Streitkräftebasis

Pilotprojekt: Freiwilliger Wehrdienst im Heimatschutz

Das Projekt „Dein Jahr für Deutschland“ findet als Pilotprojekt der Streitkräftebasis statt. Es ermöglicht jungen Menschen, die Teilnahme als Freiwillig Wehrdienst Leistende bei der Bundeswehr im Heimatschutz zu dienen. Das Pilotprojekt ist zunächst für ein Jahr geplant, dann folgt eine Entscheidung, in welcher Form das Projekt weitergeführt wird.

Junge Soldatin und junge Soldaten im Freien an einer Landkarte.
Bundeswehr/Sebastian Wilke

Dein Jahr für Deutschland - Freiwillig im Heimatschutz

In der Bundeswehr gibt es bald eine neue Möglichkeit für junge Menschen, einen Dienst zu verrichten, der dem Allgemeinwohl zugutekommt. Unter dem Leitsatz „Dein Jahr für Deutschland“ bietet die Bundeswehr ab dem zweiten Quartal des kommenden Jahres eine neue Form des Freiwilligen Wehrdienstes an, den „Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz“. Der größte Unterschied zum klassischen Freiwilligen Wehrdienst ist die heimatnahe Einplanung im Reservistendienst nach der Grund- und Fachausbildung und der Dienst im Heimatschutz, statt im Auslandseinsatz. Das Projekt „Dein Jahr für Deutschland“ findet als Pilotprojekt der Streitkräftebasis statt und ist zunächst für ein Jahr festgelegt. Dann wird entschieden, in welcher Form das Projekt weitergeführt wird. Start der Grundausbildung für die ersten Rekruten wird der 1. April 2021 sein.

Mehrere Rekruten zielen in einer Reihe mit Gewehren in eine Richtung

Auch die Schießausbildung ist Teil der Grundausbildung. Ein sicherer Umgang mit Waffen gehört zum Soldatenberuf. Im Anschluss absolvieren die Freiwillig Wehrdienst Dienstleistenden die Ausbildung zum Wach- und Sicherungssoldaten.

Bundeswehr/Sebastian Wilke


Freiwilliger Wehrdienst im Heimatschutz

Für den Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz sollen junge Menschen angesprochen werden, die ein Interesse daran haben, bei der Bundeswehr einen insgesamt einjährigen Dienst zum Wohl der Allgemeinheit abzuleisten und die ein Interesse daran haben, an einer Unterstützung des Heimatschutzes teilzunehmen. Dabei soll der Dienst im Heimatschutz mit regionalen Unterstützungsleistungen einen gesamtstaatlichen Beitrag leisten und die Krisenvorsorge stärken. Der einjährige Dienst soll für eine Zielgruppe attraktiv sein, die bislang weder durch den klassischen freiwilligen Wehrdienst, noch durch den Reservistendienst angesprochen wird, um nicht in Konkurrenz mit diesen zu treten. Die Freiwillig Wehrdienst Leistenden im Heimatschutz besteht aus einer siebenmonatigen Ausbildung und einer weiteren fünfmonatigen Dienstzeit als Reservistendienst Leistender.

Ein junger Soldat bewegt sich unter einem tiefen Drahtgeflecht vorwärts.

Körperliche Fitness und Geschicklichkeit sind an der Hindernisbahn gefragt. In der Allgemeinen Grundausbildung absolvieren auch die Freiwillig Wehrdienst Leistenden für den Heimatschutz diese militärischen Herausforderungen.

Bundeswehr/Jane Schmidt


  • Mehr als 1.000 Rekrutinnen und Rekruten

  • Grundausbildung an 11 Standorten in Deutschland

  • 7 Monate Ausbildung

Ausbildung mit regionalen Schwerpunkten

Die Ausbildung im Pilotprojekt besteht zunächst aus einer dreimonatigen Grundausbildung an einem der insgesamt elf Grundausbildungsstandorten der Streitkräftebasis. Diese sind deutschlandweit verteilt und sollten die ausgewählten Bewerberinnen und Bewerber möglichst heimatnah ausbilden. Nach der Grundausbildung folgt die ebenfalls viermonatige Spezialausbildung. Diese Spezialausbildung besteht aus zwei Anteilen. Ein Teil ist die Ausbildung „Heimatschutz“ mit Schwerpunkten Wach- und Sicherungsaufgaben sowie ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr und Feldjägerdienst. Sie findet an den Ausbildungsstützpunkten Wildflecken, Berlin und Delmenhorst statt. Der zweite Teil ist die Ausbildung an den jeweiligen Landeskommandos der Heimatbundesländer der Rekruten. Hier liegt der Schwerpunkt auf den regionalen Besonderheiten im Bundesland und in den Regionen des Bundeslandes. Anschließend folgt der Dienst in Heimatnähe der Freiwillig Wehrdienstleistenden. Dieser dauert insgesamt fünf Monate, die sich nach Absprache auf phasenweise auf die folgenden sechs Jahre aufteilen lassen.

