Heer

Leben und kämpfen mit dem GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer

Leben und kämpfen mit dem GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer

  • Technik
  • Heer
Datum:
Ort:
Strausberg
Lesedauer:
4 MIN

Egal, ob Landes- und Bündnisverteidigung oder Krisenbewältigung: Die Einsatzszenarien der Infanterie verlangen von der Truppe eine hohe Mobilität. Das Gepanzerte Transportkraftfahrzeug (GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug) Boxer macht die Infanterie im Gefecht beweglich. So leben und kämpfen Infanteristen mit ihrem Gefechtsfahrzeug.

Durch die Hecktür schimmert das rot beleuchtete Innere eines Panzers im dunklen Wald.

Wenn die Infanteristen nicht gerade abgesessen kämpfen, nutzen sie das gepanzerte Gefechtsfahrzeug, um Soldaten zu transportieren oder um sich zu erholen.

Bundeswehr/Julia Dahlmann

Soldatinnen und Soldaten der Infanterie sind die Meister im Kampf zu Fuß, im unwegsamen Gelände, in jeder erdenklichen Klimazone. Auf dem Gefechtsfeld müssen sie aber auch in der Lage sein, ihre Fähigkeiten gemeinsam mit den beweglichen Panzertruppen zur Wirkung zu bringen. Das gilt auch über große Entfernungen hinweg, in urbaner Umgebung und auf Basis hoher taktischer Flexibilität. Im Gefecht verbundener Waffen ist das GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer in der Konfiguration als Gruppenfahrzeug das gepanzerte Transportmittel für die Soldatinnen und Soldaten sowie ihre Ausrüstung. Gemeinsam mit mechanisierten Kräften können sie aufgesessen einfach weiträumiger und schneller kämpfen. Die Spezialität der Infanteristen, der abgesessene Einsatz zu Fuß, bleibt allerdings auch mit dem GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer ihr bestimmendes Merkmal. Die zusätzliche Beweglichkeit ist jedoch ein nicht unerheblicher Zugewinn, neben dem Plus an Schutz und Führungsfähigkeit durch eine moderne Führungs- und Kommunikationsausstattung auf den Fahrzeugen. Das GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer ist durch seine Modulbauweise mit verschiedenen Aufbauten konfigurierbar. Es wird übrigens auch als Führungsfahrzeug und sogar als gepanzertes Rettungsfahrzeug für Sanitäter genutzt.

Endstation Gefecht

Ein Radpanzer steht hinter einem Kieshügel auf einer Betonfläche neben einem Feld.

Er ist nicht dafür gebaut, sich mit Kampfpanzern zu duellieren. Aber der Infanterie bringt das GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer mehr Schutz und Mobilität im Gefecht.

Bundeswehr/Julia Dahlmann

Der Boxer ist der Transporter ins Gefecht. Er ist nicht dafür gedacht, sich mit feindlichen Gefechtsfahrzeugen, wie Schützenpanzern oder sogar Kampfpanzern mit ihren durchschlagskräftigen Kanonen, zu duellieren. Der Boxer ist allerdings mit einem schweren Maschinengewehr 12,7 Millimeter oder einer Granatmaschinenwaffe ausgestattet, die auf einer FLWFernbedienbare Leichte Waffenstation 200, der Fernbedienbaren Leichten Waffenstation, lafettiert sind. Die Waffenstation verfügt sogar über ein Wärmebildgerät. Mit ihr kann der Schütze präzise und weit schießen und aufklären. Die Waffenstation dient in erster Linie der Selbstverteidigung.

Sofern Lage, Auftrag und Gelände es allerdings zulassen, nutzt die Infanterie das GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer im Kampf gegen feindliche Infanterie und irreguläre Kräfte. Das 720 PS starke Gefechtsfahrzeug verstärkt die abgesessenen Infanteristen mit seiner Beweglichkeit dort entscheidend, wo Auftrag und Gelände dies ermöglichen. Da, wo der Einsatz der Fahrzeuge durch Bebauung, Bewuchs und andere Geofaktoren nicht direkt möglich ist, kämpft die Infanterie klassisch zu Fuß, also ohne unmittelbare Begleitung durch den Boxer. Dann werden die Gefechtsfahrzeuge, etwa über Waldwege, rasch nachgezogen.

Auf die Tarnung und Deckung kommt es an

Ein Soldat zieht einen großen Tannenzweig im Wald hinter sich her, vor ihm steht geöffnetes Gefechtsfahrzeug.

Hat das GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer seinen Verfügungsraum erreicht, tarnen ihn die Soldaten mit Matten, Netzen, Ästen, Blättern und Moos.

Bundeswehr/Julia Dahlmann

Das GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer ist fast acht Meter lang und drei Meter breit. Mit seiner Fläche von 24 Quadratmetern ist es nicht gerade klein und unauffällig – auch nicht für feindliche Flugzeuge. Deshalb muss das Fahrzeug, sobald sich die Infanteristen mit ihm im Kampf befinden, getarnt werden. Bei einer Übung des Jägerbataillons 292 aus Donaueschingen in der Rhön beispielsweise haben die Infanteristen einen einsatznahen Verfügungsraum, also einen Ort ganz nah am Feind, im Wald bezogen. Der dichte Tannenwald kaschiert die kantige Gestalt des Radpanzers ein wenig. Um das Eisenmonster zusätzlich optisch der Umgebung anzupassen, sammeln die Infanteristen Tarnmaterial aus der Umgebung. Aus knorrigen Ästen und Moos entsteht eine natürliche Tarnung, die bei Bedarf schnell wieder entfernt werden kann.

