Wie Feldjägerkräfte beim Zugriff Zielpersonen festsetzen
Bei einer Zugriffsdurchsuchung setzen Feldjäger Zielpersonen fest und durchsuchen gleichzeitig systematisch Gebäude oder Fahrzeuge. Die Militärpolizistinnen und -polizisten sichern dabei Beweismittel, suchen weitere Personen und eliminieren Gefahrenquellen.
Von:
Isabell Eckbrett
Datum:
Innerhalb der Bundeswehr übernehmen Feldjägerkräfte militärpolizeiliche Aufgaben. Die Zugriffsdurchsuchung ist eine ihrer besonderen Fähigkeiten und gehört zu den Sicherheitsaufgaben, etwa wenn zum Schutz eigener Kräfte eine bewaffnete oder anders als gefährlich eingestufte Person festgesetzt werden soll.
In Deutschland handeln Feldjäger entsprechend ihrem Auftrag und den dafür geltenden Befugnissen. Im Falle der Landes- und Bündnisverteidigung sowie bei Katastrophen unterstützen sie zivile Behörden unter der Führung der Polizei. Im Ausland – etwa im Internationalen Krisenmanagement – können sie Aufgaben übernehmen, für die in Deutschland die zivile Polizei zuständig ist.
Von Drohne bis Diensthund
Militärpolizeiliche Erheber und Ermittler tragen Informationen und Erkenntnisse zusammen und sichern Beweismittel für die weitere Ermittlungsarbeit. Bei einer Zugriffsdurchsuchung können die sogenannten Zugreifer auf ein breites Portfolio an Personal und Material zurückgreifen.
Eine Drohne – etwa eine Black Hornet – kann ein Objekt oder eine Person aus der Distanz aufklären, was zusätzliche Sicherheit bietet und eine weitere Perspektive ermöglicht.
Diensthundeführer der Feldjäger können mit ihren Diensthunden schwer einsehbare oder schwer zugängliche Bereiche kontrollieren, da die Hunde diese besser erreichen können. Darüber hinaus können sie Sprengstoff aufspüren und so verhindern, dass die Zugreifer diesen Bereich betreten und in Gefahr geraten.
Es zeigt sich: In die Vorbereitung und Durchführung eines Zugriffs fließen unterschiedliche Fähigkeiten der Feldjäger mit ein.
Ein Zugriffsteam besteht aus mindestens acht Soldatinnen und Soldaten und benötigt eine spezielle Ausbildung. Deshalb ist Teamfähigkeit eine der Grundvoraussetzungen für diese Spezialisierung.
Bundeswehr/Roland Alpers
Die Diensthunde der Feldjäger sind als Spürhunde ausgebildet und unterstützen die Teams, etwa indem sie schwer einsehbare Eindringstellen auf Sprengfallen überprüfen
Bundeswehr/Roland Alpers
Die Black Hornet 4 ist eine Mini-Drohne, die zur Aufklärung der direkten Umgebung genutzt wird. Bei einem Zugriff kann auch ein Roboter zur Aufklärung, Beobachtung und Erkundung (RABE) zum Einsatz kommen.
Bundeswehr/Roland Alpers
Vom Anwärter zum erfahrenen Zugreifer
Die Ausbildung zum Zugreifer durchläuft verschiedene Stufen. Am Anfang steht die Prüfung der soldatischen und persönlichen Voraussetzungen. Sind diese erfüllt, folgt ein vierwöchiger Zugriffsdurchsuchungslehrgang, danach die praktische Ausbildung in der Truppe, bei der die Soldatinnen und Soldaten die Grundlagen der sogenannten unterstützenden Spezialisierungen kennenlernen.
Regelmäßiges Training und Weiterbildungen sorgen dafür, dass die Fähigkeiten erhalten bleiben. Voraussetzung für die Weiterbildung zum Führer oder zur Führerin eines Zugriffskommandos sind drei Jahre praktische Erfahrung in der Zugriffsdurchsuchung.
Wie trainieren Feldjäger den Zugriff?
Das regelmäßige Training findet auf Verbands- und Einheitsebene statt. Dabei üben die Kräfte, gemeinsam einen Zugriff zu planen, vorzubereiten und zu leiten, die beteiligten Kräfte zu koordinieren und ein Zugriffskommando unmittelbar zu führen. Auch die einzelnen Spezialisierungen können hier aufeinander abgestimmt werden.
Welche Ausrüstung nutzen Feldjäger beim Zugriff?
Die Zugriffskräfte nutzen neben ihrer persönlichen Schutzbekleidung Pistolen, Maschinenpistolen und Sturmgewehre. Technische Hilfsmittel wie Leitern und Rammböcke zum Öffnen von Türen und Fenstern ergänzen die Ausrüstung.
Werden bei Zugriffoperationen auch Drohnen eingesetzt?
Ja, denn Drohnen wie die Black Hornet können ein Objekt oder eine Person aus sicherer Distanz aufklären und Informationen aus der Luft für die weitere Planung liefern. Auch Roboter wie RABE können zur Aufklärung eingesetzt werden.
Werden auch Diensthunde bei Festnahmen durch Feldjäger eingesetzt?
Ja. Die Diensthunde der Feldjäger sind als Spürhunde ausgebildet. Sie können Personen oder Sprengstoff in schwer zugänglichen oder nicht einsehbaren Bereichen aufspüren. Bei einer gefährlichen oder angreifenden Person können sie diese auf Kommando stellen, angreifen oder festhalten. Dies passiert immer unter der Einschätzung des jeweiligen Diensthundeführers – auch, um das Wohl des Tieres nicht zu gefährden.
Was ist der Unterschied zwischen einem Zugriff und einer Intervention?
Ein Zugriff der Feldjäger erfolgt nie spontan, sondern ist immer geplant und vorbereitet. Eine Intervention dagegen lässt sich mit geringem zeitlichen Vorlauf umsetzen, etwa wenn eine Lage schnelles Handeln erfordert.