Conference of Commandants

Resilienz in der Ausbildung

Resilienz in der Ausbildung

Datum:
Ort:
Hamburg
Lesedauer:
2 MIN

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Resilienz ist die Fähigkeit, auf Unvorhergesehenes flexibel zu reagieren und trotz möglicher Rückschläge nicht aufzugeben. Dies auch in der Ausbildung militärischer Führungskräfte sicherzustellen, ist das Thema der diesjährigen Conference of Commandants. 

Frauen und Männer, zivil sowie militärisch, unterhalten sich angeregt an Stehtischen

Zu den Gästen zählten Kommandeure und Kommandeurinnen hochrangiger Militärakademien sowie Delegationen aus Partnerstaaten

Bundeswehr/Katharina Roggmann

Resilienz ist eine Eigenschaft, die beim Militär eine besondere Rolle spielt. Soldatinnen und Soldaten müssen schnell auf veränderte Situationen reagieren. Das gehört zu ihrem Kerngeschäft. Oft müssen Pläne kurzfristig an die aktuelle Lage angepasst werden. Die Corona-Pandemie war eine Situation, in der sich die Resilienz in der Ausbildung zeigte. Präsenzunterricht war plötzlich nicht mehr möglich, so dass die militärischen Akademien sofort auf digitale Lehre umstellten. Die Reaktions-, Umsetzungs- und Anpassungsfähigkeit aus diesem Beispiel zeigen, dass das Militär resilient ist.

Kommandeur des NATO Defense College trägt sich im Gästebuch der Führungsakademie ein
Zitat Generalleutnant Olivier Rittimann, Kommandeur des NATONorth Atlantic Treaty Organization Defense College Bundeswehr/Katharina Roggmann
„Diese Konferenz bietet ein einzigartiges Forum, in dem Verbündete und Partner aus einer breitgefächerten Vielzahl von Akademien und Ausbildungseinrichtungen zusammenkommen können, um aktuelle und zukünftige Themen zu diskutieren, die uns alle betreffen.“

Fachliche, soziale und persönliche Kompetenzen

Resilienz setzt sich aus vielen Komponenten zusammen, wie der Persönlichkeit, den Umweltfaktoren, den persönlichen Erfahrungen und vielem mehr. In der Ausbildung militärischer Führungskräfte muss somit die Persönlichkeitsentwicklung genauso im Fokus stehen wie die fachliche und soziale Kompetenz. Der persönliche Erfahrungsschatz wächst fast von selbst, mit jeder weiteren Aufgabe und Verwendung, wobei das Lernen von erfahrenen Stabsoffizieren dafür nicht unerheblich ist. Aber ein offener Geist, der lösungsorientiert, kreativ und ausdauernd ist, kann von den ausbildenden Akademien mitgeformt werden. 

Das internationale Publikum sitzt im Hörsaal und blickt in Richtung Vortrag

Verschiedene Fachdozenten referieren zum Thema Resilienz. Anschließend werden die Inhalte im Plenum diskutiert.

Bundeswehr/Katharina Roggmann

Zukunftsweisend denken und lehren

Ein weiterer Schwerpunkt der Resilienz in der Ausbildung militärischer Führungskräfte ist die Fachkompetenz. Dazu zählt unter anderem die Vorbereitung und der Umgang mit unbekannten Zukunftsszenarien, wie beispielsweise Cyberangriffen. Oberstleutnant i.G. Thorsten Kodalle von der Führungsakademie der Bundeswehr referierte bei der Conference of Commandants über einen spielebasierten Lernansatz zur Erhöhung der individuellen Resilienz im Bereich Cybersecurity. Zwar sei das regelmäßige Ändern von Passwörtern, zum Beispiel, jedem als wirksame Prävention vor Cyberangriffen bekannt, aber nur die wenigsten würden es tatsächlich anwenden. Deshalb hat Kodalle ein Serious Game in Form eines Kartenspiels entwickelt, das nicht nur Wissen über Risiken im Informationsraum vermittelt, sondern die Spielenden dazu bringt, Cyber-Hygiene auf dem privaten Smartphone tatsächlich durchzuführen, die sonst oft vernachlässigt werden.

Cyber Resilience Card Game

Kodalle stellte das „Cyber Resilience Card Game“ bei der Conference of Commandants vor und spielte es im Anschluss mit den Teilnehmenden der Konferenz. Insgesamt 20 internationale Spielende durften das Cybersecurity-Game einen Nachmittag lang testen. „Viele andere Ansätze erhöhen nur das Bewusstsein, ändern aber kaum das individuelle Verhalten. Aus diesem Spiel gehen die Spielenden resilienter hervor, als sie angefangen habe, zum Beispiel indem sie die Zwei-Faktoren-Authentifizierung auf ihrem Amazon- oder Facebook-Account tatsächlich aktivieren“, erklärt Kodalle. 

  • Eine Hand ordnet die Spielkarten

    Das „Cyber Resilience Card Game“ wurde von Oberstleutnant Kodalle in Zusammenarbeit mit Lehrgangsteilnehmenden erstellt

    Bundeswehr/Katharina Roggmann
  • Kodalle blickt auf das Spielfeld einer Spielgruppe. Die Teilnehmenden fragen ihn etwas

    Oberstleutnant Kodalle hilft den Teilnehmenden beim Spielen des Serious Game

    Bundeswehr / Katharina Roggmann

Learning by doing

Das gemeinsame Spiel habe einen größeren Lern- und Umsetzungserfolg, als eine rein inhaltliche Darstellung durch einen Vortrag oder Film. „Überall dort, wo Lernende aktiv handeln und Inhalte im wahrsten Sinne des Wortes begreifen, ist das Verständnis für die vermittelten Inhalte insgesamt höher“, erläutert Kodalle. Er repräsentierte bei der Conference of Commandants die Lehre der höchsten Bildungseinrichtung der Bundeswehr vor einem internationalen Publikum. Weitere Vorträge kamen vom NATONorth Atlantic Treaty Organization Hauptquartier sowie dem European Centre of Excellence for Countering Hybrid Threats (Hybrid CoE) zum Thema Resilienz, aus NATONorth Atlantic Treaty Organization- beziehungsweise EUEuropäische Union-Sicht. Die Baltische Verteidigungsakademie, vertreten durch Ambassador Shota Gvineria, referierte über „Cyber Security“.

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von Jana  Stößer  E-Mail schreiben

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