Licht, Wärme und Schutz in der Kälte

Mehrere Soldaten stehen an der Heckklappe eines geöffneten, rot leuchtenden Transportpanzers.

Das GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer ist das moderne Gefechtsfahrzeug für die Infanterie. Seine technischen Vorzüge sind vielfältig und werden, wo immer möglich, genutzt.

Bundeswehr/David Hecker

Egal, ob bei Tag oder Nacht, ob heißer Sommer oder eisiger Winter – Infanteristen müssen immer kampfbereit sein. Das GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer in seiner Konfiguration als Gruppenfahrzeug ist für die Truppe auch ein Ort, um sich zwischendurch aufzuwärmen und Kraft zu tanken, wenn dies die Lage zulässt. Die Belüftungseinrichtung holt Frischluft nach innen und erwärmt oder kühlt sie bei Bedarf. Unter ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Schutzbetrieb kann die Anlage im Ernstfall zusätzlich mögliche Kampfstoffe oder andere Schadstoffe aus der Luft filtern. Die Lichtquellen im Fahrzeug sind dimmbar und zu Tarnzwecken in schlechter erkennbarem Rotlicht ausgeführt. Im Inneren gibt es sogar eine Kochmöglichkeit und eine Toilette mit Plastikbeutel, für den Fall, dass die Mannschaft das Fahrzeug gerade nicht verlassen kann. Das Missionsmodul, sozusagen die Fahrgastzelle, enthält auch eine Vielzahl an Staubereichen und Halterungen, um die Ausrüstung sicher zu lagern. Es sind verschiedene Systeme eingebaut, um unter schwierigen Geländebedingungen und unter IEDImprovised Explosive Device-Bedrohung, also bei Detonation versteckter Sprengladungen, allseits Sicherheit zu gewährleisten. Der Boxer bietet im Ernstfall Schutz gegen schwere Maschinenwaffen, Panzerabwehrminen und Artilleriesplitter.

Zudem ist eine Brandunterdrückungsanlage verbaut, die Feuer mit Löschmittel bekämpft und somit Leben retten kann. Im GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer ist auch eine Ladestation für verschiedene Akkumulatoren des Systems Infanterist der Zukunft (IdZ) integriert, die moderne digitale persönliche Ausstattung der Infanteristen. Beispielsweise befinden sich Akkus in den Westen, den Navi-Pads oder sogar in den Handwaffen der Soldaten.

Roomtour durch das GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer

Oberstabsgefreiter Axel Seewald vom Jägerbataillon 292 ist Kraftfahrer eines GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer der Infanterie. Er stellt sein gepanzertes Gefechtsfahrzeug im Inneren vor. Wie geräumig ist das GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer wirklich?

Vielseitig ausgestattet und vielseitig einsetzbar

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Auf einem sandigen Waldweg fährt ein Radpanzer und wirbelt braunen Staub auf.

Das GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer ist trotz seiner Größe recht wendig und erreicht eine technisch mögliche Höchstgeschwindigkeit von 103 Kilometer pro Stunde.

Bundeswehr/Julia Dahlmann
Bei rotem Licht sieht man im Inneren des Panzers ein Lenkrad mit digitalen Anzeigen.

Mit einem Pkw hat das GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer nur das runde Lenkrad gemein. Der Fahrer steuert das Fahrzeug im Ernstfall mit geringer Sicht über Winkelspiegel.

Bundeswehr/Anne Weinrich
Im dunklen Inneren eines Fahrzeugs schimmert ein silberglänzender Kochwürfel.

Mit der Kocheinheit können sich die Soldaten ihre Nahrungsmittel zubereiten oder bei Bedarf Wasser aufkochen, ohne dass sie ihr GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer verlassen müssen.

Bundeswehr/Marco Dorow
Fünf Soldaten mit Gewehren schauen stehend aus Luken eines Radpanzers.

Aufgesessen kann die Infanteriegruppe bei Bedarf den Feuerkampf auch „über Luke“, also stehend mit Blick nach draußen, führen.

Bundeswehr/Julia Dahlmann
Auf einem sandigen Waldweg fährt ein Radpanzer mit voller Fahrt vorbei.

Der Boxer bietet als Gruppentransportfahrzeug maximal zehn Soldaten Platz. Ihn gibt es in drei weiteren Varianten bei der Bundeswehr – als Führungsfahrzeug, als geschütztes Sanitätsfahrzeug und als Fahrschulfahrzeug.

Bundeswehr/Marco Dorow
Soldaten verlassen im Wald ein Gefechtsfahrzeug über die geöffnete Heckklappe, einige sichern mit Waffen das Gelände.

Beim abgesessenen Kampf verlassen die Infanteristen das Fahrzeug über die Heckklappe. Auf dem Fahrzeug verbleibt dann eine Besatzung, bestehend aus Kommandant, Kraftfahrer und Waffenbediener.

Bundeswehr/David Hecker

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von Peter Müller

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