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Interview

Eine schwedische Intensivstation bei Vigorous Warrior 2026

Landes- und Bündnisverteidigung

Eine schwedische Intensivstation bei Vigorous Warrior 2026

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Bei der multinationalen Übung Vigorous Warrior wird die medizinische Versorgung von Verletzten und Verwundeten über das gesamte Spektrum der militärischen Rettungskette geübt. Im estnischen Muuga steht neben dem Einsatzlazarett des Sanitätsregiments 3 aus Dornstadt auch eine schwedische mobile Intensivstation, die Intensive Care Unit (ICU).

Portrait einer Frau mit grüner Weste, sie blickt in die Kamera

Die schwedische Intensivstation arbeitet bei der Übung eng mit dem Feldlazarett des Sanitätsregimentes 3 aus Dornstadt zusammen. Die Leitende Krankenschwester Helene X erklärt die Kapazität der Intensive Care Unit (ICU) und deren Rolle bei der Übung.

Bundeswehr/Mathias Erdmann


Die Leitende Krankenschwester Helene X. aus Schweden erklärt die Kapazität und die Rolle der schwedischen ICU im Übungsszenario von Vigorous Warrior 2026. Die Besonderheit: Das ICU gehört nicht zum schwedischen Militär, sondern ist zivil.

Helene, wie kam es dazu, dass Ihr Team bei Vigorous Warrior 2026 übt?

Helene X, Leitende Krankenschwester

Wir wurden durch die estnische Regierung angefragt. Wir üben seit 2020 und sind ein kleines ziviles Team aus Schweden mit einer Intensive Care Unit, also einer Intensivstation. Wir streben aber an, in ein paar Jahren ein Emergency Medical Team (EMT) nach WHO-Standard zu werden. Im Moment sind wir 50 Personen, 35 im medizinischen Team und 15 bei Logistik und Technik. Das EMT wird dann auf über 400 Personen anwachsen. Wir haben schon 2023 mit dem schwedischen Militär geübt, Vigorous Warrior 2026 ist insgesamt das zweite Mal, dass wir mit dem Militär gemeinsam üben.

Wie viele Patientinnen und Patienten können hier behandelt werden?

Helene X, Leitende Krankenschwester

Wir haben einen Operationssaal und vier Intensivbetten. Zusätzlich haben wir 16 Betten auf der normalen Pflegestation. Das ist absolut neu für uns, denn normalerweise haben wir keine Pflegestation dabei.

Und das medizinische Personal kommt aus schwedischen Krankenhäusern?

Helene X, Leitende Krankenschwester

Ja, wir kommen alle aus Krankenhäusern. Wir haben ein sehr kompetentes Team. Speziell die Ärztinnen und Ärzte sind sehr erfahren.

Und wie ist Ihre Einheit organisiert? Arbeiten Sie für das Internationale Rote Kreuz?

Helene X, Leitende Krankenschwester

Nein, das ist durch das Gesundheitssystem in Schweden organisiert. Vor sechs Jahren begann die schwedische Regierung damit, zivile mobile Behandlungseinrichtungen aufzustellen.

Und Ihre Einrichtung fungiert als Casualty Staging Unit? Also hier werden die zuvor behandelten Patientinnen und Patienten bis zum Weitertransport überwacht?

Helene X, Leitende Krankenschwester

Ja, erst waren wir so geplant, aber jetzt bekommen wir auch unbehandelte Patientinnen und Patienten. So können wir auch unsere Notaufnahme testen und das gesamte Team beüben. Ich denke, es wird ein Mix aus beidem geben.

Durch wen wird die ICU geführt?

Helene X, Leitende Krankenschwester

Einmal durch mich, ich bin die Leitende Krankenschwester, und dann durch den Leitenden Arzt. Darüber gibt es noch eine Teamleiterin und das ist tatsächlich ihre erste Übung, vorher gab es diesen Posten nämlich nicht. Die Hierarchie sieht dann folgendermaßen aus: Leitende Krankenschwester, Leitender Arzt und über allem steht die Teamleiterin.

Sie haben viel Material mitgebracht. Wie war der logistische Ablauf?

Helene X, Leitende Krankenschwester

Unser Material und die Techniker kamen natürlich früher hier an. Und sie werden auch nach unserer Abreise noch ein paar Tage bleiben. Aber jeder im Team kennt sich mit unserem Material aus, sodass in den ersten zwei Tagen nach der Ankunft jeder anpacken kann, um schnell einsatzbereit zu sein. Insgesamt sind es um die 20 Tonnen an Material, die transportiert werden müssen.

von Michael Tomelzik  E-Mail schreiben

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