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Neues Sanitätszentrum Veitshöchheim: Nah, wenn man es braucht

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Neues Sanitätszentrum Veitshöchheim: Nah, wenn man es braucht

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Das vor rund einem halben Jahr errichtete Sanitätszentrum ist die neue Heimat für die medizinische Versorgung in Veitshöchheim. Die moderne Infrastruktur sichert weiterhin kurze Wege für rund 1.200 Soldatinnen und Soldaten am Standort. Die Erfahrungen aus Bau, Umzug und Nutzung dienen jetzt der weiteren Standardisierung von Sanitätsgebäuden. 

Drei Soldaten vor einem großen weißen Gebäude mit rotem Kreuz an der Frontseite.

Die Soldatinnen und Soldaten des Sanitätszentrums Veitshöchheim erhalten mit dem Neubau moderne Infrastruktur für rund 1200 Patientinnen und Patienten in der Balthasar-Neumann-Kaserne

Bundeswehr/Ulrich Veen

„Das neue Gebäude kam für uns gerade zur rechten Zeit,“ freut sich Oberfeldarzt Samuel K., Leiter des Sanitätszentrums in der Balthasar-Neumann-Kaserne. Denn noch während der Bauphase wuchs sein Sanitätsversorgungszentrum zum Sanitätszentrum auf. Aus den ursprünglich rund 20 Fachkräften in den Arztgruppen wurden so insgesamt etwa 50 Soldatinnen und Soldaten. „Wir brauchten also dringend Raum für unsere neue Staffel Sanitätsunterstützung.“

Moderne Medizintechnik braucht moderne Infrastruktur 

Notwendig wurde der Neubau aber bereits vor diesem zwischenzeitlichen personellen Aufwuchs. Moderne Medizintechnik benötigt moderne Infrastruktur und Versorgungssysteme – von der IT-Anbindung bis hin zu komplexen Leitungs- und Filtersystemen für die Zahnarztstühle. Mit dem Fortschritt der Medizintechnik wachsen so auch die Anforderungen an die Gebäude und nur ein Neubau machte die medizinische Versorgung vor Ort zukunftssicher.

Ein Umzug mit Herausforderungen 

Der Umzug selbst zeigte dann im Kleinen, worauf beim Bau des Gebäudes besonderer Wert gelegt wurde: „Für uns war das im Grunde wie eine Verlegeübung, auch wenn das alte Gebäude gleich nebenan ist,“ berichtet Hauptfeldwebel Katharina G. Sie ist für die Teileinheit Behandlung, Begutachtung und die Apotheke zuständig und organisierte den Umzug: „Medikamente erfordern eine ununterbrochene Kühlkette, auch beim Transport. Zum Glück war der Umzug im Winter,“ schmunzelt sie.

Soldat und Soldatin in einem Raum mit Regalen voller Medikamente.

Die Hauptfeldwebel Nikolei K. und Katharina G. haben den Umzug von Material, Geräten und Medikamenten organisiert

Bundeswehr/Ulrich Veen

Eine Aufgabe, die jetzt ganzjährig durch eine Zimmerdecke mit Heiz- und Kühlfunktion übernommen wird. Diese sorgt für Temperaturstabilität in den Lagerräumen und zugleich für ein angenehmeres Raumklima. Offene Fenster in Behandlungsräumen etwa bergen Risiken, von der Virenübertragung bis hin zu nicht alltäglichen aber umso gravierenderen Ereignissen, wie etwa fliegendem Besuch von Wespen oder Hornissen.

Sichere Lagerung von Gefahrstoffen

Katharinas Kamerad Hauptfeldwebel Nikolai K., der als stellvertretender Spieß auch Gebäudeverantwortlicher ist, erklärt, weshalb Infrastruktur des Sanitätsdienstes besonderen Anforderungen unterliegt: „Wir lagern hier unter anderem Gefahrstoffe, Medikamente und medizinische Gase. Dafür brauchen wir zum Beispiel konstante Temperaturen oder erhöhte Feuerfestigkeit.“

Anforderungen, denen durch umfassende bauliche Maßnahmen Rechnung getragen wurde: Am Anfang steht der funktionale Schnitt des Gebäudes mit separatem Eingang für die Beschäftigten, der neben der Steuerung des Patientenflusses auch eine systematisch sinnvolle Lagerung von Gefahrstoffen und Verbrauchsmaterial ermöglicht. Die Wände von Lagerräumen sind brandhemmend beschichtet und wo immer gefährliche Stoffe eingesetzt werden, etwa beim Röntgen, gelten strenge Sicherheitsvorkehrungen.

Ein Neubau mit Vorbildfunktion 

Die Erfahrungen aus Neubau und Nutzung des Sanitätszentrums sind auch für das Sanitätsdienstliche Infrastrukturmanagement (SIM) des Bundesbaus Baden-Württemberg von großem Interesse. Als Leitstelle des Bundes für Sanitätsgebäude werden hier Standardbauten für die Bundeswehr weiterentwickelt, standardisiert und als grundlegender Bedarf in einer Raumdatenbank geführt. Dadurch werden Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt und die Standardisierung vorangetrieben.

Das Verfahren wurde zunächst für Einsatzinfrastruktur entwickelt und soll jetzt auch im Inland helfen, schnelle Bauprojekte für die Bundeswehr zu realisieren. Der Zahnarztbereich des Sanitätszentrums Veitshöchheim wurde erstmalig vollständig nach den Standardisierungsvorgaben der Leitstelle eingerichtet. Neben Sanitätsgebäuden werden in den Leitstellen des Bundes auch andere Standardgebäude betreut. Das Ziel ist eine weitere Standardisierung – bis hin zu ganzen Liegenschaften.

Neuer Bau nach altem Verfahren 

Oberstleutnant Johannes M. vom Kompetenzzentrum Baumanagement des BAIUDBw in München betont die gute Abstimmung und Koordination zwischen Bundeswehr und ziviler Bauverwaltung: „Wir hatten keinerlei Verzug, obwohl die Einzelgewerke noch wie bisher üblich an Einzelunternehmer vergeben wurden.“ Dieses „traditionelle Verfahren“ sei grundsätzlich aufwendig für Bauherr und Landesbauverwaltung, habe es aber ermöglicht, die regionale Wirtschaft bei der Bausumme von über 7,5 Millionen Euro breitflächig einzubeziehen.   

„Hier in Franken und der Oberpfalz findet viel Ausbildung in der Truppe und großen Ausbildungszentren statt“, erläutert M.. Ein Übungsbetrieb, der künftig mit dem Wachstum der Bundeswehr noch deutlich zunehmen könnte. „Entsprechend groß ist der aktuelle Bedarf an Infrastruktur, um unseren Aufwuchs weiter abzusichern.“

von Ulrich Veen  E-Mail schreiben

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