Helene, wie kam es dazu, dass Ihr Team bei Vigorous Warrior 2026 übt?
Wir wurden durch die estnische Regierung angefragt. Wir üben seit 2020 und sind ein kleines ziviles Team aus Schweden mit einer Intensive Care Unit, also einer Intensivstation. Wir streben aber an, in ein paar Jahren ein Emergency Medical Team (EMT) nach WHO-Standard zu werden. Im Moment sind wir 50 Personen, 35 im medizinischen Team und 15 bei Logistik und Technik. Das EMT wird dann auf über 400 Personen anwachsen. Wir haben schon 2023 mit dem schwedischen Militär geübt, Vigorous Warrior 2026 ist insgesamt das zweite Mal, dass wir mit dem Militär gemeinsam üben.
Wie viele Patientinnen und Patienten können hier behandelt werden?
Wir haben einen Operationssaal und vier Intensivbetten. Zusätzlich haben wir 16 Betten auf der normalen Pflegestation. Das ist absolut neu für uns, denn normalerweise haben wir keine Pflegestation dabei.
Und das medizinische Personal kommt aus schwedischen Krankenhäusern?
Ja, wir kommen alle aus Krankenhäusern. Wir haben ein sehr kompetentes Team. Speziell die Ärztinnen und Ärzte sind sehr erfahren.
Und wie ist Ihre Einheit organisiert? Arbeiten Sie für das Internationale Rote Kreuz?
Nein, das ist durch das Gesundheitssystem in Schweden organisiert. Vor sechs Jahren begann die schwedische Regierung damit, zivile mobile Behandlungseinrichtungen aufzustellen.
Und Ihre Einrichtung fungiert als Casualty Staging Unit? Also hier werden die zuvor behandelten Patientinnen und Patienten bis zum Weitertransport überwacht?
Ja, erst waren wir so geplant, aber jetzt bekommen wir auch unbehandelte Patientinnen und Patienten. So können wir auch unsere Notaufnahme testen und das gesamte Team beüben. Ich denke, es wird ein Mix aus beidem geben.
Durch wen wird die ICU geführt?
Einmal durch mich, ich bin die Leitende Krankenschwester, und dann durch den Leitenden Arzt. Darüber gibt es noch eine Teamleiterin und das ist tatsächlich ihre erste Übung, vorher gab es diesen Posten nämlich nicht. Die Hierarchie sieht dann folgendermaßen aus: Leitende Krankenschwester, Leitender Arzt und über allem steht die Teamleiterin.
Sie haben viel Material mitgebracht. Wie war der logistische Ablauf?
Unser Material und die Techniker kamen natürlich früher hier an. Und sie werden auch nach unserer Abreise noch ein paar Tage bleiben. Aber jeder im Team kennt sich mit unserem Material aus, sodass in den ersten zwei Tagen nach der Ankunft jeder anpacken kann, um schnell einsatzbereit zu sein. Insgesamt sind es um die 20 Tonnen an Material, die transportiert werden müssen.