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Geoinformation und Ökologie

Geoinformationswesen im Einsatz: Die Outdoor-Experten der Bundeswehr

Geoinformationswesen im Einsatz: Die Outdoor-Experten der Bundeswehr

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Was macht ein Biologe bei der Bundeswehr? Welche Rolle spielen Flora und Fauna für Planung und Sicherheit im Einsatz? Oberregierungsrat Dr. Stefan K. vom Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr in Euskirchen gibt Einblicke in ein Fachgebiet, das von Vegetationsanalyse bis Gefahrtierbewertung reicht.

Ein Mann steht im Seitenprofil vor einem Bücherregal mit Fachliteratur zu Pflanzen und Tieren.

Dr. Stefan K. ist Biologe im Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr in Euskirchen, welches der Truppe wichtige Informationen zu Flora und Fauna der Einsatzgebiete zur Verfügung stellt

Bundeswehr/Pia Martino

Man denkt bei Geoinformationen oft zuerst an Karten und Gelände. Warum sind speziell die grünen Faktoren – also Flora und Fauna – für die militärische Beratung durch das Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr in Einsatzgebieten so entscheidend?

Das prägendste Landschaftselement in unseren Breiten ist die Vegetation, also die Pflanzendecke. Ob Tundra, Wald oder Offenland, die Vegetation beeinflusst militärische Fähigkeiten unmittelbar – und das je nach Ausprägung sehr unterschiedlich. Für die Geländeanalyse ist daher entscheidend zu wissen, was wo und wie wächst. Bei der Fauna beraten wir Soldaten und Soldatinnen weltweit für jeden Einsatz zum Beispiel zu Gift- und Gefahrentieren wie Schlangen, Skorpione oder Spinnen. Zudem tragen wir dazu bei, das Risiko von Zusammenstößen zwischen Luftfahrzeugen und Vögeln zu reduzieren – etwa durch Vorhersagen des Vogelzugs, Radarbeobachtung und entsprechende Warnmeldungen.

Inwiefern beeinflussen ökologische Geofaktoren ganz konkret die Planung von Operationen oder die Sicherheit der Truppe vor Ort?

Wir betrachten Vegetation generell in drei Kategorien:

Wie gewinnt ihr Sachgebiet die notwendigen Daten über Vegetation und Tierwelt in fernen Einsatzgebieten, um präzise beraten zu können?

Wir führen Daten aus wissenschaftlicher Literatur und Datenbanken zusammen und verknüpfen diese mittels geografischer Informationssysteme, kurz GIS, räumlich. Bei Bedarf binden wir Fachexperten und -expertinnen aus der Bundeswehr oder externen Instituten ein. Ergänzend greifen wir auf Dokumentationen und Proben aus Einsatzgebieten zurück oder erheben mit unseren militärischen Kräften selbst Daten vor Ort. Die Grundlage bleibt jedoch immer eine fundierte Recherche.

Welche speziellen Qualifikationen müssen Expertinnen und Experten in ihrem Team mitbringen, um die Schnittstelle zwischen Biologie/Ökologie und Geoinformationswesen im militärischen Kontext zu bedienen?

Im Forschungsbereich Bio-/Ökologie vereinen wir Expertise aus Ornithologie, Ökologie, Zoologie, Botanik und Informatik. Diese Kombination ermöglicht eine breit aufgestellte Geoinformationsberatung. Entscheidend ist neben der fachlichen Qualifikation vor allem die Begeisterung für das Thema – wir lernen ständig dazu, das ist ein zentraler Antrieb unserer Arbeit.

Sie sind am 6. Juni 2026 auch beim Tag der Bundeswehr in Kastellaun vor Ort. Was wird den Besucherinnen und Besuchern hier seitens des Zentrums für Geoinformationswesen der Bundeswehr geboten?

Wir stellen die biologische Einsatzberatung und Ökologie vor und zeigen Beispiele zur Nutzung von Wildpflanzen im militärischen Kontext. Außerdem präsentieren wir eine Auswahl an präparierten Gift- und Gefahrentieren. Ergänzend geben wir praktische Taschenkarten aus – etwa zum Erkennen wichtiger nutzbarer Wildpflanzen. Damit wird auch der nächste Spaziergang im heimischen Wald zu einer kleinen Entdeckungsreise.

von Pia Martino  E-Mail schreiben

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