Reserve als Chance

Der Chefplaner der Kommandoübergabe

Der Chefplaner der Kommandoübergabe

Datum:
Ort:
Hamburg
Lesedauer:
3 MIN

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Sie kann als Stützpfeiler der Bundeswehr angesehen werden – die Reserve. Denn sie hilft der aktiven Truppe, ihre Aufgaben zu erfüllen. Dazu gehören die Landes- und Bündnisverteidigung, der Heimatschutz und das internationale Krisenmanagement. Auch bei der Führungsakademie der Bundeswehr sind Reservistinnen und Reservisten eingesetzt. 

Korvettenkapitän Robert A. steht im Park in der Führungsakademie und posiert für die Kamera

Korvettenkapitän Robert A. leitet an der Führungsakademie das Dezernat Protokoll

Bundeswehr/Christian Gelhausen

In welchen Bereichen die Reservisten an der höchsten militärischen Ausbildungsstätte der Bundeswehr in Deutschland arbeiten, mit welchen Herausforderungen sie sich tagtäglich auseinandersetzen und wie ihr Leben außerhalb der Bundeswehr aussieht, darüber berichten sie in unserer Serie: So auch Korvettenkapitän Robert A. aus dem Dezernat Protokoll.

Eigentlich hatte Robert A. mit der Bundeswehr schon abgeschlossen gehabt, als er 2016 nach zwölf Jahren aktiver Dienstzeit bei der Marine seine Uniform an den Nagel hing. Drei Jahre davon hatte er auf einem Minenjagdboot in der Ostsee gedient, drei Jahre zusätzlich im NATONorth Atlantic Treaty Organization-Marinehauptquartier in London. „Das internationale Arbeitsumfeld hat mir sehr gut gefallen und hat mich nachhaltig geprägt. Dort arbeiten Menschen aus fast 30 verschiedenen Nationen, und trotz erheblicher kultureller Unterschiede ziehen alle an einem Strang. Den täglichen Austausch über unterschiedliche Sichtweisen und Lösungsansätze fand ich beruflich und privat sehr bereichernd“, erklärt der Korvettenkapitän. 

Nach seiner Dienstzeit hatte er sich einen Namen als Dozent für Sicherheitspolitik im Haus Rissen, dem Institut für internationale Politik und Wirtschaft in Hamburg, gemacht. Doch dann kam die Corona-Pandemie dazwischen und so fand sich der dreifache Familienvater in der Kurzarbeit wieder: „Der Lehrbetrieb wurde von einem auf den anderen Tag eingestellt. Dank Kurzarbeitergeld fällt man zwar weich, aber neben dem finanziellen Aspekt kommt es ja auch darauf an, dass man sich beruflich weiterentwickeln kann. Deshalb habe ich die Reservistendienstleistung auch als Chance gesehen, meine Zeit effektiv zu nutzen.“  

Korvettenkapitän Robert A. hält die Ablaufliste der Kommandoübergabe in den Händen und prüft den Ablauf

Der Programmablauf einer Kommandoübergabe ist komplex: Jeder einzelne Punkt muss stimmig ineinandergreifen

Bundeswehr/Christian Gelhausen

Als Reservist zurück zur Bundeswehr 

Als Zeitsoldat hatte Robert A. eigentlich nie darüber nachgedacht, wieder als Reservist bei der Bundeswehr einzusteigen. Doch einige Dienststellen greifen gerne auf die Erfahrungen von gedienten Offizieren zurück. So etwa das Verteidigungsministerium in Berlin, wo er in verschiedenen Reservistendienstleistungen fast eineinhalb Jahre verbrachte. Im Frühjahr 2023 kam dann das Angebot von der Führungsakademie der Bundeswehr, den vakanten Leitungsdienstposten im Dezernat Protokoll zu übernehmen: „Hamburg ist mein Heimathafen und die Führungsakademie in meiner direkten Nachbarschaft. Das war eine tolle Gelegenheit“, schwärmt der Korvettenkapitän. 

