Inhalt
Cyber- und Informationsraum
Wirken auf den Willen

Die Bundeswehr übt den Informationskrieg

Landes- und Bündnisverteidigung

Die Luftwaffe hat Kampfflugzeuge, das Heer Panzer, die Marine Schiffe. Doch welche Waffen nutzt der Cyber- und Informationsraum? Die Antwort: Informationen. In aktuellen Konflikten sind Worte oft genauso mächtig wie Waffen. Werden sie gezielt eingesetzt, können sie die Kampfkraft des Gegners schwächen, das eigene Lagebild verbessern oder die Zivilbevölkerung beeinflussen.

Menschengruppe aus Zivilisten (Schauspieler) mit Schildern und Soldaten

Schauspieler fordern die Übungsteilnehmer als demonstrierende Zivilisten heraus und sollen Reaktionen provozieren

Bundeswehr/Maximilian Maiwald

Während früher Flugblätter aus Flugzeugen abgeworfen wurden, ist der Kampf um die Köpfe heute digital: Social-Media-Kampagnen, Deep Fakes und gezielte Fehlinformationen sind aktuelle Werkzeuge im Arsenal der Informationskrieger. Wer die Deutungshoheit über Ereignisse hat, kann die Reaktionen von Gegnern, Verbündeten und Zivilisten beeinflussen. Informationsoperationen sind daher längst integraler Bestandteil der Verteidigungsstrategie.

„Die Übung Active Vulcano zeigt, dass das Informationsumfeld als Teil aktueller Kriege und Bedrohungen immer wichtiger wird“, erklärt Oberstleutnant Heiko L., der gesamtverantwortliche Übungsplaner.

Ein modernes Gefechtsfeld: Der Krieg um Informationen

Das Übungsszenario von Active Volcano ist zwar fiktiv, orientiert sich aber an realen geopolitischen Entwicklungen. In diesem Jahr lag der besondere Fokus auf dem Trainieren der Arbeitsprozesse unter möglichst realistischen Einsatzbedingungen sowie auf der weiteren Verbesserung und Stärkung der Zusammenarbeit mit befreundeten Nationen.

„Bei unserer Übung Active Vulcano 2026 wurde dieses Jahr auch erstmalig zivile Infrastruktur als Übungsgelände genutzt. Das hilft uns, die Szenarien realistischer darzustellen und auch den Aspekt der Landes- und Bündnisverteidigung mehr zu integrieren. Dadurch konnten die Soldatinnen und Soldaten üben, sich an reale Bedingungen anzupassen, die im Ernstfall auf sie zukommen könnten“, so Oberstleutnant Heiko L.

Mehr täuschen als tarnen: Den Gegner mit Geräuschen und Bildern manipulieren

Die Tactical Psychological Operations Teams (TPTTactical Psychological Operations Teams) unterstützen das Geschehen auf dem Gefechtsfeld und darüber hinaus. Sie sind zum Beispiel besonders geschult in der Gesprächsführung und bei Lautsprecheraufrufen, die den Gegner zur Aufgabe oder zum Überlaufen bringen sollen. TPTTactical Psychological Operations Teams setzen aber nicht nur auf Worte, sondern auch auf psychologische Täuschung. Schlafraubende Störgeräusche, Motorenlärm oder simulierte Bedrohungen sollen die gegnerische Truppe zermürben.

Dieses Jahr trainierten die TPTTactical Psychological Operations Teams in einer ehemaligen Militärliegenschaft ihre Abläufe. Eingesetzt wurden hier auch Drohnen. „Mit Blick auf den russischen Angriffskrieg sehen wir, dass beide Seiten – sprich die ukrainischen Streitkräfte und die Streitkräfte der russischen Föderation – Drohnen zur eigenen Aufklärung und zur Bekämpfung von Zielen nutzen. Diese Szenarien müssen wir natürlich in unsere Techniken und Taktiken überführen und üben. Dazu haben wir Drohnen zur Feinddarstellung und zur Eigensicherung eingesetzt“, erklärt Oberstleutnant Florian M. Er ist Kompaniechef und hat mit seiner Einheit die taktische Direktkommunikation trainiert.

Realistische Szenarien mit internationalen Experten

Die Übung Active Volcano startete als Abschluss der Offizierausbildung und hat sich mittlerweile auf ein großes internationales Umfeld ausgeweitet. Organisiert und durchgeführt wird sie vom Zentrum Operative Kommunikation der Bundeswehr.

Ein Highlight sind die sogenannten Academics, eintägige Workshops mit Vorträgen zu aktuellen Entwicklungen in der psychologischen Kriegsführung. Zu den Themen gehören unter anderem hybride Kriegsführung in modernen Konflikten, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und der Umgang mit Fake News.

Worte als Waffen

Die Bundeswehr rüstet sich für den Kampf um Informationen in einem zunehmend digitalen Informationsumfeld. Mit AV26 zeigt sie, wie moderne Konflikte dort und nicht nur auf dem Gefechtsfeld entschieden werden.

„Active Vulcano 2026 schlug gezielt die Brücke zwischen wissenschaftlicher, politischer und militärischer Expertise und stärkte so unser gemeinsames strategisches Verständnis“, sagt Oberst Thomas Böttger, Kommandeur ZOpKomBw Zentrum Operative Kommunikation der Bundeswehr.

von ZOpKomBw   E-Mail schreiben

Mehr zum Thema

Meldungen aus dem Cyber- und Informationsraum

Anfang Footer Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

Auf dieser Website nutzen wir Cookies und vergleichbare Funktionen zur Verarbeitung von Endgeräteinformationen und (anonymisierten) personenbezogenen Daten. Die Verarbeitung dient der Einbindung von Inhalten, externen Diensten und Elementen Dritter, der eigenverantwortlichen statistischen Analyse/Messung, der Einbindung sozialer Medien sowie der IT-Sicherheit. Je nach Funktion werden dabei Daten an Dritte weitergegeben und von diesen verarbeitet (Details siehe Datenschutzerklärung Punkt 4.c). Bei der Einbindung von sozialen Medien und interaktiver Elemente werden Daten auch durch die Anbieter (z.B. google) außerhalb des Rechtsraums der Europäischen Union gespeichert, dadurch kann trotz sorgfältiger Auswahl kein dem europäischen Datenschutzniveau gleichwertiges Schutzniveau sichergestellt werden. Sämtliche Einwilligungen sind freiwillig, für die Nutzung unserer Website nicht erforderlich und können jederzeit über den Link „Datenschutzeinstellungen anpassen“ in der Fußzeile unten widerrufen oder individuell eingestellt werden.

  • Logo der Bundeswehr

    Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

    Detaillierte Informationen zum Datenschutz finden Sie unter Datenschutzerklärung