Heer

Voneinander lernen

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  • Multinationalität
  • Heer
Datum:
Ort:
Bad Reichenhall
Lesedauer:
3 MIN

Wie ist die Gebirgsjägerbrigade 23 organisiert und was sind ihre Aufgaben? Über welche Fähigkeiten und welches Material verfügt sie? Darüber haben sich 14 Soldaten aus Polen, Slowenien, Litauen, Italien und den USAUnited States of America bei einem Besuch der Gebirgstruppe der Bundeswehr in Bad Reichenhall informiert. Die Gäste nehmen an einer Führerweiterbildung des NATO Mountain Warfare Centre of Excellence (MWCOE) in Slowenien teil.

Mehrere Soldaten stehen in einem Stall auf sandigem Boden um die Ausrüstung eines Tragtieres herum.

Stabsfeldwebel Matthias Havel (r.) erklärt den internationalen Soldaten den Tragtiersattel mit den verschiedenen Transportbehältern.

Bundeswehr/Selina Vogl

Das MWCOE ist eine Multinationale Ausbildungseinrichtung für den interoperablen Gebirgs- und Winterkampf mit Sitz in Slowenien. Das Center ist zuständig für die Entwicklung und Lehre von gebirgskampfspezifischer Doktrin, Taktiken und Techniken. NATO-weit nehmen Soldaten verschiedener Nationen an Aus- und Weiterbildungen der Einrichtung teil.

Internationales Vorbild

Mehrere Soldaten sitzen an Tischen, die in U-Form vor einer Projektionsfläche aufgebaut sind.

Oberst Peter Eichelsdörfer, stellvertretender Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, erläutert den Gästen das besondere Fähigkeitsprofil und das System der Gebirgsjägerbrigade 23.

Bundeswehr/Christian Kunerl

Der Small Units Leader(ship) cours, an dem die 14 Soldaten teilnehmen, ist eine zweiwöchige Ausbildung des MWCOE, bei der das Führen kleinerer Einheiten im schwierigen Gelände behandelt wird. Regelmäßig nehmen daran auch deutsche Soldaten teil. Als Angehörige der NATO bekommen die ausländischen Soldaten dieses Lehrgangs die Möglichkeit, die Organisation, die Fähigkeiten sowie das Material der Gebirgsjägerbrigade mit eigenen Augen zu sehen. Durch seine breite Aufstellung und die weltweite Einsatzerfahrung gilt die Gebirgsjägerbrigade 23 mit ihrem System aus gebirgsspezifischen Kampftruppen und Unterstützern, wie Gebirgspionieren, Gebirgsversorgern und Gebirgsaufklärern, international als Vorbild für den interdisziplinären Gebirgs- und Winterkampf. Denn die Unterstützungsverbände beherrschen nicht nur das Handwerk ihrer Truppengattung, sie sind auch zusätzlich für alle Einsatzszenarien der Gebirgstruppe ausgebildet und ausgerüstet.

Der stellvertretende Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Oberst Peter Eichelsdörfer, empfängt die multinationale Delegation, die anschließend über das besondere Fähigkeitsprofil und das System der Gebirgsjägerbrigade 23 informiert wird.

Versorgung bis ins Hochgebirge

Mehrere Soldaten stehen vor einem Fahrzeug mit Containeraufsatz, zwei betreten über eine Leiter den geöffneten Container.

Die ausländischen Gäste besichtigen eines der Transportfahrzeuge der Tragtierkompanie.

Bundeswehr/Selina Vogl

Ein Hauptaugenmerk des Besuches liegt auf der Vorstellung des Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen. Es ist die einzige trag- und reittierhaltende Einheit der Bundeswehr und beeindruckt die Besucher, die mehr über deren mannigfaltige Einsatz- und Unterstützungsmöglichkeiten erfahren. Die Soldaten und ihre Tragtiere stellen nicht nur die Versorgung und den Transport mit allen erdenklichen Gütern auch über die entlegensten Gebirgspassagen sicher, mit ihrer Hilfe können auch Verwundete aus unwirtlichen Umgebungen gerettet werden. Anders als ein Helikopter erreichen die Tragtiere das Ziel im alpinen Gelände auch bei dichtem Nebel und das in einer Höhe von bis zu 6.000 Metern.

In der Regionalausstellung

Vier Soldaten stehen in einer Ausstellung um einen Geländemodell herum und sprechen miteinander.

Oberst Peter Eichelsdörfer (2.v.r.) spricht in der Regionalausstellung mit polnischen Soldaten über den Heimat- und Einsatzalltag eines Gebirgsjägers.

Bundeswehr/Selina Vogl

Um den Teilnehmern der Ausbildungsreise ein umfassendes Bild über die Historie und die gegenwärtigen Aufgaben der Gebirgsjäger zu vermitteln, besuchen sie die Regionalausstellung in der Hochstaufenkaserne. Seit 2017 zeigt diese Schau alle wichtigen Aspekte des Heimat- und Einsatzalltags eines Gebirgsjägers. Neben der Tradition der Gebirgstruppe beschäftigt sich die Ausstellung auch mit dem Thema „Tod und Verwundung im Einsatz“ und bietet Betroffenen, Angehörigen oder Interessierten eine Plattform mit sehr persönlichen Schicksalen. Zudem bieten moderne Bildschirmpräsentationen Einblicke in die Erfahrungen unserer Einsatzsoldaten. So erläutert beispielsweise der ehemalige Brigadekommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Brigadegeneral Jared Sembritzki, seine Erlebnisse aus dem Afghanistaneinsatz, nach dem er als erster Offizier das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit erhielt.

„Einfach fantastisch“

Eine Ausstellungstafel mit drei Generationen der Familie Eichelsdörfer, im Dienste der Gebirgstruppe, zeigt unter anderem die tiefe Verwurzelung der Soldaten mit ihrer Region, die nicht nur im Katastrophenfall für ihre Mitbürger da sind. Damit wird den Teilnehmern auf anschauliche Art und Weise ein tiefes Verständnis für den einmaligen Dienstalltag und die innere Haltung der Gebirgsjäger vermittelt, der geprägt ist von Bescheidenheit und tiefer Heimatverbundenheit.

„Der Einblick in das Fähigkeitsprofil der Brigade war überaus interessant und aufschlussreich, und dazu diese wunderschöne Umgebung – einfach fantastisch“, resümiert einer der polnischen Teilnehmer die Bildungsreise des MWCOE.

Gruppenbild zahlreicher Soldaten in Flecktarnuniformen haben sich zu einem Gruppenfoto aufgestellt, im Hintergrund ein Berg.

Die 14 multinationalen Teilnehmer der Führerweiterbildung des NATO Mountain Warfare Centre of Excellence vor dem Hochstaufen

Bundeswehr/Christian Kunerl
von Oliver Keller

zum Verband

  • Das dunkelgrüne Wappen ist rot und silbern umrandet. In der Mitte prangt ein Edelweiß mit goldener Rosette.
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    Gebirgsjägerbrigade 23

    Erfahren Sie mehr über die Gebirgsjägerbrigade aus Bad Reichenhall in Bayern, ihre Soldaten und ihre Ausrüstung.