Getestet: Virtuelle Geländeerkundung

Getestet: Virtuelle Geländeerkundung

  • Ausbildung
  • Führungsakademie der Bundeswehr
Datum:
Ort:
Hamburg
Lesedauer:
2 MIN

Von der Besprechung direkt ins Gelände ohne einen Schritt getan zu haben? Das kann funktionieren. Mit Hilfe einer Brille und der Software des Fraunhofer Instituts IOSB können wir digital reale Plätze besichtigen. Die Lehrgangsteilnehmenden der Führungsakademie der Bundeswehr haben das Produkt getestet.

Soldaten mit Gefechtsausrüstung stehen um einen Geländesandkasten und folgen den Ausführungen des Soldaten in der Mitte.

Eine Einweisung in das Gelände auf eine herkömmliche Art: mit Hilfe des Geländesandkastens

Bundeswehr/Tom Twardy

An der Führungsakademie der Bundeswehr wird seit einigen Jahren der Digitale Lagetisch genutzt. An diesem Tisch lassen sich Geodaten und weitere Datenquellen einbinden um eine Lage zu visualisieren. Da die Informationen ortsunabhängig abrufbar sind, können beliebig viele Nutzerinnen und Nutzer unabhängig voneinander oder gemeinsam in der gleichen Lage arbeiten. Was bisher nur zweidimensional abgebildet werden konnte, wurde nun um eine Dimension erweitert. So bietet der Digitale Lagetisch in virtueller Realität (VRVirtuelle Realität) die Möglichkeit, Geodaten durch stereoskopische Darstellung dreidimensional zu erleben. Die stereoskopische Darstellung ist eine zweidimensionale Abbildung, die einen räumlichen Eindruck vermittelt.

Zwei Avatare stehen um einen virtuellen Tisch auf dem eine Karte in 3D abgebildet ist

Am Lagetisch kommen die Mitarbeitenden im virtuellen Raum zusammen und verfolgen Markierungen in Echtzeit, egal an welchem Ort sie sich real befinden

Fraunhofer IOSB

An einem Ort vereint

Ganz egal in welcher Stadt oder welchem Land sich die Mitarbeitenden aktuell befinden: Am Digitalen Lagetisch kommen sie zusammen. Als Avatar zeigen sie unter Zuhilfenahme zweier Controller auf Geländeabschnitte, können Zeichen in die Karten einfügen und gemeinsam planen und analysieren. Mit dem Fußgängermodus haben Personen zusätzlich die Möglichkeit, in das Gelände einzutauchen als wären sie real vor Ort. Zur Demonstration brachten die Entwickler des Fraunhofer Instituts Kartenmaterial ihrer Heimatstadt Karlsruhe mit. Dieses entstand mit Hubschrauberüberflügen und bietet eine große Detailtiefe.

Zwei Soldaten in Flecktarn tragen eine VR-Brille und halten einen Controller in der rechten Hand

Die Lehrgangsteilnehmer navigieren sich durch eine virtuelle Karte

Führungsakademie der Bundeswehr/Christian Gelhausen

Werkzeug zur Geländebeurteilung

Nach einer kurzen theoretischen Einweisung hatten die Teilnehmenden des Lehrganges Generalstabs-/Admiralstabsdienst die Gelegenheit, selbst in die virtuelle Welt einzutauchen: Die Stimmen nach dem Test waren durchweg positiv. Auch der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Generalmajor Oliver Kohl, zeigte sich begeistert:

„Da ergeben sich wirklich viele Möglichkeiten. Lassen sie uns das System gleich bei unserer internationalen Übung CJEX einsetzen“.

Die Führungsakademie der Bundeswehr plant aktuell die Beschaffung der VRVirtuelle Realität-Technik als Ergänzung für den Digitalen Lagetisch. Diese soll im kommenden Jahr im Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst zur Unterstützung der Stabsarbeit und der Geländebeurteilung eingesetzt werden.

Portraitfoto eines Soldaten in Flecktarn
Major Stephan Zangenberg, Logistik und Lehrgangsteilnehmer LGAN Führungsakademie der Bundeswehr/Christian Gelhausen
Insbesondere zur Groberkundung bietet das System eine enorme Zeitersparnis und Gefährdungsminimierung. Schon bevor wir vor Ort sind, bekommen wir ein Gefühl für die Sicht, Wirkungs- und Deckungsmöglichkeiten.
Portraitfoto eines Soldaten in Flecktarn
Oberstleutnant David Wolf, Operative Kommunikation der Bundeswehr und Lehrgangsteilnehmer LGAN Führungsakademie der Bundeswehr/Christian Gelhausen
Treffen im virtuellen Raum um Lagen dimensionsübergreifend zu bearbeiten, werden meiner Meinung nach an Bedeutung gewinnen. Dies wird wichtiger, wenn Gefechtsstände zukünftig nicht mehr ‚große Zeltstädte‘ sein können. Angehörige jeder Teilstreitkraft können anlassbezogen und ohne große Zeitverluste zusammenkommen und vor einer gemeinsamen Lagekarte sprechen.
von Ines Blandau  E-Mail schreiben

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