FAQFrequently Asked Questions

Das Mindestalter beträgt 17 Jahre und die Altersgrenze liegt bei 65 Jahren. Damit ist das Altersband rein rechtlich identisch mit dem des klassischen Freiwillig Wehrdienst Leistenden.

Hauptunterschied ist der Zeitraum: Der Freiwillige Wehrdienst im Heimatschutz besteht zunächst aus sieben Monaten Ausbildung mit anschließenden fünf Monaten Dienstzeit, die innerhalb von sechs Jahren abgeleistet wird. Dabei kann die Dienstzeit nach Bedarf innerhalb der sechs Jahre aufgeteilt werden. Die Gesamtverpflichtung beträgt beim Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz zwölf Monate, beim klassischen Freiwilligen Wehrdienst mindestens sieben Monate. Ein weiterer Unterschied ist, dass im FWDLFreiwillig Wehrdienst Leistende Hsch kein Auslandseinsatz stattfinden kann.

In den ersten sieben Monaten der Ausbildung ist die Höhe des Wehrsoldes identisch mit dem des klassischen Freiwilligen Wehrdienstes. Anschließend ist der Wehrsold identisch mit dem, der Reservistendienst Leistenden. Dazu zählen zum Beispiel das Unterhaltssicherungsgeld und der dienstgradabhängige Mindestwehrsold.

Die Beförderungsintervalle innerhalb der Mannschaftsdienstgrade sind identisch mit denen, des klassischen Freiwilligen Wehrdienstes oder des Soldaten auf Zeit

Im Pilotprojekt findet die Einberufung am 1.4., 1.7. und am 1.10.2021 sowie am 1.1.2022 statt – also quartalsweise.

Das Bewerbungsverfahren läuft genauso ab, wie das Bewerbungsverfahren für die klassischen Freiwillig Wehrdienst Leistenden und wird über das Bundesamt für Personal der Bundeswehr gesteuert. Die Freiwillig Wehrdienst Leistenden im Heimatschutz erweitern also lediglich das Angebot der Möglichkeiten, bei der Bundeswehr einen Dienst zu verrichten.

Die Aufteilung der fünfmonatigen Dienstzeit in den sechs Jahren ist sehr flexibel und kann individuell mit der jeweils beorderten Stelle und nach Absprache mit dem jeweiligen Stammtruppenteil vereinbart werden.

Für das Pilotprojekt werden nur Heeresuniformträger ausgestattet. Dies betrifft aber zunächst ausschließlich das Pilotprojekt!

Die Grundausbildung findet an 11 Orten statt, an denen die Rekrutinnen und Rekruten der Streitkräftebasis ihre Grundausbildung absolvieren. Dazu gehören: Beelitz, Berlin, Bruchsal, Burg, Delmenhorst, Hannover, Höxter, Husum, Kümmersbruck, Walldürn und Volkach.

Beabsichtigt ist, dass die Bewerberinnen und Bewerber möglichst in ihrer Heimat stationiert werden. Allerdings wird auch niemand daran gehindert, anzufragen, ob der Dienst woanders geleistet werden kann.

Rein rechtlich sind sie dazu verpflichtet bei Bedarf bei Einsätzen des Heimatschutzes zu helfen, wenn die äußeren Umstände das zulassen (wenn deren Arbeitgeber sie zum Beispiel temporär entbehren können). In der Praxis kommt es allerdings seit Jahren nicht mehr vor, dass jemand gegen seinen Willen einberufen wird.

Freiwillig Wehrdienst Leistenden im Heimatschutz sind Mannschafter.

Die Freiwillig Wehrdienst Leistenden im Heimatschutz erreichen nach sechs Monaten maximal den Dienstgrad „Obergefreiter“

Hier soll nach Möglichkeit und nach Absprache die beste Lösung für die Bewerberin oder den Bewerber gefunden werden. Auch die Unterstützung eines benachbarten Landeskommandos ist bei der Ausbildung denkbar. Bei der Ausbildung und bei der späteren Einplanung soll die größtmögliche Flexibilität gewahrt werden.

An einem Damm stehen hunderte Soldaten zu einer Kette aufgereiht und entladen Sandsäcke von einem LKW.

Heimatschutz Bundeswehr

In der Bundesrepublik Deutschland ist die Bundeswehr auch im Heimatschutz eingebunden und leistet eine wichtige Unterstützung.

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