Red Storm Alpha: Sicherungsübung in Hamburg
Erstmals übte das Landeskommando Hamburg mit seinen Heimatschutzkräften die Sicherung verteidigungswichtiger Infrastruktur im Hafen Hamburg.
Im September 2025 führt die Bundeswehr in Hamburg eine regionale Verteidigungsübung gemeinsam mit Behörden, Blaulichtorganisationen und Hamburger Unternehmen durch.
Vom 25. bis 27. September 2025 findet in der Hamburger Innenstadt die Übung Red Storm Bravo statt. Die Teilnehmenden der regionalen Übung trainieren die zivil-militärische Zusammenarbeit in einem fiktiven Szenario, das große Truppenverlegungen an die NATO-Ostflanke notwendig macht.
Das Landeskommando Hamburg und weitere Einheiten der Bundeswehr trainieren zusammen mit Blaulichtorganisationen wie Feuerwehr, THW und Polizei Hamburg sowie Landesbehörden, der Agentur für Arbeit und zivilen Unternehmen wie Airbus oder der Hamburg Port Authority die Zusammenarbeit im Ernstfall.
„In einem Bündnisfall an der NATO-Ostflanke wird Deutschland zur zentralen europäischen Drehscheibe für die Verlegung von Truppen und Material in das Bündnisgebietes.”
Der Operationsplan Deutschland regele dann den militärischen Anteil an der Gesamtverteidigung Deutschlands, so Leonards. „Verteidigung und Resilienz sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben, die nicht allein von der Bundeswehr geleistet werden können. Deswegen nehmen an Red Storm Bravo auch zivile Blaulichtorganisationen, Hamburger Behörden und Unternehmen der Hafen- und Logistikbranche teil.“
Das Manöver findet vor dem Hintergrund eines Übungsszenarios statt, in dem Ereignisse an den Grenzen der baltischen Staaten eine vorbeugende Verlegung militärischer Kräfte an die Ostgrenze des NATO-Gebiets erfordern. Das Übungsszenario sieht vor, dass Truppen mit ihrer Ausrüstung und ihren Waffensystemen im Hamburger Hafen ankommen und von dort auf Straße und Schiene weiter Richtung Osten transportiert werden – auch durch die Hamburger Innenstadt.
Die Übungsbewegungen finden im Schwerpunkt nachts statt – so wie im Ernstfall. Denn Verkehr und Wirtschaft sollen möglichst wenig beeinträchtigt werden. Auch Nachtflüge mit Hubschraubern wird es geben, die die Konvois aus der Luft sichern. Zur Koordination der Truppenbewegungen und des Einsatzes der Hilfsorganisationen wird eine Operationszentrale in der Iserbrooker Reichspräsident-Ebert-Kaserne eingerichtet und besonders gesichert. Ein Massenanfall von Verwundeten und Verletzten wird simuliert, der die Übungsteilnehmenden vor zusätzliche Herausforderungen stellt.
Ziel der Übung ist es, das Landeskommando Hamburg noch besser auf seine Aufgabe vorzubereiten, im Spannungs- oder Verteidigungsfall die militärische Führung und die Koordination und Zusammenarbeit mit den zivilen Institutionen für das Funktionieren der Drehscheibe Deutschland hier im Bundesland zu übernehmen. Gleichzeitig üben die weiteren militärischen und zivilen Teilnehmenden das praktische Zusammenwirken bei der Bewegung von Truppen und Material durch Hafen und Stadt.
Insgesamt werden rund 500 Soldatinnen und Soldaten mit zahlreichen Fahrzeugen und Hubschraubern an Red Storm Bravo teilnehmen. Dazu kommen die Teilnehmenden der beteiligten Organisationen, deren Fahrzeuge und Ausrüstung.
Soldaten der Heimatschutzkompanie führen Wach- und Sicherungsaufgaben im Hafen von Hamburg durch
Bundeswehr/Andrea Hilscher