Luftwaffe
Geschichten aus der Luftwaffe

Die Luftwaffe würdigt die Biene nicht nur am heutigen Weltbienentag

Die Luftwaffe würdigt die Biene nicht nur am heutigen Weltbienentag

  • Umweltschutz
  • Luftwaffe
Datum:
Ort:
Deutschland
Lesedauer:
4 MIN

Bienen und Luftwaffe: Prallen da Gegensätze aufeinander oder gibt es eventuell Gemeinsamkeiten? Folgt man dem Charakter der Insekten als auch dem Selbstverständnis der geflügelten blauen Truppe, können bisweilen erstaunliche Parallelitäten ins Auge fallen, der Aktionsraum „Himmel“ ist hier noch der offensichtlichste.

Ein Bienenkasten steht auf einer grünen Wiese.

Für Bienen und deren Behausungen finden sich auf an den Standorten der Luftwaffe jede Menge Platz. Hier beispielsweise auf dem Ausstellungsgelände des Militärhistorischen Museums Berlin Gatow.

Bundeswehr/Christian Timmig

Doch dazu gesellen sich noch einige mehr – für die Luftwaffe ist die Biene mehr als nur das Symboltier der Stunde. „Wie in einem Bienenstock“, so bezeichnet der Volksmund geschäftiges Treiben, und genau so geht es auch auf den Fliegerhorsten, Werften und Kasernen der Luftwaffe zu.

Ein Vergleich der Standorte mit einem Bienenstock, in dem es summt und brummt, in dem alle und alles dazu dient, die Sicherheit des deutschen Luftraumes zu garantieren, ist nicht weit hergeholt. Weitere Ableitungen runden die Ähnlichkeiten ab: Teamgeist, Freude am Dienen, Fleiß und Wehrhaftigkeit bei herausgestellter Friedfertigkeit sind einige der Aspekte.

Ein Biene fliegt vor eine lilanen Blüte.

Auf den Flächen der Fliegerhorste tummeln sich zahlreiche Bienenarten. Rund 500 Arten davon gibt es allein in Deutschland.

Bundeswehr/Thomas Skiba

Die Biene als Igel mit Flügeln

Zu den Bienen wie zur Luftwaffe passt die letzte Strophe des Gedichtes „Bewaffneter Friede“ von dem Dichter Wilhelm Busch (1832-1908), der in Unkenntnis über das Potential von Militärflugzeugen, darin zwar den Igel als Friedensheld hervorhebt. „…und trotzt getrost der ganzen Welt, bewaffnet, doch als Friedensheld“, heißt es dort. Würde der Humorist und hintersinnige Denker in unserer heutigen Zeit leben und schreiben und die deutsche Luftwaffe vor Augen haben, hätte er mit Sicherheit das pelzige Insekt zur Hauptfigur seiner Geschichte werden lassen. Mit Fug und Recht kann die Biene als „Igel mit Flügeln“ bezeichnet werden. Gespiegelt auf die Luftwaffe heißt das: eine reales Kampfpotential zu besitzen, das nur dann angewandt wird, wenn man ihr selbst oder ihren Nächsten mit Gefahr droht.

Ein Schild vor einer Wiese, dass über Bienen informiert.

Schon seit längerem werden auf den Standorten der Luftwaffe Blühflächen ausgewiesen. Ständig kommen neue hinzu.

Bundeswehr/Pressestelle Einsatzführungsbereich 3

Luftwaffe setzt sich für die Bienen ein

Am Weltbienentag, der immer am 20. Mai begangen wird, soll das Thema „Bienen und ihre Bedeutung“ für die Menschen, ja für die Welt an sich, bewusst gemacht werden. Gleichzeit geht von diesem Tag die Anregung aus, die Artenvielfalt und damit eine gesunde Umwelt zu erhalten und mit nachhaltigen Projekten zu unterstützen. Auch hier ist die Luftwaffe Vorreiter, etwa in dem Anlegen von naturbelassenen Ruhezonen an ihren Standorten oder durch die Einführung neuer Technologien. Stichworte sind die vorgesehene Nutzung synthetischer Kraftstoffe oder der Betrieb von im Verbrauch sparsamer Triebwerke. Denn eine Welt ohne Bienen ist undenkbar.

