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Cyber- und Informationsraum
Künstliche Intelligenz

KI – Die unsichtbare Superkraft der Zukunft

Internationale bewaffnete Konflikte haben die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz für militärische Anwendungen in rasantem Tempo vorangetrieben. Spätestens seit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und dem Krieg in Gaza wurde deutlich, dass Entwicklung und Nutzung von KI längst Teil der militärischen Praxis sind.

Grafik eines stilisierten Kopfes aus Datenverbindungen

In der militärischen Forschung und Nutzung wächst die Bedeutung von KI immer stärker

Pixabay/DeltaWorks

KI zählt derzeit zu den Hauptthemen, wenn es um Zukunftstechnologien und deren Weiterentwicklung sowie Operationalisierung geht. Führende Unternehmen wie Apple, Google, Meta, OpenAI und Microsoft konkurrieren im zivilen Anwendungsbereich um immer fortschrittlichere Technologien und höhere Leistungsfähigkeit ihrer Systeme. Auch in der militärischen Forschung und Nutzung wächst die Bedeutung von KI

Militärische Nutzung und Forschung 

Ein bemerkenswertes Beispiel für die militärische Nutzung von KI findet sich im EloKa-Bataillon 912, einem Bataillon für Elektronische Kampfführung der Bundeswehr. Das dort betriebene KI-Labor bietet eine innovative Lern- und Entwicklungsumgebung. Es konzentriert sich auf die Integration von KI im militärischen Kontext und ist spezialisiert auf die besonderen Bedürfnisse der Bundeswehr in Bezug auf Informationssicherheit.

Hier wird an verschiedenen KI-Projekten geforscht, die darauf abzielen, neue Technologien für die Bundeswehr zu entwickeln und deren Einsatzmöglichkeiten zu testen. Das Labor bietet eine moderne Infrastruktur, in der Teams aus Soldatinnen und Soldaten und zivilen Fachkräften an innovativen Lösungen arbeiten können, um die Effektivität bei der Ausführung des hochspezialisierten Auftrags der EloKa-Bataillone zu steigern – zum Beispiel durch das maschinelle Auswerten von Funkverkehr oder die intelligente Berechnung von Flugrouten.

Ein Soldat zeigt auf einen großen Bildschirm und erklärt etwas

Ein Soldat erläutert die Künstliche Intelligenz hinter einer Anwendung, die zusammen mit dem Cyber Innovation Hub der Bundeswehr entwickelt wurde

CIHBw/Sebastian Christ

KI ermöglicht unter anderem die Erschließung gewaltiger Datenmengen in sehr kurzer Zeit, die beispielsweise durch militärische Aufklärungs- und Auswertesysteme erzeugt werden. Diese Daten müssen im Anschluss jedoch auch zu verwertbaren Informationen aufbereitet werden, damit sie zweckmäßig in Entscheidungsprozessen genutzt werden können. Dies betrifft sowohl die Authentizität der Datengrundlage als auch die Adressierung potenzieller Gefahren im Cyberraum.

Authentizität als bestimmendes Kriterium 

In immer mehr militärischen Systemen finden KI-gestützte autonome Funktionen Anwendung, etwa bei der Identifizierung von optimalen Fahr- oder Flugrouten. Gerade wenn ein Gegner Störsysteme einsetzt, beispielsweise im Bereich GPS, ist eine Auftragserfüllung ohne KI nicht mehr möglich. Die sich ständig weiterentwickelnden KI-Systeme müssen gewährleisten, dass ihre Ergebnisse zuverlässig und authentisch sind, um als Basis für operative und strategische Entscheidungen dienen zu können. Die kontinuierliche Optimierung der Technologien ist entscheidend, um die Leistungsfähigkeit und Verlässlichkeit der Systeme zu sichern.

Generalleutnant Michael Vetter, Abteilungsleiter CIT im Verteidigungsministerium
KI kann beides: Schaden anrichten, aber auch großen Nutzen bringen. KI-basierte Sicherheitskonzepte gewährleisten strategische Vorteile gegen Cyberangriffe.

Cyberraum als große Gefahr für KI-Systeme

Cyberangriffe zählen zu den größten Bedrohungen für KI-Systeme. Ihre Anfälligkeit für Hackerangriffe birgt die Gefahr, dass sensible Informationen abgezapft werden. Zunehmend nutzen Angreifer selbst KI-Technologien, um ihre Angriffe möglichst komplex zu gestalten. Automatisierte Phishing-Kampagnen, Deepfakes und das gezielte Ausnutzen von Schwachstellen in kritischen Infrastrukturen sind nur einige der Methoden, die dazu verwendet werden können, Systeme zu manipulieren, Daten zu stehlen oder militärische Operationen zu sabotieren.

Die kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Angriffsmethoden erfordert von der Bundeswehr eine ständige Anpassung und Verbesserung ihrer Sicherheitssysteme, um den Herausforderungen des digitalen Zeitalters gerecht zu werden.

Generalleutnant Michael Vetter, Abteilungsleiter CIT im Verteidigungsministerium
Mit einer durchdachten KI-Strategie können Unternehmen, staatliche Institutionen und auch die Streitkräfte sehr viel mehr erreichen, als vielfach angenommen wird. Dazu müssen aber alle Scheuklappen gegenüber der digitalen Welt, die zusehends durch KI mitgestaltet wird, abgelegt werden. Denn nur wer die Risiken und die Chancen von KI für seinen Bereich erkennt, kann die digitale Zukunft gestalten, anstatt von ihr überrannt zu werden.
von Pia Martino  E-Mail schreiben
Ein Soldat sitzt vor zwei Bildschirmen und arbeitet daran
Künstliche Intelligenz

Das KI-Labor genauer erklärt

Das KI-Labor des EloKaBtl 912 bringt Innovationen und Zukunftstechnologien direkt in die Truppe

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