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Cyber- und Informationsraum
Gelber Merkur 2026

Gefahr von Oben: Die Drohnenabwehr-Spezialisten

Übung

Gefahr von Oben: Die Drohnenabwehr-Spezialisten

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Drohnen sind vom modernen Gefechtsfeld nicht mehr wegzudenken und stellen eine große Gefahr für die eigenen Soldatinnen und Soldaten dar. Diese abzuwehren, ist Aufgabe des Drohnenzugs vom Bataillon Elektronische Kampfführung 911. Diese wichtige Aufgabe trainierte die Einheit bei der Übung Gelber Merkur 2026 unter realitätsnahen Gefechtsbedingungen.

Eine Soldatin hält eine Drohne in den Händen, zwischen weiteren Personen stehen Störsender.

Rückendeckung für die Truppe: Zugführerin Hauptmann Luisa G. (l.) und Bataillonskommandeur Oberstleutnant Jörg Söder (3.v.l.) mit Soldaten vom Drohnenzug des Bataillons Elektronische Kampfführung 911 aus Stadum

Bundeswehr/Maximilian Bosse

Bei der jährlich stattfindenden IT-Übung Gelber Merkur werden die Einrichtung sowie der Betrieb und die schnelle Verlegung von mobilen Service Delivery Points (SDP) der IT-Bataillone der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum trainiert. Ein SDP ist ein Verbund verschiedener mobiler Systeme zur Kommunikation und Datenübertragung, beispielsweise Satellitenkommunikation. Vereinfacht gesprochen sind die dort eingesetzten Soldatinnen und Soldaten mit ihrer Technik die Telekommunikations-Provider im Feld. Es gilt dabei, die Führungsfähigkeit der Gefechtsstände in einem Szenario der Landes- und Bündnisverteidigung sicherzustellen, mehr dazu lesen Sie hier

Realitätsnah heißt dabei auch, dass die Gefahr durch Drohnenaufklärung und auch Angriffe durch unbemannte Luftfahrzeuge mitbedacht werden müssen. Hier kommt der Drohnenzug des EloKa-Bataillons 911 aus dem nordfriesischen Stadum ins Spiel. „Es geht darum, die Männer und Frauen auf dem Gefechtsfeld bestmöglich zu schützen“, umreißt Bataillonskommandeur Oberstleutnant Jörg Söder die Aufgabe. „In den vergangenen Jahren kam es vermehrt zu Drohnensichtungen, deshalb war der Zug hier auch bei der realen Abwehr tätig“, ergänzt er.

Schnelles Handeln ist gefragt

Teil der Übung ist daher auch, dass verschiedene Drohnenlagen eingespielt werden. Egal, ob Real- oder Übungslage, der grundsätzliche Ablauf läuft wie folgt: Zunächst stellen die Spezialistinnen und Spezialisten des Drohnenzugs fest, ob es sich um ein eigenes oder ein unbekanntes, eventuell feindliches Objekt handelt. Anschließend muss geklärt werden, welche Absicht mit dem unbemannten Luftfahrzeug verfolgt werden könnte. Nicht immer steckt zwingend ein Ausspähversuch oder gar ein Angriff hinter dem Summen am Himmel. Denn dadurch, dass die Fluggeräte immer erschwinglicher werden, haben auch viele Hobbypilotinnen und -piloten ihre Freude am Fliegen mit Drohnen entdeckt.

In Abstimmung mit der übergeordneten Führung – und im Inland auch mit den zuständigen Behörden – folgt dann die Entscheidung, wie weiter vorzugehen ist. Gegebenenfalls geht damit auch die Freigabe einher, das Fluggerät zum Landen oder gar zum Absturz zu bringen. Im Fall einer akuten Bedrohung der militärischen Sicherheit ist keine Zeit für diese Abstimmungsprozesse. Dann muss der Drohnenzug unter der Leitung von Zugführerin Hauptmann Luisa G.* direkt tätig werden und schnell entscheiden, welches der zur Verfügung stehenden Mittel das geeignetste ist, um die Bedrohung aus der Luft unschädlich zu machen.

Drohnenabwehr über den Horizont hinaus

Luisa G. und ihr Zug haben an einem der Übungsorte, ganz in der Nähe zu einem SDP, Stellung bezogen. „Mit der Bewachung dieses Areals ist unsere Aufgabe längst nicht getan“, erzählt sie. Die Drohnenabwehr-Spezialistinnen und Spezialisten aus Stadum sind für die Koordinierung aller Drohnentrupps während der Übung Gelber Merkur zuständig, die sich wiederum im Umfeld der über ganz Deutschland verteilten SDPs aufhalten. Ihr Kommandeur ergänzt, dass man natürlich nicht überall gleichzeitig den Blick ins Gelände haben könne. „Es geht vielmehr darum, den Überblick zu behalten und Kräfte dorthin verschieben zu können, wo sich Schwerpunkte der Drohnenbedrohung auftun“, sagt Oberstleutnant Söder.

Das alles wird geübt, um im Ernstfall die Arbeitsfähigkeit der IT-Truppen sicherstellen und erhalten zu können. Nur wenn Daten auch fließen, ausgewertet werden können und schließlich zur Entscheidungsfindung beitragen, kann in der Folge auch die gewünschte Wirkung auf dem Gefechtsfeld erzielt werden. Die Abwehr von Drohnen trägt unmittelbar zu einer erfolgreichen Landes- und Bündnisverteidigung bei. „Indem Daten schnellstmöglich übertragen werden können, erreichen wir Informationsüberlegenheit. Danach erfolgt ebenfalls IT-basiert die Führungsüberlegenheit durch schnelle Cloud- und KI-gestützte Datenverarbeitung. Dies führt im Ergebnis durch Wahl des geeigneten Mittels zur Wirkungsüberlegenheit gegenüber dem Feind“, so Oberstleutnant Söder.

Leuchtturmprojekt Drohnenzug

Der Kommandeur erklärt, dass das Besondere am Drohnenzug nicht nur die Abwehr ist, sondern auch der Test- und Versuchscharakter der neu aufgestellten Einheit. „Am Beispiel von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine können wir sehen, welche Bedrohung von Drohnen ausgehen. Daraus ziehen wir entsprechende Lehren für das, was wir im CIR und darüber hinaus auch in der Bundeswehr brauchen“, sagt Oberstleutnant Söder. Aufgrund der Erfahrungen aus der Praxis könnten Impulse in Richtung Rüstung und Beschaffung gegeben werden, um die Streitkräfte bestmöglich für den Schutz gegen diese Fluggeräte aufzustellen.

Für Hauptmann Luisa G. ist mit der Koordinierungsaufgabe der räumlich verteilten Abwehrtrupps eine ungewohnte Herausforderung zusätzlich zur unmittelbaren Drohnenabwehr hinzugekommen. Ihr Resümee zur Übung Gelber Merkur fällt dennoch positiv aus: „Jeder hat sein Bestes gegeben. Meine Soldatinnen und Soldaten freuen sich über den Beitrag, den sie für das große Ganze geleistet haben.“

* Name zum Schutz der Person abgekürzt.

von Maximilian Bosse  E-Mail schreiben

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