Operatives Führungskommando der Bundeswehr
In Berlin und Schwielowsee erfolgt künftig die Operationsführung der Bundeswehr im In- und Ausland aus einer Hand.
Als Reaktion auf den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine beschloss Polen 2024 die Umsetzung der nationalen Initiative Eastern Shield (Ostschild) zum Ausbau von Befestigungsanlagen zum Schutz seiner Grenze. Die Fertigstellung ist für 2028 vorgesehen. Auf Einladung Polens unterstützt die Bundeswehr seit Juni 2026 dieses Vorhaben.
Im Norden und Osten Polens unterstützen jetzt deutsche Soldatinnen und Soldaten bei der Befestigung der Grenzanlagen
Bundeswehr/Marius ErbrichNach der Anerkennung der Unterstützung der polnischen Initiative Eastern Shield als offizielle Mission im Juni 2026 hat die Bundeswehr die Verantwortung für den deutschen Beitrag übernommen.
„Die Sicherheit Europas wird gemeinsam verteidigt. Mit unserem Engagement in Polen stärken wir die Verteidigungsfähigkeit der NATO und unterstreichen den festen Willen des Bündnisses, Frieden durch Geschlossenheit und glaubwürdige Abschreckung zu sichern“, so Generalleutnant Alexander Sollfrank, Befehlshaber des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr zur Bedeutung dieser Mission.
Das deutsche Kontingent besteht überwiegend aus Pionierkräften des Deutschen Heeres und zusätzlichem Unterstützungspersonal aus anderen Teilen der Bundeswehr. Der Auftrag umfasst die bauliche Ertüchtigung des Grenzraums im Nordosten Polens, einschließlich des strategisch bedeutsamen Suwalki-Korridors. Die deutschen Pioniere legen dazu gemeinsam mit polnischen Kräften Panzerabwehrgräben, Draht- und Panzersperren an.
Erste deutschen Kräfte befinden sich seit dem 22. Juni 2026 vor Ort, die Hauptkräfte erfüllen seit Anfang Juli ihren Auftrag. Die Unterstützung der polnischen Gastgeber war über mehrere Phasen zunächst bis Oktober 2026 vorgesehen. Eine Verlängerung war jedoch von Beginn an möglich, so dass die Maßnahme witterungsbedingt im März 2027 fortgesetzt wird.
Panzersperren sind simpel, aber effektiv. An der NATO-Ostflanke werden sie in deutsch-polnischer Zusammenarbeit zur Grenzbefestigung genutzt.
Bundeswehr/Jechow
Nach der Anlieferung der Panzersperren werden diese für den Weitertransport zum Ort der Aufstellung vorbereitet
Bundeswehr/Jechow
Hand in Hand und Schulter an Schulter setzen die Pioniere mit ihren polnischen Kameraden die Panzersperren
Bundeswehr/Jechow
Auch das Ausheben von Gräben dient der Grenzbefestigung
Bundeswehr/JechowDas Programm Eastern Shield ist ein ressortübergreifendes Großprojekt unter Leitung des polnischen Verteidigungsministeriums zur umfassenden Verteidigungsvorbereitung für den Fall eines konventionellen Angriffs durch Russland und Belarus. Mit dieser Initiative soll im Falle eines militärischen Konflikts eine mögliche Invasion verzögert und somit die Reaktionsfähigkeit der polnischen Truppen und der NATO erhöht werden. Die Maßnahmen stärken Polens nationale Resilienz, das Abschreckungspotential sowie die Einsatzbereitschaft zur Verteidigung.
von Bertie Meyer