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Übungsserie

Quadriga 2026: Schwerpunktübungen in Deutschland abgeschlossen

Landes- und Bündnisverteidigung

Die Übungsserie Quadriga 2026 ist zu Ende. Eng verknüpft mit NATO-Übung Steadfast Dart übten in diesem Jahr Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr gemeinsam mit der schnellen Eingreiftruppe Allied Reaction Force. Zugleich stellte die Bundesrepublik unter Beweis, dass die Drehscheibe Deutschland funktioniert.

Ein Transportpanzer Fuchs steht in einem bewaldeten Gelände

Schutz vor Drohnenüberflügen: Transportpanzer Fuchs CG20+ der EloKa-Kräfte gegen Ausspähung, Störung oder Sabotage

Bundeswehr

Das Übungscluster Quadriga ist eine bundeswehrgemeinsame Volltruppenübung, die seit 2023 jährlich stattfindet. Soldatinnen und Soldaten des Heeres, der Luftwaffe, der Marine, des Cyber- und Informationsraums sowie des Unterstützungsbereichs proben gemeinsam Operationen der Landes- und Bündnisverteidigung – in diesem Jahr teilweise gemeinsam mit der Allied Reaction Force (ARF), der schnellen Eingreiftruppe der NATO. Diese übte bei Steadfast Dart 2026, schnell an die Ostflanke der Allianz zu verlegen. Deutschland war dabei Gastnation und unterstützte die rund 6.400 ARF-Kräfte maßgeblich.

Grand Quadriga: Gemeinsam ins Gefecht

Quadriga bestand in diesem Jahr wieder aus mehreren Teilübungen. Am Heeresvorhaben Grand Quadriga 2026 waren unter anderem Soldatinnen und Soldaten des Jägerbataillons 413 und des Aufklärungsbataillons 7 aus Ahlen beteiligt. Dabei stand auf dem Truppenübungsplatz Bergen der Kampf mit und gegen Drohnen besonders im Fokus. Unter realitätsnahen Bedingungen trainierten Soldatinnen und Soldaten den Einsatz eigener unbemannter Systeme sowie die Abwehr gegnerischer Drohnen.

Besonders im Blickpunkt standen die Soldatinnen und Soldaten des Fallschirmjägerregiments 31. Die Luftlandebrigade 1, zu der das Regiment gehört, brachte dabei ihre gewachsene Expertise im Umgang mit kamerabestückten Kleindrohnen und anderen unbemannten Systemen ein. Geübt wurden Aufklärung, Zielidentifizierung, Bekämpfung sowie das richtige Handeln unter hoher Bedrohung und unter Gefechtsbedingungen.

Zugleich zeigte die Übung, wie stark moderne Operationen bereits durch die Drohnengefahr geprägt sind. Beim Vorstoß durch eigene Linien unter kriegsnahen Bedingungen mussten sich die übenden Kräfte gegen feindliche Aufklärung aus der Luft und gegen Drohnenangriffe behaupten. Grand Quadriga 2026 machte damit deutlich, dass der Kampf mit und gegen Drohnen heute fester Bestandteil moderner Gefechtsführung ist.

Northern Quadriga: Türkische Kriegsschiffe in der Ostsee

Bei der Teilübung Northern Quadriga 2026 trainierte die Marine gemeinsam mit maritimen ARF-Kräften aus Spanien und der Türkei. Ein Schwerpunkt war die Sicherung von Seewegen für militärische Verstärkung und logistische Versorgung. Simuliert wurden unter anderem seeseitige Gefährdungen gegen Marineschiffe in der Nord- und Ostsee. Die türkische Marine, darunter der Drohnen- und Hubschrauberträger „Anadolu“, war dabei erstmals in der Ostsee unterwegs. Außerdem stand der Schutz kritischer maritimer Infrastruktur wie Häfen, Offshore-Anlagen, Unterseekabel oder Pipelines auf dem Übungsplan. Das Seebataillon sorgte dabei für robusten militärischen Schutz von Land aus.

Eine Besonderheit in diesem Jahr: Die „Anadolu“ wechselte direkt aus der Übung in einen aktuellen Auftrag und verlegte zur Erkundung und Überwachung in die Küstengebiete vor dem Baltikum. Die NATO setzte damit ein Zeichen nach wiederholten Luftraumverletzungen durch Russland.

