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Truppenbesuch

Pistorius und Breuer bei der Drohnenabwehr der Luftwaffe in Schortens

Landes- und Bündnisverteidigung

Pistorius und Breuer bei der Drohnenabwehr der Luftwaffe in Schortens

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Verteidigungsminister Boris Pistorius und Generalinspekteur General Carsten Breuer haben am 16. Juni 2026 das Objektschutzregiment der Luftwaffe auf dem Fliegerhorst Upjever in Schortens besucht und sich über die Drohnenabwehr-Fähigkeiten der Bundeswehr informiert.

Ein Zivilist und mehrer Soldaten gucken sich eine Drohne an.

Pistorius und Breuer nutzten den direkten Kontakt zu den Soldatinnen und Soldaten und ließen sich die verschiedenen Systeme erklären

Bundeswehr/Birthe Brechters

Im Mittelpunkt stand die Frage, die viele Streitkräfte weltweit beschäftigt: Wie schützt man sich vor Drohnen – schnell, zuverlässig, unter realen Bedingungen?

Eine neue Art der Bedrohung

Unbemannte Flugsysteme – Drohnen – sind in den vergangenen Jahren zu einer ernsthaften militärischen Bedrohung geworden. Kleine, preisgünstige Geräte können Stellungen aufklären, Ziele markieren oder direkt angreifen. Was früher nur einigen wenigen Staaten mit teurer Technologie vorbehalten war, ist heute für jedermann verfügbar. 

Die Bundeswehr hat auf diese Entwicklung reagiert und eigene Kräfte aufgebaut, die Drohnen erkennen, verfolgen und unschädlich machen können. Den Kern bilden Schnelle Reaktions-Elemente (SRE) zur Drohnenabwehr – kleine, schnell verlegbare Einheiten, die rund um die Uhr in einer 72-Stunden-Bereitschaft sind und einen Standort oder einen Verband gegen Drohnen schützen. Fachleute nennen diese Aufgabe Counter-UAS, also Abwehr unbemannter Bedrohung aus der Luft.

Boris Pistorius im Porträt Boris Pistorius, Bundesminister der Verteidigung Bundeswehr/Norman Jankowski
„Drohnen sind längst Standard im Truppenalltag.“

Die Luftwaffe als Vorreiter

Im April 2025 stellte die Luftwaffe als erste Teilstreitkraft der Bundeswehr ein Schnelles Reaktions-Element zur Drohnenabwehr in Dienst. Die Soldatinnen und Soldaten des Objektschutzregiments in Schortens waren mit dabei – von Anfang an. Seitdem hat sich die Einheit in Einsätzen und auf Übungen bewährt und gibt ihr Wissen inzwischen an alle anderen Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche weiter. Marine, Heer, Cyber- und Informationsraum – wer in der Bundeswehr Drohnenabwehr lernen will, kommt auf den Fliegerhorst Upjever. Die Luftwaffe hat den Anfang gemacht. Ab Juli 2026 werden alle Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche über eigene Schnelle Reaktions-Elemente zur Drohnenabwehr verfügen.

Carsten Breuer im Porträt Carsten Breuer, Generalinspekteur Bundeswehr/Tom Twardy
„Wir werden jeden Soldaten und jede Soldatin an Drohnen ausbilden.“

Was der Minister und der Generalinspekteur sahen

Der Besuch gliederte sich in zwei Teile. In einer dynamischen Vorführung erlebten Pistorius und Breuer die Drohnenabwehr unter realen Bedingungen: Die Systeme des Objektschutzregiments arbeiteten im Zusammenspiel, von der Aufklärung bis zur Wirkung. Im anschließenden statischen Display standen die wichtigsten Geräte nebeneinander – Aufklärungssysteme, die Drohnen im Umkreis aufspüren, Erkennungssoftware, die Freund und Feind unterscheidet, und Abwehrsysteme, die einen unerwünschten Flugkörper präzise stoppen. Mit Netzwerfern oder eigenen Ramm-Drohnen lässt sich eine anfliegende Drohne vom Himmel holen. Die Technik ist in kurzer Zeit deutlich weiterentwickelt worden, getrieben auch von der Arbeit des Innovationszentrums der Bundeswehr in Erding.

Ein Soldat und ein Zivilist stehen zusammen. Vor ihnen eine Drohne.

Selbst kleine Details interessierten Verteidigungsminister Pistorius

Bundeswehr/Birthe Brechters

Nicht alles, was die Soldatinnen und Soldaten in Schortens können, sollte öffentlich gezeigt werden. Wer zu viel preisgibt, hilft potenziellen Angreifern, sich darauf einzustellen. Deshalb bleibt ein Teil der Fähigkeiten und Taktiken bewusst im Verborgenen.

Pistorius und Breuer nutzten den direkten Kontakt zu den Soldatinnen und Soldaten – sie fragten nach, hörten zu, sprachen über Erfahrungen aus dem Einsatz.

Boris Pistorius im Porträt Boris Pistorius, Bundesminister der Verteidigung Bundeswehr/Norman Jankowski
„Deutschland ist nach der Ukraine der wichtigste Drohnen-Hotspot in Europa.“

Keine Kriegstüchtigkeit ohne Counter-UAS

Dass der Verteidigungsminister und der ranghöchste Soldat der Bundeswehr gemeinsam nach Schortens fuhren, war kein Routinebesuch. Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hat gezeigt, welche Rolle Drohnen auf modernen Schlachtfeldern spielen – und wie wichtig es ist, darauf eine belastbare Antwort zu haben. Von den Erfahrungen der Ukraine profitiert die Bundeswehr dabei unmittelbar. Sie fließen in Ausbildung, Taktik und Technik ein.

Die Bundeswehr baut ihre Antwort auf Drohnen konsequent aus. Hochmoderne Abwehrsysteme werden beschafft – schnell und in großer Zahl. Was auf dem Fliegerhorst Upjever steht, kann verlegen, reagieren und eingesetzt werden, im Inland wie im Ausland. Auch dort haben die Soldatinnen und Soldaten des Objektschutzregiments der Luftwaffe bereits Erfahrung gesammelt: bei der Sicherung von Standorten in Belgien und Dänemark.

von Thomas Skiba

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