International und auf Augenhöhe: Interoperabilität unter Partnern
Landes- und Bündnisverteidigung- Datum:
- Ort:
- Bydgoszcz
- Lesedauer:
- 3 MIN
Bei der multinationalen Übung CWIX testet die Bundeswehr gemeinsam mit NATO-Partnern die Interoperabilität ihrer Systeme – die Grundlage für erfolgreiche Bündnisoperationen. Oberstleutnant Thomas H.* erklärt im Interview, wie CWIX technologische Innovationen fördert und die Einsatzfähigkeit der Streitkräfte stärkt.
Oberstleutnant H. koordiniert die Projekte der Bundeswehr für die CWIX
Bundeswehr/Lea BacherleDie Bundeswehr arbeitet kontinuierlich daran, ihre Führungsfähigkeit zukunftssicher aufzustellen. Ein zentrales Element dabei ist die Coalition Warrior Interoperability eXploration, eXperimentation, eXamination, eXercise. Bei dieser multinationalen Übung im polnischen Bydgoszcz testen und verbessern NATO- und Partnernationen gemeinsam die Interoperabilität ihrer Systeme. Ziel ist es, die technische und organisatorische Zusammenarbeit im Bündnis zu stärken und die Einsatzbereitschaft in allen Dimensionen – Land, Luft, Weltraum, See sowie Cyber- und Informationsraum – zu gewährleisten.
Oberstleutnant Thomas H., nationaler Koordinator der Bundeswehr für die CWIX, spricht im Interview über die Bedeutung der Übung und die aktuellen Schwerpunkte.
26 Jahre CWIX – inwiefern hat sich die Übung im Laufe der Jahre gewandelt?
Die CWIX wird durch eine zunehmende Komplexität und den Fortschritt der Technologie bestimmt. Die Übung muss mit der Zeit gehen und sich an die geopolitische Lage anpassen, was mit einer Erhöhung der Teilnehmendenzahl und Partnernationen einhergeht.
Für die Bundeswehr bietet die Übung den Vorteil, dass die Fähigkeitsentwicklung unmittelbar mit der Rüstungsindustrie vorangetrieben werden kann und diese auch immer stärker eingebunden wird. Durch den direkten Austausch zwischen der Industrie und der Operateure vor Ort kann besser auf die Belange der Truppe eingegangen werden. Ein Beispiel für die erfolgreiche Fähigkeitsentwicklung ist das Federated Mission Networking, welches als grundlegende Vision und Basis für weitere Projekte dient.
Was steht bei der diesjährigen CWIX besonders im Fokus?
Die CWIX hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stetig weiterentwickelt. Mit dem technologischen Fortschritt und der wachsenden Komplexität moderner Einsatzszenarien ist auch die Übung gewachsen. Heute nehmen mehr Nationen und Partnerorganisationen teil als je zuvor – darunter auch Nicht-NATO- und Nicht-EU-Staaten.
Durch die gemeinsame Fähigkeitsentwicklung mit der Industrie lassen sich technische Lösungen gezielt an die Bedürfnisse der Truppe anpassen. Ein gutes Beispiel ist das stets aktuelle Thema Cloud, das auf Grund der Möglichkeiten ein guter Ansatz für die digitale Zusammenarbeit im Bündnis dient.
Warum sind Übungen wie die CWIX gerade heute so wichtig?
Die NATO ist ein Bündnis – und als solches müssen wir sicherstellen, dass unsere Systeme und Verfahren nahtlos zusammenarbeiten. Im Ernstfall darf Kommunikation nicht an technischen Hürden oder nationalen Grenzen scheitern. CWIX ist für uns deshalb so wichtig, weil wir hier unter realitätsnahen Bedingungen testen, wie gut unsere Systeme mit denen der Partner funktionieren. Das beste System nützt nichts, wenn es nicht interoperabel ist. Ein weiterer Vorteil: Die Operateure und Entwickler können sich vor Ort direkt austauschen, voneinander lernen und gemeinsam Lösungen finden. CWIX ist ein wichtiger Baustein im Gesamtprozess, der durch weitere Übungen wie STEADFAST COBALT ergänzt wird.
*Name zum Schutz der Person abgekürzt.
von Luna van Balen E-Mail schreiben