Ausstellung würdigt 60 Jahre Ausbildung deutscher Jetpiloten in den USA
- Datum:
- Ort:
- Sheppard
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2026 feiert die Luftwaffe ihr 70-jähriges Bestehen. Zugleich blickt sie auf 60 Jahre deutscher Jetpilotenausbildung auf der Sheppard Air Force Base in Texas zurück. Was 1966 mit den ersten deutschen Flugschülern begann, ist heute Teil eines multinationalen Ausbildungsprogramms der NATO.
Drei Tornado-Kampfflugzeuge des Taktischen Ausbildungskommandos der Luftwaffe in den USA fliegen im Verband. Das Kommando besteht seit 60 Jahren und bildet deutsche Luftwaffenbesatzungen in den Vereinigten Staaten aus.
Bundeswehr/Ulrich MetternichAm 2. Januar 1956 traten die ersten Soldaten in Nörvenich ihren Dienst in der neu aufgestellten Luftwaffe an. Bereits im September desselben Jahres erhielten die ersten deutschen Piloten in Fürstenfeldbruck ihre Schwingen.
Von Beginn an war die Luftwaffe darauf ausgerichtet, ihre Fähigkeiten in die Strukturen der NATO zu integrieren. Mit dem wachsenden Bedarf an gut ausgebildeten Piloten entstand gemeinsam mit den USA die Idee, die fliegerische Ausbildung an einem zentralen Standort in den Vereinigten Staaten zu bündeln. Die Region um Wichita Falls im Norden von Texas bot dafür gute Voraussetzungen. Die dünne Besiedlung und die vielen Sonnentage ermöglichten einen regelmäßigen Flugbetrieb.
1966 startete die Ausbildung deutscher Flugschüler auf der Sheppard Air Force Base und entwickelte sich zu einer langjährigen Erfolgsgeschichte. Die Zusammenarbeit bei der Pilotenausbildung weckte das Interesse weiterer Nationen und wurde zur Grundlage des heutigen Euro NATO Joint Jet Pilot Training, kurz ENJJPT.
Oberst Carsten Wolters eröffnet die Ausstellung zum 60-jährigen Bestehen der deutschen Jetpilotenausbildung auf der Sheppard Air Force Base
Bundeswehr/PIZLwDie Ausstellung „60 Years of Training and Friendship“ erinnert an sechs Jahrzehnte gemeinsamer Ausbildung. Gleichzeitig bewahrt sie persönliche Erinnerungen an die frühen Jahre, die mit dem Ausscheiden von immer mehr Zeitzeugen verloren zu gehen drohen. Oberst Georg Wolters, Kommandeur des Taktischen Ausbildungskommandos der Luftwaffe in den USA, sieht in der Ausstellung deshalb mehr als eine historische Rückschau: Sie soll Erinnerungen bewahren, das Erinnern unterstützen und der heutigen Generation Informationen über die gemeinsame Geschichte vermitteln.
Die Besucherinnen und Besucher erhalten Einblicke in sechs Jahrzehnte Ausbildung und die Entwicklung des ENJJPT-Programms. Dabei geht es nicht nur um Flugzeuge, Ausbildung und militärische Zusammenarbeit. Die Ausstellung zeigt auch die persönlichen Verbindungen, die zwischen deutschen und US-amerikanischen Soldatinnen und Soldaten sowie ihren Angehörigen entstanden sind.
Diese Partnerschaft reicht weit über den militärischen Bereich hinaus. Eine besondere Rolle spielt dabei die Junior League mit ihrem International Friendship Committee. Die Organisation wurde bereits 1966 gegründet, um ausländische Flugschüler in Wichita Falls zu unterstützen. Bis heute engagiert sie sich als deutscher Country Sponsor. Die über Jahrzehnte gewachsene Verbundenheit zwischen der Stadt und den deutschen Soldatinnen und Soldaten spiegelt sich auch im Titel der Ausstellung wider: „60 Years of Training and Friendship“.
Ergänzt wird die Ausstellung durch einen Dokumentarfilm mit persönlichen Erinnerungen und historischen Aufnahmen aus sechs Jahrzehnten. Einen besonderen Blick auf die Entwicklung der Ausbildung ermöglicht Oberst Timo Heimbach. Er wurde 1996/1997 selbst als Flugschüler im ENJJPT-Programm auf der Sheppard Air Force Base ausgebildet und ist dort heute Commander der 80th Operations Group.
Als Zeitzeuge hat Heimbach die Entwicklung des Programms erlebt. In den vergangenen drei Jahrzehnten haben sich Flugzeuge, Technik und Waffensysteme erheblich weiterentwickelt. Gleichzeitig sind zentrale Elemente der Ausbildung erhalten geblieben. Für Heimbach ist die Zeit in Sheppard deshalb nicht nur ein Abschnitt seiner militärischen Ausbildung. Sie steht auch für die persönlichen Erfahrungen und Verbindungen, die mit dem Ausbildungsstandort verbunden sind.
Damit verknüpft die Ausstellung persönliche Erinnerungen mit der Entwicklung der militärischen Fliegerei. Sie zeigt, wie aus einer bilateralen Ausbildungskooperation eine internationale Partnerschaft entstanden ist.
von Ronnie Hoppe