Luftwaffe

Stärke durch Kooperation: Die Luftwaffe bei „Baltic Trident“

Stärke durch Kooperation: Die Luftwaffe bei „Baltic Trident“

  • Multinationalität
  • Luftwaffe
Datum:
Ort:
Ämari
Lesedauer:
3 MIN

Neben den deutschen Eurofightern der Mission „Verstärkung Air Policing Baltikum 2020/21“ (VAPB 2020/21) starten diese Woche auch amerikanische Jäger und Jagdbomber vom Typ F-15 gemeinsam mit KC-135-Tankern von der Ämari Air Base zu ihren Flügen. Der Grund: Die Übung Baltic Trident. Nicht nur deutsche und amerikanische Flugzeuge nehmen teil – auch die Luftstreitkräfte Polens, Litauens, Großbritanniens, Finnlands und Estlands sind dabei.

Luftraumsicherung und Übungsbetrieb laufen parallel

Winterliche Bedingungen mit Schneefall, schlechter Sicht und Kälte bestimmen Mitte März noch das Wetter in Estland. Jederzeit mögliche Alarmstarts fordern Techniker und Piloten daher besonders. Auch während der Übungswoche Baltic Trident müssen die deutschen Eurofighter der Alarmrotte (QRAQuick Reaction AlertQuick Reaction Alert) mehrmals zur Identifizierung russischer Luftfahrzeuge im internationalen Luftraum starten. Parallel dazu finden täglich Übungsflüge statt, bei denen der Luftkampf mit Jets verbündeter Nationen geübt wird.

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Ein F-15-Jet rollt zur Parkposition

Eine F-15 des 48th Fighter Wing nach der Landung in Estland

Bundeswehr/Sebastian Spindler
Ein Eurofighter rollt nach der Landung in Ämari an amerikanischen F-15 vorbei

Ein Eurofighter rollt nach der Landung in Ämari an amerikanischen F-15 vorbei

Bundeswehr/Sebastian Spindler
Ein Tankflugzeug vom Typt KC-135R rollt zur Parkposition

Eine KC-135R des 100th Air Refueling Wing nach der Landung in Estland

Bundeswehr/Sebastian Spindler

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„Auch während der andauernden Corona-Pandemie bleiben multinationale Übungen wie diese enorm wichtig für uns“, betont Oberstleutnant Sören Richter die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Bündnispartnern mit Blick auf Baltic Trident. „Im gemeinsamen Training mit unseren Verbündeten können wir uns bestmöglich auf bevorstehende Einsätze vorbereiten und dabei unsere Interoperabilität steigern.“ Der Kontingentführer der deutschen Soldaten erklärt: „Unseren Piloten bietet diese Übung eine willkommene Gelegenheit, ihre Fähigkeiten bei gemeinsamen Missionen mit den amerikanischen F-15 zu verbessern. Hierbei üben wir diese Woche vor allem Luftkampfmanöver auf kurze Entfernungen.“

Auch Luftbetankungen stehen auf dem Programm

Ein Eurofighter wird in der Luft durch ein amerikanisches Tankflugzeug betankt

Ein Eurofighter der Mission VAPB 2020/21 wird bei der Übung Baltic Trident durch ein amerikanisches Tankflugzeug betankt

U.S. Air Force photo by Senior Airman Joseph Barron

Auch Luftbetankungen mit den KC-135-Tankern des 100th Air Refueling Wing stehen auf dem Programm. Mit einer Kapazität von über 90 Tonnen Kerosin ermöglichen diese fliegenden Tankstellen den Übungsteilnehmern, längere Missionen zu fliegen. Zwei der vierstrahligen Jets von der Basis RAF Mildenhall in England sind für Baltic Trident auf der Ämari Air Base stationiert. Auch aus Litauen starten Betankungsflüge für die Übungsteilnehmer im baltischen Luftraum.

Captain Aaron Hieronymus ist F-15-Waffensystemoffizier und Kontingentführer der circa 40 Soldatinnen und Soldaten des 48th Fighter Wing in Ämari. „Für uns ist Baltic Trident eine Chance, Verlegungen in Operationsgebiete mit einem kleinen Personalansatz zu üben“, so der amerikanische Offizier. „Die Corona-Pandemie bringt Übungen mit unseren NATO-Partnern nicht zum Erliegen. Mit unserer Teilnahme an diesem Vorhaben zeigen wir, dass wir auch unter schwierigen Rahmenbedingungen Lösungen finden können, um gemeinsam mit unseren Verbündeten in Europa zu trainieren und unsere Zusammenarbeit noch weiter zu verbessern.“

Schlagkraft durch Interoperabilität

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Große Formation bei Baltic Trident: KC-135 und F-15 der U.S. Air Force mit F-18 der finnischen Luftwaffe und deutschen Eurofightern

Finnish Air Force
KC-135 und F-15 der U.S. Air Force fliegen mit F-18 der finnischen Luftwaffe und deutschen Eurofightern in einer Formation

Die Formation von unten: KC-135 und F-15 der U.S. Air Force mit F-18 der finnischen Luftwaffe und deutschen Eurofighter

Finnish Air Force

„Wenn wir, wie bei dieser Übung, mit der U.S. Air Force und den anderen beteiligten Nationen gemeinsam Missionen fliegen, bietet uns dies die Chance, die Effektivität und Schlagkraft aller Beteiligten zu erhöhen“, resümiert Oberstleutnant Richter. „Für unsere Piloten sind solche Flüge der Schlüssel dafür, um im Einsatz im Ernstfall gemeinsam mit unseren Bündnispartnern bestehen zu können.“

Auch nach dem Übungsende für Baltic Trident starten die deutschen Eurofighter von der Luftwaffenbasis westlich der estnischen Hauptstadt Tallinn weiter zu Trainingsmissionen und Alarmierungen im baltischen Luftraum. Seit September 2020 sichern circa 170 Soldatinnen und Soldaten bei VAPB 2020/21 den Luftraum über den drei Staaten Estland, Lettland und Litauen. Bei einer Alarmierung durch die NATO müssen die bewaffneten Jets innerhalb von höchstens 15 Minuten in der Luft sein.

Hierfür stehen 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche zwei Maschinen mit Besatzungen und Technikern in permanenter Bereitschaft. Bei ihren Missionen – ausgelöst zum Beispiel durch ein fehlendes Transpondersignal oder einen nicht vorhandenen Flugplan – identifizieren und begleiten die deutschen Kampfjets regelmäßig Luftfahrzeuge der russischen Luftwaffe und Seefliegerkräfte. Noch bis Ende April stellt das Taktische Luftwaffengeschwader 74 die Eurofighter und den größten Teil des Personals und Materials bei VAPB 2020/21. Anschließend wird die italienische Luftwaffe die Mission übernehmen.

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Aufgereihte F-15 der U.S. Air Force in Ämari

Aufgereihte F-15 der U.S. Air Force in Ämari

Bundeswehr/Sebastian Spindler
Start eines Eurofighters in Ämari

Start eines Eurofighters in Ämari

Bundeswehr/Sebastian Spindler
Eine KC-135R der U.S. Air Force startet in Ämari zu einer Betankungsmission

Eine KC-135R der U.S. Air Force startet in Ämari zu einer Betankungsmission

Bundeswehr/Sebastian Spindler

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von Daniel Waite