Weitere Ziele sind die Identifizierung von logistischen Fähigkeitslücken auf Korpsebene, das Überprüfen der Truppenstruktur und die konzeptionelle Weiterentwicklung.

Die Bereitschaftsphase als Warfighting Corps HQ ist für das HQ ARRC keine Ruhephase, sondern ist geprägt von Aus- und Weiterbildung sowie konzeptioneller Weiterentwicklung. Das erworbene Wissen wird dann an andere NATO-Dienststellen weitergegeben.

von ARRC 

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