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Unabdinglich für die Operationsplanung: Der Wetterbericht aus dem All

Air Defender

Das Wetter auf der Erde beeinflusst militärische Operationen in der Luft – Auswirkungen des Weltraumwetters ebenfalls. Deshalb sorgen Spezialisten des Weltraumkommandos der Bundeswehr im Gefechtsstand der Übung Air Defender 23 dafür, dass Missionspersonal und Besatzungen mit den aktuellsten Daten aus dem All versorgt werden.

Arm eines Soldaten mit Übungspatch sitzt vor Computerbildschirmen

Thomas R. bereitet im JFACJoint Forces Air Component HQHeadquarters sein tägliches Weltraumwetterbriefing vor

Bundeswehr/Marvin Hofmann

„Wie explodierende Kernkraftwerke auf der Sonnenoberfläche“, so beschreibt Oberstleutnant Thomas R. die Effekte durch Strahlungsblitze und Massenauswürfe aus der Sonne. „Mitunter mit solch starken Auswirkungen auf der Erde, dass Funkverbindungen und Satellitennavigationssysteme wie GPSGlobal Positioning System gestört werden oder sogar komplett ausfallen können.“ Der 46-Jährige bereitet im Gefechtsstand in Kalkar am Niederrhein, dem Joint Force Air Component Headquarters (JFACJoint Forces Air Component HQHeadquarters), sein Briefing für das Kommando- und Operationspersonal von Air Defender 23 vor. „Als Space Support Coordinator bin ich der Ansprechpartner für Fragen der Verfügbarkeit von Services aus dem Weltraum im Übungsgebiet“, so Thomas R.

Tägliche Updates aus dem All

Bevor täglich hunderte Flugzeuge zu ihren Missionen starten und die reaktionsschnelle und schlagkräftige Verteidigung des NATONorth Atlantic Treaty Organization-Bündnisgebiets üben, werden die Wetterbedingungen des Tages besprochen. Auch die Auswirkungen des Wetters im Weltall stehen dabei auf dem Programm, zusammengefasst von Thomas R.: „Für heute erwarten wir durch Strahlung aus dem All nur ein moderates Risiko an Einschränkungen im Funkverkehr. Für GPSGlobal Positioning System- und Radarsysteme besteht nur eine geringe Wahrscheinlichkeit von Störungen.“ Gute Nachrichten für alle Übungsteilnehmer beim Briefing in der Operationszentrale. Denn militärische Luftfahrzeuge nutzen bei ihren komplexen Missionen verschiedenste Navigations-, Radar- und Funksysteme, die von Wettereffekten im All gestört werden können. „Potenzielle Einschränkungen in unseren Einsatzgebieten können wir durch die Auswertung wissenschaftlicher Daten rechtzeitig erkennen und unsere Kameradinnen und Kameraden vor ihren Missionen warnen, falls nötig“, erklärt Oberstleutnant R.

Eine Kombination aus wissenschaftlicher und militärischer Expertise

Nur wenige Kilometer vom JFACJoint Forces Air Component HQHeadquarters entfernt werten Major Ulrich K. und Yannik P. im Weltraumkommando der Bundeswehr die Wetterereignisse im Weltall vom aktuellen Tag aus und vergleichen diese mit ihren Prognosen. „Neben den Vorhersagen für die nächsten Tage bereiten wir für unsere Briefings auch immer die tatsächlich eingetretenen Beobachtungen des vergangenen Tages auf“, fasst Major K. zusammen, „so zum Beispiel zu Sonnenstürmen und ihren Effekten auf die Erde.“ Hierfür werden Forschungsdaten aus deutschen und internationalen Instituten analysiert und aufbereitet. „Für Air Defender 23 stellen wir täglich Auswertungen für das Operationsgebiet in Europa zur Verfügung“, erklärt der Physiker Yannik P., „aber wir können bei Bedarf jedes potenzielle Einsatz- und Übungsgebiet der Bundeswehr weltweit abdecken.“

Diese Kombination aus wissenschaftlicher und militärischer Expertise macht das Weltraumkommando und seine Weltraumwetterberater zu fachkundigen Ansprechpartnern in den militärischen Operationsgebieten der Bundeswehr – bei Air Defender 23 und darüber hinaus.

von Daniel Waite
Ein A400M während der Übung Air Defender
Übung

Air Defender 2023 Deutsch

Multinationale Luftoperationsübung in Europa

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