Im Vergleich zum Bundesverteidigungsministerium, wo mehr sicherheitspolitische Sachthemen und Hintergrundberichte den Schwerpunkt seiner Arbeit bildeten, steht nun die Veranstaltungsplanung und die Vorbereitungen der Termine des Kommandeurs und seiner Stellvertreter im Vordergrund: „Im Dezernat Protokoll tragen wir die Verantwortung dafür, dass alle Termine reibungslos ablaufen, sich die zahlreichen internationalen Besucher an der Führungsakademie gut betreut fühlen und alle Veranstaltungen gemäß den Wünschen und Zielvorgaben des Kommandeurs umgesetzt werden.“ 

Korvettenkapitän Robert A. und Oberstleutnant Andreas B. stehen auf dem Appellplatz und prüfen den Ablauf

Korvettenkapitän Robert A. (links) im Gespräch mit Oberstleutnant Andreas B. (rechts) vom Stab Protokoll des Bundesministeriums der Verteidigung

Bundeswehr/Christian Gelhausen

Abwechslungsreiches Aufgabenspektrum 

Ende August 2023 stand ein besonderer Termin im Veranstaltungskalender: der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer, übergab das Kommando der Führungsakademie der Bundeswehr von Generalmajor Oliver Kohl an Flottillenadmiral Ralf Kuchler. Korvettenkapitän Robert A. und sein Team vom Dezernat Protokoll bereiteten alles vor: „Es ist wirklich eine spannende Aufgabe, eine Großveranstaltung wie die Kommandoübergabe zu planen. Hierzu sind Absprachen unter anderem mit dem Marinemusikkorps, dem Wachbataillon und dem Protokollreferat des Bundesverteidigungsministeriums nötig. Es macht wirklich Spaß, im Entstehungsprozess von Anfang an dabei zu sein und auch wirklich mitgestalten zu können.“ 

Für die Arbeit im Dezernat sind alle Einzelheiten und auch Kleinigkeiten von großer Bedeutung: Wo sitzen die Ehrengäste? In welcher Richtung schreiten der Kommandeur und der Generalinspekteur die Formation ab? Wo findet im Anschluss der Empfang statt? All diese Fragen müssen im Vorfeld, auch mit den jeweiligen Abteilungen innerhalb der Führungsakademie, geklärt werden. Robert A. gefällt die Abwechslung in seinem Aufgabenspektrum – ein entscheidender Punkt, der ihn dazu bewegt hat, die Reservistendienstleistung anzutreten.

Die Reserve der Bundeswehr bietet mir die Chance, für einen kurzen, aber auch für einen längeren Zeitraum, eine Tätigkeit zu übernehmen, die ich im zivilen Leben nur bedingt ausfüllen könnte. Dies bietet die Gelegenheit, die eigenen Qualifikationen und Fähigkeiten zu erweitern und sorgt so für mehr Berufszufriedenheit. Ich bereue diese Entscheidung nicht. Obendrein bereitet mir der Wechsel zwischen dem zivilen Berufsleben und der Bundeswehr auch viel Freude, weil ich so meinen alten Arbeitgeber immer wieder aufs Neue Kennenlernen kann.“ 

  • Das Marinemusikkorps Kiel marschiert spielend auf seine Position auf dem Appellplatz

    Das Marinemusikkorps Kiel sorgte für die musikalische Begleitung der Kommandoübergabe an der Führungsakademie der Bundeswehr

    Bundeswehr/Aljosa Berjan
  • Hamburgs Erste Bürgermeister, Dr. Peter Tschentscher, spricht zu den Soldatinnen und Soldaten

    Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, wünscht dem neuen Kommandeur, Flottillenadmiral Ralf Kuchler, einen guten Start an der Führungsakademie der Bundewehr

    Bundeswehr/Sandra Herholt
  • Auf dem Appellplatz hat Flottillenadmiral Ralf Kuchler die Truppenfahne von den Fahnenträgern erhalten

    Die Übergabe der Truppenfahne ist das Symbol der Kommandoübergabe: Flottillenadmiral Ralf Kuchler (rechts) hält sie in seinen Händen

    Bundeswehr/Aljosa Berjan
  • Das Wachbataillon der Bundeswehr marschiert auf dem Appellplatz an den Formationen vorbei

    Darf bei einer Kommandoübergabe nicht fehlen: Das Wachbataillon der Bundeswehr marschiert auf

    Bundeswehr/Christian Gelhausen
  • Auf dem Appellplatz schüttelt der Generalinspekteur dem neuen Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr die Hand

    Der Generalinspekteur, General Carsten Breuer (Mitte), gratuliert Flottillenadmiral Ralf Kuchler (links) zur neuen Position als Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr

    Bundeswehr/Christian Gelhausen
von Christian Müller  E-Mail schreiben

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