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IT-Übung Gelber Merkur

Auf dem Sprung: Mobilität unter Gefechtsbedingungen

Landes- und Bündnisverteidigung

Auf dem Sprung: Mobilität unter Gefechtsbedingungen

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Als mobiles Hauptquartier steht der Brigadegefechtsstand im Fokus gegnerischer Aufklärung. Deshalb muss er regelmäßig „springen“ – also schnell den Standort wechseln. Der Service Delivery Point (SDP), ein IT-Verbund auf Rädern, folgt, um die Führung verbunden zu halten. Dieses Zusammenspiel trainiert die Bundeswehr jährlich beim Gelben Merkur.

Militär-LKW bewegen sich in Kolonne durch eine ländliche, frühlingshafte Landschaft.

Während der Übung bewegen sich IT-Bataillone in Kolonne durch ganz Deutschland, um an verschiedenen Orten ihre Service Delivery Points aufzubauen und in Betrieb zu nehmen

Bundeswehr/Stefan Uj

Im modernen Gefecht ist Verlegefähigkeit, also die Befähigung zum raschen Ortswechsel, nicht bloß eine Option, sondern eine taktische Notwendigkeit. Nur so bleibt die Führung geschützt und die Truppe handlungsfähig. Damit im Ernstfall jeder Handgriff beim „Sprung“ von Gefechtsständen und SDPs sitzt, trainiert die Bundeswehr dieses hochkomplexe Verfahren jährlich im Rahmen der IT-Übung Gelber Merkur. Die Übung ist so angelegt, dass sie die Bedingungen des modernen Gefechtsfelds so realitätsnah wie möglich abbildet.

Das Ziel: Im Ernstfall soll die Truppe nach Alarmierung schnell reagieren, verlegefähig sein und unter allen Bedingungen eine sichere Führungs- und Kommunikationsfähigkeit gewährleisten.

Die diesjährige Übung Gelber Merkur findet vom 8. bis 22. Mai 2026 bundesweit statt. Insgesamt werden rund 1.200 Soldatinnen und Soldaten mit Militärfahrzeugen eingesetzt. Sie bewegen sich sowohl im Einzelmarsch als auch in Kolonnen durch die Übungsräume.

Simulation von Gefechtsbedingungen

Das diesjährige Übungsszenario: Fiktive, mit Deutschland verbündete Staaten werden vom feindlichen Bund „OCCASUS“ angegriffen, feindliche Kräfte bewegen sich bereits auf eigenem Territorium. Die Bundeswehr ist aktiv in die Landes- und Bündnisverteidigung eingebunden. Sie muss ihre Gefechtsstände und SDPs immer wieder verlegen und dabei die Führungsfähigkeit sicherstellen. 

Dazu gehören:

Eine Gruppe von Soldaten baut die Stützen der hohen TETRAPOL-Antenne auf.

Im Team kann die Antenne nun binnen weniger Minuten aufgebaut und in Betrieb genommen werden

Bundeswehr/Stefan Uj
Soldaten bauen in einem Hangar eine große weiße Satellitenschüssel auf.

Zur besseren Tarnung gegenüber Drohnen und Luftaufklärung generell wird die Satellitenkommunikationseinheit des SDP in einem alten Flugzeughangar aufgebaut

Bundeswehr/Maximilian Bosse

Kurz erklärt:

Was ist ein Service Delivery Point?
Ein Service Delivery Point ist ein mobiler IT-Verbund der Bundeswehr, der für die Anforderungen eines Gefechtsstandes konzipiert ist. Während der Übung Gelber Merkur besteht ein SDP aus: terrestrischen Übertragungssystemen (z. B. Richtfunk), SatCom-Anlagen, mobilen Kommunikationssystemen, lokalen verlegefähigen Netzwerken und Kabelbautrupps für die Anbindung vor Ort.

Welche Aufgaben hat ein Service Delivery Point?
Ein SDP stellt alle wesentlichen IT-Services wie Telefonie, E-Mail, Datenverkehr sowie Anbindung an das übergeordnete Kernnetz bereit. Im Gefecht folgt der SDP dem Gefechtsstand und muss für dessen Bewegungen flexibel sein, um die durchgehende Führungsfähigkeit sicherzustellen.

Wie viele Soldaten und Soldatinnen betreiben einen Service Delivery Point?
Ein SDP wird von 20 bis 40 Soldatinnen und Soldaten betrieben.

Wie unterscheidet sich der große SDP vom kleinen SDP?
Hauptsächlich unterscheiden sich die großen SDPs durch ihre Anzahl an Richtfunk- und strategischen Hochfrequenztrupps sowie in der Größe der SatCom-Anlagen von den kleineren Versionen, welche taktische Richtfunksysteme beinhalten. Auch bei der Anzahl der Kabeltrupps und dem Vorhandensein eines zellularen Netzes gibt es Unterschiede.

von Pia Martino  E-Mail schreiben

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