Heer
Mit 350 Fahrzeugen

Wettiner Schwert: NATO-Gefechtsverband überquert Elbe

Wettiner Schwert: NATO-Gefechtsverband überquert Elbe

  • Landes- und Bündnisverteidigung
  • Heer
Datum:
Ort:
Klietz
Lesedauer:
3 MIN

Storkau bei Tangermünde – eine kleine, beschauliche Ortschaft entlang der Elbe. Doch am 2. April ist alles anders: Storkau ist der strategische Mittelpunkt für den Kriegsbrückenschlag der NATO Very High Readiness Joint Task Force (VJTFVery High Readiness Joint Task Force ). Fast den gesamten Tag setzen die Soldatinnen und Soldaten mit ihren Gefechtsfahrzeugen über. 1.000 Soldaten mit 350 Fahrzeugen, darunter Kampf- und Schützenpanzer, überschreiten unermüdlich die Kontrollpunkte diesseits und jenseits der Elbe.

Im dunstigen Morgengrauen stehen zahlreiche Fahrzeuge auf einem großen Platz.

Der Auftakt der Übung Wettiner Schwert ist ein Gefechtsmarsch, bei dem die Soldatinnen und Soldaten mit ihren Panzern die Elbe überqueren

Bundeswehr/Marco Dorow

„Deutschland wird nächstes Jahr mit der Panzergrenadierbrigade 37 den Leitverband für die Landanteile der VJTFVery High Readiness Joint Task Force stellen und eine koordinierende Rolle innehaben. Es kommt jetzt darauf an, alle Elemente in Ausbildung, Übung und Steuerung zusammenzusetzen.“ Aus einzelnen Fähigkeiten müsse nun ein Ganzes werden, beschreibt Brigadegeneral Alexander Krone. Krone ist seit 2020 Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 37 „Freistaat Sachsen“. Eine zweijährige Planungsphase ging dieser Übung voraus.

Ziel ist die erfolgreiche Zertifizierung

Zahlreiche Panzer stehen auf einem Platz. Ein Soldat schaut aus einer Luke.

Gut vorbereiteter Marsch: Allein der Gewässerübergang mit rund 350 Fahrzeugen und 1.000 Soldaten wird fast fünf Stunden dauern

Bundeswehr/Marco Dorow

Die Soldaten der Schnellen Eingreiftruppe bereiten sich mit der Übung Wettiner Schwert auf die Herausforderungen als einsatzbereiter NATO-Gefechtsverband vor. Der Auftakt dieser Übung ist der Gefechtsmarsch. 80 Kilometer sind es aus dem Übungsraum Klietz über die Elbe bis in das Gefechtsübungszentrum Heer in der Letzlinger Heide. „Es ist etwas anderes, als auf der Schießbahn in einem Übungsdurchgang zu stehen und seine Ziele zu bekämpfen. So ein Marsch fordert jeden Soldaten ganz anders und über Stunden“, beschreibt ein Kraftfahrer eines Leoparden. Gemeinsam mit Soldaten des Sanitätsregiments 1 aus Weißenfels setzt der Gefechtsverband über die Elbe. Die Soldaten werden sich in den kommenden zwei Wochen für ihren NATO-Einsatz zertifizieren.

Gefechtsverband trainiert Gewässerübergang

Ein Sanitätsfahrzeug fährt am Ufer der Elbe.

Bei der Übung wird der Gefechtsverband vernetzt. Die Medical Task Force des Sanitätsregiments 1 aus Weißenfels ist mit dabei.

Bundeswehr/Marco Dorow

Oberstleutnant Andy Weißenborn, Kommandeur des Panzerbataillons 393 aus Bad Frankenhausen, führt mit seinen Soldaten diesen Marsch des Gefechtsverbandes an. Er sagt: „Das Gefecht mit ihren Waffensystemen üben unsere Panzerbesatzungen oder auch die Panzergrenadiere fast täglich. Marschbewegungen in solchen Größenordnungen aber und noch dazu über Gewässer sind für unsere Kraftfahrer und Besatzungen besonders anspruchsvoll. Genau das üben wir hier“, so der Kommandeur. Organisation, Absprachen und Zeitmanagement seien dabei die bestimmenden Größen. Während des Marsches sind die weit mehr als 300 Fahrzeuge auf 13 Marscheinheiten aufgeteilt und werden zu unterschiedlichen Zeiten den Marsch beginnen.

Damit die Panzerbesatzungen, Grenadiere, Sanitäter und der gesamte Gefechtsverband die Elbe überqueren können, steht Hauptfeldwebel Nikolaji Hildebrandt an der Übergangsstelle. Er ist Pionier des Deutsch/Britischen Pionierbrückenbataillons 130 aus Minden. Pioniere stellen den Übergang über die Elbe sicher.

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Die Übung Wettiner Schwert startet mit einem KfzKraftfahrzeug-Marsch bei dem 350 Fahrzeuge die Elbe überqueren.

