Uniformen
Flecktarn, Dienstanzug und Co.: Soldatinnen und Soldaten erkennt man an ihren Uniformen und davon gibt es viele.
Für viele Soldatinnen und Soldaten ist es das erste Metall, das sie sich an den Dienstanzug heften können: das Abzeichen für besondere Leistungen im Truppendienst, kurz Leistungsabzeichen.
Das Leistungsabzeichen der Bundeswehr gibt es in Bronze, Silber und Gold. Soldatinnen und Soldaten müssen dafür Prüfungen in mehreren soldatischen Disziplinen bestehen.
Bundeswehr/Tom TwardyWer körperlich fit ist, die soldatischen Grundfertigkeiten beherrscht und dazu ein tadelloses Verhalten zeigt, der kann das mit dem Leistungsabzeichen nach außen zeigen. Alle Soldatinnen und Soldaten, völlig unabhängig vom Dienstgrad, können es erwerben. Das Leistungsabzeichen ist ein Ansporn, fördert im Endeffekt aber auch die Einsatzbereitschaft der Truppe. Denn nur wer fit ist, kann im Zweifelsfall auch Außergewöhnliches leisten und im Gefecht bestehen. Das Leistungsabzeichen gibt es in drei Stufen – in Bronze, Silber oder Gold.
Wer das Leistungsabzeichen erhalten möchte, muss folgende Leistungen erbringen:
Ob jemand Bronze, Silber oder Gold erhält, richtet sich nach dem schlechtesten Teilergebnis. Wird beispielsweise beim Schießen „nur“ Bronze erreicht, kann das Leistungsabzeichen auch nur in Bronze erteilt werden, ganz gleich, wie die anderen Leistungen ausgefallen sind. Die Anforderungen für das Leistungsabzeichen sind seit seiner Einführung im Jahr 1971 immer wieder angepasst worden. Manche Disziplinen, wie das Ablegen des Deutschen Sportabzeichens, sind entfallen. Manche, wie das Kleiderschwimmen, sind hinzugekommen.
Das „Abzeichen für besondere Leistungen im Truppendienst“ wird gemäß der Allgemeinen Regelung A1-2630/0-9804 „Anzugordnung“ auf der Falte beziehungsweise auf der Mitte der linken Brusttasche getragen. Bei Dienstjacken ohne aufgesetzte Taschen wird es an gleicher Stelle angebracht.
Es gibt neben den normalen Ausführungen auch Ausführungen mit Wiederholungszahlen in Fünferschritten und für Reservisten eine Ausführung, die mit einem „R“ versehen ist.
Das Leistungsabzeichen gibt es in vielerlei Ausfertigungen. Gemeinsam ist aber allen der Bundesadler, eingerahmt in stilisiertes Eichenlaub.
Bundeswehr/Katharina RitterEs war der frühere Verteidigungsminister und spätere Bundeskanzler Helmut Schmidt, der die Einführung eines solchen Leistungsabzeichens erstmals im Weißbuch von 1970 ankündigte. Die Anforderungen für die Erlangung dieser Auszeichnung waren so festgesetzt, dass „mindestens auch die Hälfte aller Wehrpflichtigen es während des Grundwehrdienstes erwerben“ konnte. Der Wehrdienst dauerte 1970 noch 18 Monate, erstmals durfte man sich vier Monate nach der Einberufung am Leistungsabzeichen probieren. Von Anfang an waren schon Abstufungen in Bronze, Silber und Gold für das Leistungsabzeichen vorgesehen. Grundlage war schon damals vor allem eine gute beziehungsweise sehr gute körperliche Leistungsfähigkeit der Soldatinnen und Soldaten.
Das Leistungsabzeichen ist kein Orden oder ein Ehrenzeichen nach deutschem Ordensrecht, denn es wurde weder vom Verteidigungsminister gestiftet noch vom Bundespräsidenten als Orden genehmigt. Das Leistungsabzeichen ist somit „nur“ ein Sonderabzeichen, das durch einen Erlass des Verteidigungsministeriums eingeführt wurde und durch Disziplinarvorgesetzte ausgegeben wird. Eine vorher abzuleistende Mindestdienstzeit gibt es mittlerweile nicht mehr.
Stand: Juli 2026
von Dennis Püschel