Cyber- und Informationsraum

Helium-Ballons für die Kommunikation mit der Bevölkerung

Helium-Ballons für die Kommunikation mit der Bevölkerung

  • Übung
  • Cyber- & Informationsraum
Datum:
Ort:
Mayen
Lesedauer:
3 MIN

Auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz wird seit Anfang September wieder voll geübt. Eine der ersten, die nach den Beschränkungen das weitläufige Terrain nutzten, waren die Kameradinnen und Kameraden des APV-Zuges des Zentrums für Operative Kommunikation der Bundeswehr im rheinland-pfälzischen Mayen. Sie nutzen Helium-Ballons, um mit Flugblättern zu informieren.

Zwei Soldatinnen präparieren die Ballons vor einem Fahrzeug.

Mindestens einmal im Jahr übt die Truppe aus der Eifel auf dem Truppenübungsplatz in der Oberlausitz

Bundeswehr/Anne Weinrich

Vorsichtig befestigt Stabsunteroffizier Eric Bläser den Rand eines Wettersondenballons (WSB 300) über einem Abfüllgerät für Helium. Dann wird das Ventil geöffnet. Langsam strömt das Helium in den Ballon. 4,6 Kubikmeter werden pro Ballon gebraucht „Wenn er einen Durchmesser von ungefähr 1,70 Metern hat, ist er gut gefüllt, das ist wichtig, damit der Ballon sein vorher berechnetes Ziel erreicht“, erklärt Stabsunteroffizier Eric Bläser. Mit einer Schnur verschließt er den Ballon.
Eric Bläser ist Truppführer beim APV-Trupp. Die Abkürzung steht für „Abstandsfähige Produktverbringung“. Auftrag des Trupps aus dem rheinland-pfälzischen Mayen ist es, Informationsblätter mit Hilfe von Heliumballons zu verteilen.

Zwei Wochen lang war der APV-Trupp aus Mayen in der Oberlausitz, um das richtige Navigieren, Befüllen und Starten der Ballons zu üben. Mit den heliumgefüllten WSB 300 können im Einsatz Informationen an die Bevölkerung verteilt werden. Dass die Flugblätter genau dort landen, wo sie sollen, das ist eine der Herausforderungen des APV-Trupps.

Windmessstation als wichtigstes Gerät

Bei strahlend blauem Himmel und leichtem Westwind starteten die Kameradinnen und Kameraden an diesem Tag im Lager Haide des Truppenübungsplatzes Oberlausitz. Wichtigstes Fahrzeug in der Kolonne: das Führungsfahrzeug „Eagle“ mit seiner mobilen Windmessstation. In den darauffolgenden MAN-Lkws werden die Heliumflaschen, die Befüllungsanlage, fertig gepackten Flugblatt-Pakete, Werkzeug, Zeitschaltuhren und die Männer und Frauen des APV-Trupps transportiert.

Soldat sitzt im Fahrzeug und schaut auf dem Monitor.

Der Computer zeigt die idealen Punkte auf der Karte, wo ein Ballon gestartet werden kann, um die Flugblätter in einer bestimmten Höhe im Zielgebiet abzuwerfen

Bundeswehr/Anne Weinrich

Bis zu 30 Kilometer weit können die Ballons im Schnitt fliegen. Um einen genauen Abwurfraum für die Flugblätter zu bestimmen, wird ein roter Testballon gestartet. Diese Radiosonde hat einen Sensor. Mit ihm bestimmen die Kameraden die Windrichtung, den Luftdruck und natürlich die Windgeschwindigkeit. Während ihres Aufstieges übermittelt die Radiosonde permanent die Wetterdaten an die Computer im „Eagle“ am Boden.

2.000 Flugblätter an einem Ballon

Wichtigster Punkt auf den digitalen Karten im „Eagle“ und gut auf dem Monitor zu sehen ist die sogenannte BAST, die Ballonauflaststellung. Das sind ideale Punkte auf der Karte, von denen aus ein Ballon gestartet werden kann, um die Flugblätter in einer bestimmten Höhe in der Abwurfzone auszuklinken, damit sie ihr Zielgebiet erreichen. Ist der Startort bestimmt, fährt der Trupp dorthin und die Befüllung der großen Ballons kann beginnen. Um die Last der Flugblätter tragen zu können, werden sie mit Helium befüllt. Die rund vier Kilogramm schweren Pakete mit über 2.000 Flugblättern pro Ballon werden an den Ballons befestigt. Unterhalb des Ballons ist eine Zeitschaltuhr, die nach einer bestimmten Zeit und Steighöhe das Abwerfen der Flugblätter auslöst. Sie wird manuell durch den Truppführer eingestellt.
 

Soldat präpariert den Ballon.

Los geht’s: Vier Kilogramm wiegen die Pakete mit den über 2.000 Flugblättern. Per Zeitschaltuhr wird nach einer bestimmten Zeit und Steighöhe der Abwurf ausgelöst.

Bundeswehr/Anne Weinrich

Umweltpapier für die Übungsflüge

Mit den Heliumballons können Botschaften des Militärs an die Bevölkerung auch über weite Entfernungen verteilt werden, ohne Soldaten damit zu gefährden. Diese Art der taktischen Direktkommunikation wird vorwiegend in Einsatzländern mit schwer erreichbarem oder gefährlichem Gelände genutzt. Die Auslösehöhe der Flugblätter kann je nach Windgeschwindigkeit zwischen 800 und 5.000 Metern liegen.

Das genaue Messen der Werte ist entscheidend für den Erfolg des Auftrags: Bei dieser Übung sind die Flugblätter mit einem lila Kreis gekennzeichnet, damit man nachvollziehen kann, welche Ladung wo gelandet ist. Natürlich kann der Wind auch mal plötzlich drehen. Für diesen Fall ist die Rückseite der Blätter in Polnisch beschriftet, denn der Truppenübungsplatz befindet sich im Grenzgebiet. Die Blätter sind auf 60 Gramm schwerem Umweltpapier gedruckt und lösen sich damit nach gewisser Zeit selbst auf.
Für die Kameradinnen und Kameraden des APV-Trupps stehen in den nächsten Wochen die Vorbereitungen der VJTFVery High Readiness Joint Task Force an.

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Fahrzeuge auf einem Feldweg in Kolonne.

Hier sind die Fahrzeuge auf dem Weg zum Startort. Das Führungsfahrzeug „Eagle“ ist eine mobile Windmessstation, die darauffolgenden MAN LKWLastkraftwagen sind Rüstsatzträger und transportieren die Heliumbündel und die gesamte Ausrüstung.

Bundeswehr/Anne Weinrich
Soldaten präparieren Ballons.

Mit einer Radiosonde, die an einem roten Testballon befestigt wird, bestimmen die Kameradinnen und Kameraden des APV-Trupps den genauen Abwurfraum. Die Sonde misst Luftdruck, Windrichtung und Windgeschwindigkeit.

Bundeswehr/Anne Weinrich
Soldaten präparieren die Ballons.

Hier werden die Ballons mit Helium befüllt, damit sie die Last der Flugblätter tragen können

Bundeswehr/Anne Weinrich

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von Cornelia Riedel  E-Mail schreiben

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