Wenn die Elbe tragfähig wird

Ein Brückenlegpanzer überquert auf einer Fähre die Elbe.

Der Brückenlegepanzer Leguan ist noch nicht lange in der Truppe. Für die VJTFVery High Readiness Joint Task Force ist er in der Lage, allen Gefechtsfahrzeugen einen Übergang zu bieten.

Bundeswehr/Marco Dorow

Für die eigene Gefechtsführung ist es wichtig, sich von vorhandener Infrastruktur wie Brücken zu lösen. Die Schaffung eigener Gewässerübergänge erschwert es dem Gegner, Marschbewegungen zu stören. Die Pioniere aus Minden haben bei Storkau die Gewässerzone für den Übergang des VJTFVery High Readiness Joint Task Force -Verbandes eingerichtet. „Wir setzen den Gefechtsverband mit drei amphibischen Fähren über“, beschreibt Hauptfeldwebel Nikolaji Hildebrandt. Es ist nicht offensichtlich, aber die Gewässerzone bedeutet für die Fahrzeugbesatzungen der Gefechtsfahrzeuge Anspannung. „Absolut wichtig ist, dass wir die ankommenden Fahrzeuge mit dem Umlauf der Fähren synchronisieren. Staut sich der Gefechtsverband vor dem Gewässer, ist es genauso schlecht, als wenn die Fähren mit Leerlauf in der Elbe liegen“, so Hildebrandt.

In kleinen Gruppen zwischen zwei oder auch mal bis zu vier Fahrzeuge setzen die Pioniere den Gefechtsverband über die Elbe. Keine zehn Minuten dauert es für die Besatzungen zum anderen Elbufer. In der Gewässerzone sind die Pioniere für das reibungslose Übersetzen der Gefechtsfahrzeuge verantwortlich.

Von der Gewässerzone ins GÜZ

Auf einer Landstraße fahren mehrere militärische Fahrzeuge hintereinander.

In solchen Größenordnungen zu marschieren, ist für die Besatzungen eine Herausforderung besonderer Art. Es funktioniert nur, wenn Abstände, Marschstrecken, Zeiten und Geschwindigkeit genau eingehalten werden.

Bundeswehr/Marco Dorow

Nach ungefähr fünf Stunden ist der gesamte Verband übergesetzt, mehrere Male pendeln die Fähren der Mindener Pioniere über die Elbe. Hinter der kleinen Ortschaft Storkau endet die Gewässerzone. Die kleinen Fahrzeuggruppen formieren sich wieder in ihre großen Marschkolonnen und die Besatzungen bereiten sich auf die letzte Etappe vor, jetzt sind es immer noch mindestens 50 Kilometer bis ins Gefechtsübungszentrum Heer.

Der Gefechtsverband wird sich in der folgenden zweiwöchigen Übung weiter festigen, die Medical Task Force aus Weißenfels integrieren und aus den kleinen Marschverbänden wird ein großes Ganzes. Immer das Ziel vor Augen, sich für den NATO-Einsatz als Schnelle Eingreiftruppe zu zertifizieren.

Von Übungsplatz zu Übungsplatz

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Ein Kampfpanzer beim Schuss auf der Schießbahn

Wettiner Schwert: Aus dem Gefecht auf dem Truppenübungsplatz Klietz geht es für die Panzerbesatzungen auf den Marsch in Richtung Gefechtsübungszentrum Heer

Bundeswehr/Marco Dorow
Ein Soldat befestigt die Rohrabdeckungen am Kampfpanzer.

Die Übung zeigt, wie wichtig Details sind. Wenn auch nur wegen eines kleinen Mangels angehalten werden muss, kommt der gesamte Marsch in Verzug.

Bundeswehr/Marco Dorow
Ein Panzer fährt auf einer Landstraße, zwei Soldaten schauen aus den Luken.

Der Kommandeur des Panzerbataillons 393 aus Bad Frankenhausen, Oberstleutnant Andy Weißenborn, führt diesen Marsch über die Elbe

Bundeswehr/Marco Dorow
Ein Panzer steht auf einer militärischen Fähre.

Eine Fähre der Pioniere besteht aus vier Schwimmschnellbrücken Amphibie M3. Drei so zusammengesetzte Fähren pendeln ständig und setzen nach und nach den gesamten Gefechtsverband über.

Bundeswehr/Marco Dorow
Ein Schützenpanzer fährt von einer Fähre an Land.

Das Panzergrenadierbataillon 112 aus Regen verstärkt die VJTFVery High Readiness Joint Task Force mit ihren Schützenpanzern Puma

Bundeswehr/Marco Dorow
Kampfpanzer rollen mit gedrehten Türmen eine schlammige Sandpiste entlang.

Marschziel erreicht: In den Abendstunden des 2. April rollen die Kampfpanzer, die Stunden zuvor aus Klietz gestartet waren, über das Übungsgelände des Gefechtsübungszentrums Heer in der Letzlinger Heide.

Bundeswehr/Marco Dorow

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von René Hinz

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