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Bundeswehr-Stuben

Drei Soldaten stehen nebeneinander vor einem geöffneten Spind und einem Doppelstockbett in einem Raum.

Bundeswehr/Rolf Klatt

Mehr als ein Dach über dem Kopf

Bundeswehr-Stuben: Hier lebt Kameradschaft

Das Leben in der militärischen Gemeinschaft prägt junge Soldatinnen und Soldaten entscheidend. Dabei spielt die Stube eine wichtige Rolle.

In der Bundeswehr dienen mehr als 185.000 aktive Soldatinnen und Soldaten. Immer zu Quartalsbeginn kommen neue Rekrutinnen und Rekruten zur Bundeswehr. Einer der ersten Orte, die die jungen Menschen in der Kaserne kennenlernen, ist ihre Stube. So werden in der Bundeswehr die Zimmer genannt, in denen die Soldatinnen und Soldaten wohnen. Wir zeigen, wie die Stuben in der Bundeswehr ausgestattet sind und erklären, warum der Spind auf bestimmte Art und Weise eingeräumt wird.

Leben in der Gemeinschaft

Die gemeinsame Unterbringung stärkt den Zusammenhalt – sei es bei einer Übung, während der Grundausbildung oder im Einsatz. Genau deshalb ist die Stube wichtig für die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr. Denn nur eine Truppe, die wortwörtlich zusammenhält, kann Deutschland und seine Verbündeten schlagkräftig verteidigen. 

Ein Soldat im Porträt Hauptmann Martin E., Zugführer in der 2. Kompanie des Wachbataillons Bundeswehr/Rolf Klatt
„Kameradschaft lernt man in Gemeinschaftsunterkünften und nicht in Einzelstuben.“

Wer bei der Bundeswehr eine Stube hat, wohnt offiziell in einer „Gemeinschaftsunterkunft“. Dazu können Soldatinnen und Soldaten entweder verpflichtet werden oder es wird ihnen erlaubt. 

Soldatinnen und Soldaten über 25, die nicht zum Wohnen in den Bundeswehrunterkünften verpflichtet sind, können beantragen, in einer Stube unterzukommen. Dazu muss ihr Vorgesetzter allerdings die Erlaubnis erteilen. Vorrang haben immer diejenigen, die zum Wohnen in der Gemeinschaftsunterkunft verpflichtet sind.  Sollten die Kapazitäten reichen, können die freiwillig in der Kaserne Wohnenden gegen eine niedrige Unterkunftspauschale aber ebenfalls eine Stube beziehen.

Wie sieht es auf Stube aus?

In der Bundeswehr haben alle Teilstreitkräfte sowie der Unterstützungsbereich Kasernenstuben. Allerdings gibt es viele unterschiedliche Bautypen und Baualtersklassen. Dementsprechend unterscheiden sich die Grundrisse der Zimmer und die Anordnung der Möbel je nach Standort.

Die Ausstattung der Kasernenunterkünfte hat sich seit der Gründung der Bundeswehr in der jungen Bundesrepublik im Jahre 1955 kontinuierlich weiterentwickelt. Die ursprünglich einfach gestalteten Doppelstockbetten und Holzspinde wurden in den 70er-Jahren durch die Möbelserie Olympia abgelöst. Das in grün, blau und orange gehaltene Mobiliar des Olympischen Dorfes von 1972 wurde bis in die 2000er-Jahre genutzt.

In den 90er-Jahren wurde eine neue Möbelserie entwickelt. Sie heißt Buche Dekor und zeichnet sich dadurch aus, dass das Material von Bett, Tisch, Stuhl und Spind noch robuster und belastbarer als bei der Vorgängerserie ist. Diese Ausstattung befindet sich gegenwärtig in mehr als 80 Prozent aller Stuben der Bundeswehr.

Die Anzahl der Soldatinnen und Soldaten, die eine Stube belegen, richtet sich danach, wieviel Personal an den jeweiligen Standorten eingesetzt ist. In der Grundausbildung sind die allermeisten Soldatinnen und Soldaten zu dritt oder viert auf einer Stube untergebracht. Mit höherem Alter und Dienstgrad steigt die Wahrscheinlichkeit, sich mit weniger Personen eine Stube zu teilen. So wird angestrebt, im Rahmen der Unterkunftskapazitäten bereits nach der Grundausbildung Einzelunterkünfte zu vergeben.

Immer gilt: Männer und Frauen werden getrennt untergebracht. Entsprechende sanitäre Einrichtungen gibt es in allen Liegenschaften.

Wie lebt es sich auf der Stube?

Bei der Stubenausstattung gilt vor allem der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit. Leitgedanken sind hier etwa:

Gleichzeitig sind Extras, die seit 2015 in vielen Kasernenstuben zu finden sind, für viele Bundeswehrangehörige eine willkommene Ergänzung der Grundausstattung. Hierzu gehören unter anderem Kühlschrank, Spiegel, zusätzliche Steckdosen für eigene elektronische Geräte wie Laptops und Smartphones oder individuell dimmbares Licht.

Insgesamt ist die Bedeutung einer adäquaten Stubenausstattung für die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr nicht zu unterschätzen. Die Stube ist Rückzugs-, Regenerations- und Lernort zugleich. Beim abendlichen Studium wird über den Tag erlerntes Wissen gemeinsam wiederholt. Man tauscht sich aus, lernt voneinander und unterstützt sich gegenseitig.

Was hat es mit dem Spind auf sich?

