Aufklärungssystem PEGASUS geht in die nächste Phase
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- Bonn
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Das neue luftgestützte Aufklärungssystem PEGASUS soll ab 2028 einen wichtigen Beitrag zur Verteidigungsbereitschaft leisten. Integriert wird PEGASUS in Flugzeuge des Typs Bombardier Global 6000. Zu diesem Zweck werden nun die ersten Maschinen aus den USA nach Deutschland überführt. Dort wird dann die hochmoderne Aufklärungstechnik eingebaut.
Der erste Testflug des modifizierten Flugzeugs für das Projekt PEGASUS fand 2024 in Wichita in den USA statt
BombardierIn der aktuellen kritischen Sicherheitslage kann Wissensvorsprung über Erfolg und Misserfolg von Einsätzen und Missionen entscheiden. Das neue Aufklärungssystem PEGASUS soll Deutschland und Europa vor militärischen Überraschungen schützen und so maßgeblich zur Verteidigungsbereitschaft beitragen.
PEGASUS wird ein bemanntes Aufklärungsflugzeug auf Basis des Geschäftsfliegers Bombardier Global 6000 sein. Die Abkürzung steht für Persistent German Airborne Surveillance System, in der deutschen Übersetzung: deutsches System zur dauerhaften luftgestützten Überwachung. Das Gesamtsystem soll die Bundeswehr befähigen, militärische Funkverkehre und Radaremissionen aus großer Entfernung zu erfassen. Es dient somit der Krisenfrüherkennung, Lagebeurteilung und Feststellung der Bedrohungslage in potenziellen Einsatzgebieten.
Die Kernfähigkeiten von PEGASUS sind:
Das Projekt PEGASUS umfasst drei modifizierte Flugzeuge auf Basis der Bombardier Global 6000. Diese Jets werden mit einem SIGINT-System ausgestattet und verfügen über neueste und hoch entwickelte Sensorik zur Fernmelde- und Elektronischen Aufklärung.
PEGASUS wird nach der finalen Abnahme modernste SIGINT-Fähigkeiten und fliegende Aufklärungssensorik in die Bundeswehr bringen. Die Systeme werden in den kommenden Jahren einen wichtigen Beitrag zur deutschen Sicherheitsarchitektur leisten. Denn genau die Fähigkeiten von PEGASUS sind unerlässlich, um Streitkräften und Regierungsbehörden Informationen über die aktuelle militärische Nutzung des elektromagnetischen Spektrums zu liefern.
Bis 2028 soll PEGASUS eine Fähigkeitslücke schließen, die die Bundeswehr schon seit 2010 hat. Damals wurden die beim Marinefliegergeschwader 3 in Nordholz stationierten Aufklärungsflugzeuge Breguet 1150 M Atlantic außer Dienst gestellt. Sie waren zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als 40 Jahre alt. Der ursprünglich geplante Eurohawk und die US-amerikanische unbemannte Drohne MQ-4 TRITON waren aufgrund fehlender Voraussetzungen nicht als Nachfolger geeignet und wurden deshalb in den folgenden Jahren nach diversen Tests verworfen. Nun kommt stattdessen PEGASUS.
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Danach begannen 2024 die Testflüge. Diese konnten in 2025 nahezu abgeschlossen werden, weshalb die Musterzulassung durch die Bundesluftfahrtbehörde der Vereinigten Staaten, die Federal Aviation Administration (FAA), zum Zeitpunkt der Überführung fast abgeschlossen ist.
Die Überführung der ersten beiden Flugzeuge aus den USA nach Deutschland zur Lufthansa Technik nach Hamburg ist für Ende 2025 datiert. Hier beginnen die abschließenden Arbeiten zur Integration der durch die Firma Hensoldt entwickelten SIGINT-Sensorik.
Neben Bombardier, Lufthansa Technik und Hensoldt sind rund 30 weitere Firmen an der Entwicklung und dem Umbau der Maschinen beteiligt. Die Übergabe an die Bundeswehr ist ab 2027 geplant, wobei die initiale Einsatzfähigkeit voraussichtlich ab 2028 erreicht werden soll. Stationiert wird die PEGASUS-Flotte beim Taktischen Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ auf dem Fliegerhorst Schleswig-Jagel.
Das Flugzeug Bombardier Global 6000 in der Modifikationsphase
BombardierZum System gehören neben den Flugzeugen ein SIGINT-Bodensegment, ein Referenzsystem und eine Ausbildungsanlage, die durch Fachpersonal der Elektronischen Kampfführung betrieben werden wird. Geflogen werden die Maschinen von Angehörigen der Luftwaffe. Spezialistinnen und Spezialisten der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum (CIR) werden als Bedienpersonal an Bord sein – eine teilstreitkraftübergreifende Zusammenarbeit wie bei den Flottendienstbooten, auf denen Personal der Marine und des CIR eingesetzt sind.
von Pia Martino E-Mail schreiben