In einem Wald blickt ein stehender Soldat aus der Luke eines getarnten GTK Boxer

Früh morgens sind die Soldatinnen und Soldaten des Jägerbataillons 413 aus Torgelow zum Angriff bereit

Bundeswehr/Carl Schulze
Auf der Motorhaube eines Fahrzeugs befestigt ein Soldat den Akku an einer Drohne

Jetzt muss es schnell gehen. Die Aufklärungsdrohne hat ein Ziel identifiziert. Zur Bekämpfung des Ziels startet der Drohnentrupp eine bewaffnete Drohne.

Bundeswehr/Carl Schulze

Medic Quadriga: Rettungskette mit zivilen Partnern

Bei Medic Quadriga 2026 wurde die medizinische Versorgung im Bündnisfall geübt. Rund 150 Soldatinnen und Soldaten des Sanitätsregiments 2 verlegten von Koblenz nach Pabradė in Litauen. Dort richteten sie eine mobile Klinik ein, in der auch unter Einsatzbedingungen lebensrettende Notfalloperationen erfolgen können.

Vorrangiges Übungsziel war, die komplette Rettungskette von der Erstbehandlung im Kampfgebiet über die Rückverlegung bis zur Anschlussversorgung in zivilen Krankenhäusern in Berlin zu üben. Insgesamt waren rund 1.000 Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Kräfte an Medic Quadriga 2026 beteiligt.

Unterstützung durch Luftwaffe, CIR und IUD

Der Cyber- und Informationsraum (CIR) und der zivile Organisationsbereich Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen (IUD) der Bundeswehr stellten ihre Fähigkeiten bereit, um die übende Truppe zu unterstützen – deutsche ebenso wie multinationale Kräfte. Auch die Luftwaffe hatte in diesem Jahr keinen eigenen Übungsanteil, sondern war als Möglichmacher dabei – von der Bereitstellung eines Fliegerhorstes für die Hubschrauber der spanischen und italienischen Spezialkräfte über Objektschutz von Hafenanlagen gegen Kleinstdrohnen und Unterstützungsleistungen des Weltraumkommandos der Bundeswehr bis zum Einsatz eines A400M-Transportflugzeugs als Rettungsflieger bei Medic Quadriga. 

CIR stellte präzise Geoinformationen für die übende Truppe bereit. Insgesamt über 800 analoge Karten verteilte das Zentrum für Geoinformationen der Bundeswehr. Diese zeigten Truppenübungsplätze, Umschlagplätze, Rasträume und andere Gebiete, die essenziell für die Planung von Verlegung und Aufenthalt multinationaler Verbände in Deutschland sind. Daneben stellte das Zentrum für die Teilübung Northern Quadriga zum Schutz der Übungsanteile auf See hochauflösende Fernerkundungsdaten für ausgewählte Gebiete Norwegens zur Verfügung. Auch der Schutz vor Drohnenüberflügen zählte zu den Aufgaben des CIR – nicht als Übung, sondern ganz real. Daneben sorgte das IT-Bataillon 28 mit einem Service Delivery Point für zuverlässige und sichere Kommunikationsnetzwerke bei Medic Quadriga.

Praxistest für die Drehscheibe Deutschland

Der Bereich IUD leistete einen zentralen Beitrag zum Host Nation Support, also der Unterstützung und Versorgung von NATO-Kräften in Deutschland. Die Arbeit des Verpflegungsamtes und der Truppenküchen findet meist im Hintergrund der Übungsszenarien statt. Sie trägt jedoch entscheidend zum Erfolg der Übungsreihe bei. Allein in den Truppenküchen in Ostenholz und Lohheide wurden im Übungszeitraum täglich 1.600 Mahlzeiten ausgegeben, 700 mehr als im Alltagsbetrieb. 

Zum Host Nation Support bei Steadfast Dart zählten auch die Aufnahme der ARF-Kräfte an Häfen, Flughäfen und – bei Straßentransport – an Landesgrenzen, die Bereitstellung von Transporten im Inland, die Betriebsstoffversorgung, die Konvoibegleitung und die Drohnenabwehr. Rund 1.000 Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Mitarbeitende waren im Übungszeitraum als Unterstützer im Einsatz. Insgesamt wurden 75 Flüge abgefertigt, sieben Fracht- und Fährschiffe ent- und beladen, rund 300.000 Liter Diesel und rund 170.000 Liter Flugbenzin getankt sowie rund 100 Straßenkonvois durch die Feldjäger begleitet. 

Quadriga 2026 und Steadfast Dart 2026 haben so unter Beweis gestellt: Die Bundeswehr ist verteidigungsbereit. Die Drehscheibe Deutschland funktioniert verlässlich und durchhaltefähig.

von PIZ OpFüKdoBw 

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