Die Ausrüstung für ihren Auftrag lagern die Männer und Frauen der Truppe vor allem im Spind. Hier haben die dienstliche Kleidung, die soldatische Ausrüstung, aber auch die Privatsachen ihren Platz. Über hundert Einzelteile erhalten Rekrutinnen und Rekruten zu Beginn ihrer Dienstzeit. Das sind in etwa 65 Kilogramm, die für Gefechtsdienst, Schießausbildung oder Sport verwendet werden. Im Spind hat alles seine Ordnung – und das nicht ohne Grund. Im Ernstfall sollen alle jeden Ausrüstungsgegenstand blind finden können. Bei Nachtalarm ist das durchaus wörtlich zu nehmen. Die Prüfung auf Vollständigkeit der Ausrüstung sowie das schnelle Umziehen sind darum ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung aller Rekrutinnen und Rekruten.

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Bundeswehr

  • Eine Portraitaufnahme von Schreibutensilien, auf weißen Hintergrund.
    Bundeswehr/Torsten Kraatz

    Schreibutensilien

    Notizbuch, Stifte, Vorschriften und Co. finden auch ihren Platz im Spind, damit wichtige Unterlagen nicht verloren gehen.

  • Eine Portraitaufnahme von einer Schublade, auf weißen Hintergrund.
    Bundeswehr/Torsten Kraatz

    „Blauer Blitz“

    Frauen erhalten einen Badeanzug. Männer eine Badehose – die gern „blauer Blitz“ genannt wird. Socken und allerlei Kleinkram finden auch Platz.

  • Eine Portraitaufnahme von Schließfach, andem ein Vorhängeschluss hängt, auf weißen Hintergrund.
    Bundeswehr/Torsten Kraatz

    Abschließbares Privatfach

    Raum für Privates. Was den Dienstherrn oder die Kameradinnen und Kameraden nichts angeht – das gehört hier rein.

  • Eine Portraitaufnahme von einem Gefechtshelm in olive, auf weißen Hintergrund.
    Bundeswehr/Bw Bekleidungsmanagement GmbH

    Gefechtshelm

    Schutz ist das Wichtigste. Zudem verfügt der Helm über eine Aufnahme fürs Nachtsichtgerät und Schienen zur Befestigung zusätzlicher Ausrüstung.

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    Bundeswehr/Torsten Kraatz

    Sportanzug

    Fitness spielt eine große Rolle in der Bundeswehr. Neuankömmlinge erhalten deshalb auch Sportbekleidung – lang und kurz sowie Schuhe für die Halle und draußen.

  • Eine Portraitaufnahme von Hartschalenprotektoren in Braun, auf weißen Hintergrund.
    Bundeswehr/Torsten Kraatz

    Hartschalenprotektoren

    Im Gefechtsdienst sind Soldatinnen und Soldaten oft auf den Knien unterwegs. Mit entsprechenden Protektoren kein Problem.

  • Eine Portraitaufnahme von Kampfstiefel schwer und leicht, auf weißen Hintergrund.
    Bundeswehr/Bw Bekleidungsmanagement GmbH

    Kampfstiefel

    In der Truppe gibt es für jeden das passende Schuhwerk. Leichte braune Stiefel für heiße Tage, schwarze für den Winter.

  • Eine Portraitaufnahme von einem modularen Rucksacksystem in olive, auf weißen Hintergrund.
    Bundeswehr/Bw Bekleidungsmanagement GmbH

    Modulares Rucksacksystem

    Ein großer 80-Liter-Rucksack und der kompakte Daypack. Zusammen bieten die beiden Rucksäcke auch bei langen Übungen genügend Stauraum.

  • Eine Portraitaufnahme von einer Kampfjacke in Flecktarnmuster, auf weißen Hintergrund.
    Bundeswehr/Bw Bekleidungsmanagement GmbH

    Kampfjacke

    Viele große Taschen sind bei der äußersten Kleidungsschicht essentiell. Einschiebbare Protektoren bieten den Ellenbogen Schutz.

  • Eine Portraitaufnahme von einer Unterziehkältejacke in schwarz, auf weißen Hintergrund.
    Bundeswehr/Bw Bekleidungsmanagement GmbH

    Unterziehkälteschutzjacke

    Die Fleece-ähnliche Jacke kann im Zwiebelschalen-Prinzip an kalten Tagen unter der Oberbekleidung getragen werden.

Wie geht es weiter? Die Stubenausstattung 2026

Da die Bundeswehr gewachsen ist und weiterwachsen wird, wurde die modulare Bauweise der Möbelserie Buche Dekor weiterentwickelt und erheblich verbessert. Daraus entstand die „Stubenausstattung 2026“. Hier kann das Etagenbett flexibel aufgestockt werden – ganz wie es der Bedarf erfordert. Seine Aufbauzeit hat sich mit nur 20 Minuten enorm verkürzt. Der Spind kann nun noch flexibler erweitert werden. Zudem wird es eine Matratze mit unterschiedlichen Härtegraden auf beiden Seiten geben – damit alle Soldatinnen und Soldaten erholt zum Dienst antreten können. 

Auslöser für die Anpassung war die Einführung einer neuen und deutlich umfangreicheren persönlichen Ausrüstung und Bekleidung sowie von MOBAST (Modulare ballistische Schutz- und Trageausstattung). Das ist ein variables Schutzwestensystem. All das braucht viel Platz.

Die ersten „Stubenausstattungen 2026“ sind bereits angeliefert und sollen bis Ende 2026 in verschiedenen Liegenschaften eingebaut werden. Gleichzeitig werden ab 2027 neue Unterkünfte in modularer, standardisierter Bauweise errichtet. Das spart Zeit und Geld. Dafür wurde das im Auslandseinsatz bewährte Konzept German Armed Forces – Contractor Augmentation Program auf das Inland angepasst (G-CAP Inland). Für deren Einrichtung soll nur noch die „Stubenausstattung 2026“ verwendet werden.

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