Eine Wiese voll mit blühenden Blumen. Am Ende der Wiese sind Schießscheiben zu sehen.

Biathlonstand und Blumenwiese. Die einzigartigen Buckelwiesen sind ein Refugium für seltene Tiere und Pflanzen. Damit sich die Natur entwickeln kann, werden Blühwiesen nur zweimal im Jahr gemäht. So können sie den Insekten Lebensraum bieten.

Bundeswehr/Pressestelle Mittenwald

Fliegerhorste und Blühwiesen

Die Bedeutung von Bienen als Bestäuber für Biodiversität und Ernährungssicherheit ist elementar für die Menschheit, heißt es in dem Web-Auftritt zum Weltbienentag. Allein in Deutschland finden wir 585 unterschiedliche Wildbienenarten und die Honigbiene kommt noch hinzu. Davon stehen rund 300 auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Gründe sind unter anderem das Wegbrechen des Lebensraumes, Nahrungsmangel aufgrund von Monokulturanbau in der Landwirtschaft und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

In vielen Standorten der Luftwaffe werden die Grasflächen rund um die Rollbahnen nur noch zweimal im Jahr gemäht. Mit dieser Art der Bewirtschaftung, die der Naturschutzbund (Nabu) empfiehlt, wird ein wichtiger Beitrag zum Insektenschutz geleistet. Blühende Wildblumen locken zahlreiche Insekten an, zum Beispiel Bienen, aber auch Schwebfliegen oder Schmetterlinge, und bieten ihnen mit ihrem Nektar und Pollen eine wichtige Nahrungsgrundlage.

Zur Einordnung: Von dem Fliegerhorst Holzdorf ist bekannt, dass dort zwei sogenannte Insektenweiden ungestört wachsen dürfen, ein Tummelplatz für Wildbienen und ihre größeren Verwandten, die Hummeln, die sich hier ungestört entwickeln dürfen. Das ist in den meist weiträumigen Liegenschaften gegeben.

Ein startender Airbus A350 unter blauem Himmel.

Der Airbus A 350-900 XWB fliegt mit Triebwerken, die 60 Prozent weniger Flugkraftstoff verbrauchen. Auch der Einsatz von synthetischem Kraftstoff soll bald möglich sein.

Bundeswehr/Johann Michael Scheller

Bio-Honig aus Berlin und Bonn

Gleichzeitig arbeiten die Bundeswehrdienstleistungszentren mit örtlichen Imkern zusammen. Etwa im Kommando Luftwaffe am Standort Berlin-Gatow oder beim Fliegerhorst Nörvenich. Durch diese für alle Seiten nutzbringende Kooperation ist mit dem „Luftwaffenhonig“ sogar eine eigenständige Marke entstanden. Auch in der Flugbereitschaft des BMVgBundesministerium der Verteidigung am Flughafen Köln-Bonn stehen sogenannte Beuten, so heißen die Bienenbehausungen, und liefern „Luftwaffenhonig“.

Ein blaue Verpackung mit Bio-Honig der Luftwaffe.

In mehreren Kasernen der Luftwaffe gibt es Kooperationen zwischen Soldaten, Imkern und Bienen. Daraus entwickelte sich die Marke „Luftwaffenhonig“.

Bundeswehr/Thomas Skiba

Dabei kommen dem Honig und der Biene an sich eine bisher kaum beachtete Rolle zu. Beide gelten als Anzeiger für die Umweltbelastung und geben Auskunft darüber, wie es sich damit rund um den Flughafen Köln-Bonn verhält, ob die Einführung neuer Flugzeugtypen, von synthetischem Kraftstoff oder der Veränderung der Start- und Landefrequenz konkrete Auswirkungen auf die Atmosphäre und die Pflanzenwelt haben.

von Thomas Skiba

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